Marcel Foltmer

#Zugehört 2.0

Osterholz-Scharmbeck. Die Osterholzer SPD ging mit offenen Ohren für Bürgeranliegen von Tür zu Tür und übergab dem Bürgermeister eine Sammlung dessen, worum es den Kreisstädter:innen geht.

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Bürgermeister Rohde bekommt die Vorschläge der Bürger:innen von Kristin Lindemann, Frederik Burdorf und Werner Schauer, Fraktionsvorsitzendem der SPD im Stadtrat, überreicht. (v.l.)

Bürgermeister Rohde bekommt die Vorschläge der Bürger:innen von Kristin Lindemann, Frederik Burdorf und Werner Schauer, Fraktionsvorsitzendem der SPD im Stadtrat, überreicht. (v.l.)

Im letzten Herbst haben die Jusos zusammen mit der SPD-Fraktion im Stadtrat Bürger:innen der Kreisstadt nach ihren Anliegen, Wünschen und Anregungen befragt. Die Aktion, bei der Kleingruppen in einzelnen Vierteln der Stadt von Tür zu Tür gehen, läuft unter dem Namen „Zugehört“. Nun haben sie die Ergebnisse der Befragung dem Bürgermeister vorgestellt.
Schon im letzten Kommunalwahljahr 2017 hat die SPD die Befragung durchgeführt, damals im Gebiet Lintel. Es sei der SPD wichtig gewesen, die Aktion bewusst nicht im Rahmen des Wahlkampfes, sondern nach der Wahl anzusiedeln, um deutlich zu machen, dass es wirklich um die Anliegen der Bürger:innen gehe, so Kristin Lindemann, Vorsitzende der SPD in Osterholz-Scharmbeck. Im Anschluss wurden Anträge im Rat eingebracht, die teilweise dazu führten, dass Wünsche der Anwohner:innen umgesetzt wurden. Es ging zum Beispiel um Verkehrsberuhigungen, Wasserschutz und Parkflächen.
 
SPD unterwegs
 
Nach vier Jahren wurde das Projekt in derselben Konstellation wiederholt: Im Herbst letzten Jahres befragten Zweierteams, bestehend aus Juso-Mitgliedern und SPD-Stadtratsabgeordneten, Bürger:innen in gleich mehreren Stadtteilen. Dieses Mal waren sie in den Quartieren rund um die Käthe-Kollwitz-Straße, Königsberger Straße und Lange Straße unterwegs, außerdem besuchten sie die Ortschaft Buschhausen. Eigentlich sollte ein Brief, der die Anliegen der Anwohner:innen sammelt, schon im vergangenen Dezember dem Bürgermeister übergeben werden, aufgrund der Pandemie musste die Übergabe jedoch verschoben werden.
 
Verkehr und Innenstadt
 
Bei der Befragung aus dem letzten Jahr kamen viele Anliegen zum Vorschein: In fast allen Quartieren wurde die Qualität der Geh- und Radwege bemängelt, vor allem aus dem Bereich der Käthe-Kollwitz-Straße sei es für Schüler:innen schwer, sicher zu den Bildungseinrichtungen, zum Beispiel der Menckeschule, zu kommen. Auch der Verkehr in den Wohngebieten war ein großes Thema, so wurde sich vermehrt das Einrichten einer Tempo 30 Zone auf der Ritterhuder Straße im Bereich der Beethovenschule gewünscht, in Buschhausen sollen Raser in bereits bestehenden 30er-Zonen durch Geschwindigkeitsmessungen aufgehalten werden. Ein weiteres Anliegen der Anwohner:innen ist hier der befürchtete Schleichverkehr durch die Wohngebiete während der bevorstehenden Sanierung der dortigen Landestraße. Weiterhin wurde sich im Neubaugebiet im Raaland nach dem eigentlich im Bebauungsplan vorgesehenen Bolzplatz erkundigt.
„Allerdings lebt man ja nicht nur in seinem Wohngebiet“, findet Frederik Burdorf, Vorsitzender der Osterholzer Jusos. Deswegen sei auch die Entwicklung der Innenstadt ein häufiges Anliegen gewesen. Viele Bürger:innen blicken besorgt auf deren Entwicklung, die durch die Corona-Pandemie nur noch beschleunigt wurde: Viele Geschäfte wandern ab, der Einkauf verlagert sich immer öfter nach Bremen oder ins Internet. Auch Räume für junge Menschen fehlen in der Stadt, es müsse mehr getan werden, um Osterholz-Scharmbeck für alle Altersgruppen attraktiv zu machen. Beispiele seien hier die Innenstädte von Vechta, Verden und Meppen.
Bürgermeister Torsten Rohde betont, dass es wertvoll sei, Anregung für die Entwicklung der Stadt zu bekommen. „Trotzdem würde ich mir wünschen, dass wir auch direkt angesprochen werden“, denn auch dann könne auf kurzem Wege viel getan werden. Abschließend gibt Frederik Burdorf aber auch noch ein Lob der Bürger:innen weiter: „Viele haben gesagt, dass sie gerne hier wohnen.“


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