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Zurück in alte Rollenmuster

Landkreis (eb). Die familiäre Sorgearbeit ist nicht mehr allein nur Aufgabe der Frauen, auch Väter bleiben seit einigen Jahren häufiger zur Kinderbetreuung zu Hause.
 

Doch die Corona-Krise könnte der langsam wachsenden Gleichberechtigung einen Strich durch die Rechnung machen, fürchtet die VdK-Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens anlässlich des Tags der Familie am 15. Mai.
Im letzten Jahr bezogen fast 41000 Männer in Niedersachsen Elterngeld, das sind gut 2500 mehr als im Vorjahr. Für die Bemühungen um eine gleichberechtigte Aufteilung der familiären Sorgetätigkeiten sei das ein guter Schritt in die richtige Richtung, erklärt Menkens. So waren 2018 immerhin knapp 74 Prozent der Frauen mit minderjährigen Kindern erwerbstätig. „Doch aktuell unterbrechen verstärkt wieder Mütter ihre Arbeit, um die ausgefallene Betreuung der Kinder zu übernehmen, und rutschen so krisenbedingt zurück in alte Rollenmuster. Hier ist Vorsicht geboten: Denn die bisher gewonnene Gleichstellung von Frau und Mann darf keinen herben Rückschritt erleben!“, warnt die VdK-Frauenvertreterin. Schon zu Beginn der Corona-Krise hätten deutlich mehr Frauen als Männer ihre Erwerbstätigkeit reduziert. „Wenn ich das höre, läuten bei mir die Alarmglocken. Denn wir waren gerade auf einem sehr guten Weg, die unbezahlte Sorgetätigkeit zwischen Vätern und Müttern gerechter aufzuteilen“, so Menkens.
Bund und Länder müssten daher schnellstens die Wiederaufnahme der Kinderbetreuung in Schulen und Kindertagesstätten möglich machen, um vor allem Mütter zu entlasten. Im Mittelpunkt der VdK-Forderungen steht die finanzielle Absicherung der Frauen im Alter. Denn wer seinen Job zugunsten der Familie hintenanstellt, riskiert später geringere Ansprüche bei der Rente und die finanzielle Abhängigkeit vom Partner oder dem Staat.


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