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Monika Hahn

Einblicke in die Verwaltung

Gnarrenburg. Gemeindebürgermeister Marc Breitenfeld sprach beim CDU-Bürgerfrühstück den generellen Personalmangel in der Verwaltung an. Insbesondere im Bereich Klima fehle es an Fachkompetenz.

62 angemeldete Gäste zeugten von großem Interesse der Gnarrenburger Bürger:innen an den angekündigten Redebeiträgen von Marc Breitenfeld und dem Landtagsabgeordneten Marco Mohrmann beim CDU-Bürgerfrühstück im Gasthaus zur Kreuzkuhle.
„Auch wenn es den Anschein haben mag: Dies hier ist explizit keine Wahlkampfveranstaltung. Marc löst heute sein Versprechen ein, uns bei einem Bürgerfrühstück von seinen vielfältigen Projekten zu berichten,“ stellte Kurt Buck gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. Der Gemeinde-Verbandsvorsitzende der CDU Gnarrenburg begrüßte die Anwesenden und zeigte sich selbst neugierig auf die Vorträge der beiden Redner, die beide für Bürgernähe stünden.
 
Große Auswirkungen auf Kommunen
 
Gemeindebürgermeister Marc Breitenfeld gab in einem pointierten Bericht spannende Einsichten in seinen Alltag als Verwaltungschef. Was gemeinhin als „Zeitenwende“ bezeichnet wird, habe auch drastische Auswirkungen auf die Kommunen und werde alle die nächsten Wochen, Monate und Jahre massiv beschäftigen. Ein Problem dabei sei der generelle Personalmangel in der Verwaltung. Die Gemeinde habe zum Beispiel bisher keine Expertinnen für Hydrologie und Klima. Im Zuge der Diskussion um Moornutzung und Klimaschutz bräuchte es in der Moormetropole diese Fachkompetenz und eine eindeutige Verantwortlichkeit jedoch dringend.
Bei seinem Amtsantritt im November 2021 hätten die Amtsgeschäfte sehr stark unter dem Einfluss der Corona-Pandemie gestanden. Eine Test- und Impf-Infrastruktur für die Bürger:innen sei nicht vorhanden gewesen und wurde eiligst aus der Taufe gehoben. Auch hier habe der Personalmangel im Gesundheitswesen der Verwaltung eine zügige und unkomplizierte Lösung erschwert.
 
Verwaltung umstrukturiert
 
Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen strukturierte der Bürgermeister die Verwaltung in sieben Fachbereiche mit klaren Zuständigkeiten und schuf sechs neue Stellen. So sei es gelungen, einige Fachgebiete wie z. B. das Ordnungsamt und die Bereiche Tourismus und Digitalisierung personell aufzustocken.
Derzeit würden zudem gerade die Feuerwehrstandorte aller Ortschaften konzeptionell überprüft. Außerdem sei auch die Gemeinde Gnarrenburg gerade dabei Energieeinsparpotenziale auszuschöpfen und Straßenlaternen umzurüsten, Wasser- und Raumtemperaturen in öffentlichen Gebäuden anzupassen und einen Plan zur Schwimmbadsanierung auf den Weg zu bringen.
Insgesamt beschrieb Marc Breitenfeld unterhaltsam und bürgernah mit analytischem Geschick die Vielfalt an Themen seiner täglichen Arbeit. Komplexe Sachverhalte müssten einerseits gründlich analysiert und andererseits pragmatische und schnelle Lösungen für dringende Probleme gefunden werden.
 
Austausch mit den Kommunen
 
Der Landtagsabgeordnete Marco Mohrmann berichtete im Anschluss von seiner täglichen Arbeit, bei der er in engem Kontakt zu den Verwaltungschefs der Gemeinden stehe. Nicht jedes Thema, das die Menschen im ländlichen Raum umtreibe, sei auf der Agenda der Landespolitik in Hannover.
Als Beispiel nannte er das Problem der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und wies auf das Stipendienprogramm für Studierende aus dem Landkreis Rotenburg hin, bei dem die Studierenden sich dazu verpflichten, sich im Anschluss an ihre Ausbildung 5 Jahre lang im Landkreis niederzulassen.
Als Landtagsabgeordneter sei Mohrmann auf gute und direkte Kontakte zu den Gemeinden angewiesen. „Mir macht die Zusammenarbeit Spaß, weil ich von guten Leuten umgeben bin“, lobte Marco Mohrmann die Kommunikationskultur und den Umgang miteinander auf Augenhöhe.


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