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Kinder und Trauer Drei Phasen bei der Trauerbewältigung

(aeternitas). „Sterben“, „Tod“ und „Trauer“ sind Themen, die man eher ungern mit Kindern in Verbindung bringt, stehen diese doch für den Anfang des Lebens. Doch Kinder sind sich der Realität von Sterben, Tod und Trauer bewusster, als Erwachsene annehmen. Dabei unterliegt dem Verständnis dieser Begrifflichkeiten ein fortlaufender Prozess. Dieser ist von Kind zu Kind unterschiedlich je nach Entwicklungsstand.

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Ein Verlust stellt Kinder vor enorme Hürden. Wichtig für die Kleinsten ist dabei eine stabile Umgebung und die tröstende Fürsorge der Erwachsenen.  Foto: AdobeStock/Viacheslav Iakobchuk

Ein Verlust stellt Kinder vor enorme Hürden. Wichtig für die Kleinsten ist dabei eine stabile Umgebung und die tröstende Fürsorge der Erwachsenen. Foto: AdobeStock/Viacheslav Iakobchuk

(aeternitas). „Sterben“, „Tod“ und „Trauer“ sind Themen, die man eher ungern mit Kindern in Verbindung bringt, stehen diese doch für den Anfang des Lebens. Doch Kinder sind sich der Realität von Sterben, Tod und Trauer bewusster, als Erwachsene annehmen. Dabei unterliegt dem Verständnis dieser Begrifflichkeiten ein fortlaufender Prozess. Dieser ist von Kind zu Kind unterschiedlich je nach Entwicklungsstand.
Schon in den 1930er Jahren führte die Wissenschaftlerin Marie Nagy an, dass sich das Todeskonzept von Kindern in drei Phasen entwickelt. Diese Vorstellung Nagys hat bis heute weitestgehend Bestand.
1. Phase: (Alter: bis zu fünf Jahren)
Kinder in diesem Alter sehen den Tod als einen Zustand des Schlafes oder auch als Reise, als vorübergehenden Zustand der Einschränkung an. Die Endgültigkeit und Irreversibilität ist ihnen nicht bewusst. In der Vorstellung der Kinder dieses Alters können Tote zurückkehren, so wie Reisende zurückkehren.
2. Phase: (Alter: 5 bis 9 Jahre)
Kinder dieser Altersgruppe beginnen, die Endgültigkeit des Todes zu begreifen und die Bedeutung des Todes zu verstehen. Er wird aber in dieser Altersstufe als von außen aufgezwungenes, unberechenbares Ereignis angesehen, das z. B. vom Sensenmann oder „Todesengel“ gebracht wird.
3. Phase: (Alter: 9 Jahre und mehr)
Kinder dieser Altersgruppe verstehen, dass der Tod universell, unvermeidlich und endgültig ist und dass auch sie selbst eines Tages sterben werden. So wissen z. B. Kinder in diesem Alter, dass der Tod eintritt, wenn zum Beispiel die Organe versagen oder der Mensch nicht mehr atmet.
Trauer - Reaktionen
Erfahren Kinder das Sterben und/oder den Tod eines für sie wichtigen Menschen, so ist das auch für sie eine schmerzvolle Zeit. Eine Reihe von Reaktionen auf diesen Verlust haben sie mit Erwachsenen gemeinsam. Dazu gehören z. B. Schlaf- und Verdauungsstörungen, unkontrolliertes Schluchzen, Verwirrung, Konzentrationsstörungen, Angst, Zorn oder Schuldgefühle. So reagieren sie z. B. auch mit sozialem Rückzug oder Feindseligkeit. Die Reaktionen von Kindern wechseln häufig sehr schnell miteinander ab. Im einen Moment spielen sie fröhlich vor sich hin, im nächsten weinen sie. Das ist für sie normal, wird aber teilweise von Erwachsenen als verwirrend erlebt.
Unterstützung und Fürsorge
Der Verlust einer nahen Bezugsperson stellt auch für Kinder eine grundlegende Bedrohung in Bezug auf z. B. das eigene Sicherheitsgefühl dar. Grundsätzlich sind Kinder aber dazu in der Lage, zu trauern und Verlusterlebnisse zu verkraften, ohne dass daraus für sie langfristig Probleme entstehen. Entscheidend sind für Kinder im Falle eines Verlusterlebnisses vor allem eine stabile Umgebung und die tröstende Fürsorge und Unterstützung.


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