Nadine Schilling

Zu Fuß oder mit Rad zum Supermarkt - Projekt „Aktiv mobil - länger gesund“ präsentiert Befragungsergebnisse

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Insgesamt haben 97 Personen im Alter zwischen 60 und 89 Jahren an der Befragung teilgenommen.  Foto: eb

Insgesamt haben 97 Personen im Alter zwischen 60 und 89 Jahren an der Befragung teilgenommen. Foto: eb

Ritterhude (eb). Im Rahmen des Projekts „Aktiv mobil - länger gesund“ fand zwischen November 2018 und Februar 2019 in der Gemeinde Ritterhude eine Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner über 60 Jahre zu Gesundheit, Mobilität und Wohnumgebung statt.
Die Fragebögen verteilten sogenannte Multiplikatoren in organisierten Gruppen sowie an Nachbarn und Bekannte. Insgesamt haben 97 Personen im Alter zwischen 60 und 89 Jahren an der Befragung teilgenommen. Frauen und Männer waren zu gleichen Teilen vertreten. Die meisten Befragten befinden sich in der Rente, sind verheiratet und leben mit Ehepartner/in zusammen in einer Eigentumswohnung oder einem eigenen Haus in Ritterhude. Etwa ein Drittel gab an, durch mindestens ein gesundheitliches Problem in der Mobilität eingeschränkt zu sein.
Bei der Frage, welche Merkmale der Gestaltung von Straßenräumen den Befragten wichtig sind, wurden unter allen Teilnehmenden am häufigsten eine gute Beleuchtung, hohe Oberflächenqualität der Wege und Platz zum Gehen, sichere Querungsmöglichkeiten und Parkplätze fürs Auto genannt. Die Forscherinnen der Universität Bremen, die die Auswertung vorgenommen haben, fanden bei dieser Frage aber etwas anderes spannend. „Wenn man sich nur die Gruppe der Personen anschaut, die bereits eine Mobilitätseinschränkung aufweisen, zeigen sich andere Ergebnisse. Im Vergleich zu den fitteren Befragten ist ihnen eine niedrige Geschwindigkeit des Verkehrs und das Vorhandensein einer Toilette wichtig.“, so Tanja Brüchert vom Institut für Public Health und Pflegeforschung. Es sei wichtig, sich diese unterschiedlichen Bedürfnisse bewusst zu machen und darauf zu reagieren, so Brüchert weiter. Denn gerade ältere Menschen stellen besondere Ansprüche an ihr Umfeld. Sie benutzen Hilfsmittel wie einen Rollator oder einen Rollstuhl und da kann ein unebener oder zugeparkter Gehweg schon ein riesiges Hindernis sein. „Bei unserer Präsentation der Ergebnisse auf dem Wochenmarkt haben uns einige Bewohnerinnen die Ergebnisse auch bestätigt“, so Lena Oeltjen. Sie betreut das Projekt in der Gemeinde Ritterhude.
Verkehr, Sitzgelegenheiten und Gehwege in der Kritik
Aber wie viele Leute sind denn überhaupt in Ritterhude aktiv mobil? 53 Prozent gaben an, täglich oder an 3 bis 4 Tagen pro Woche zu Fuß unterwegs zu sein, 31 Prozent mit dem Rad. Sehr hoch ist noch die Mobilität mit dem Auto in der Altersgruppe: 75 Prozent sind täglich oder an 3 bis 4 Tagen pro Woche mit dem Auto unterwegs. Rund ein Drittel der Befragten geht zu Fuß zum Supermarkt oder fährt mit dem Rad. Sie motiviert besonders der Nutzen für ihre Gesundheit, geringe Kosten, die Umweltfreundlichkeit, die fehlende Last der Parkplatzsuche und die Unabhängigkeit von Abfahrtszeiten. Als Hindernisse werden vor allem der Transport der Waren und der Wunsch, mehrere Erledigungen zu kombinieren, gesehen. Aber auch die Entfernung zu einem Supermarkt stellt ein Problem dar. In der Gruppe der Befragten, die weiter als 500 m von einem Supermarkt entfernt wohnt, wird die Breite und der Zustand der Gehwege, fehlende Sitzgelegenheiten und zu viel Verkehr an den Straßen als Hauptbarriere gesehen, zu Fuß zum Supermarkt zu laufen.
Die Ergebnisse der Befragung werden nun noch weiter aufbereitet und dann auf der Homepage der Gemeinde Ritterhude veröffentlicht. Aus den Antworten wurden wichtige Erkenntnisse über das Mobilitätsverhalten, sowie Bedürfnisse und Bedarfe der Bevölkerung in Bezug auf das Zufußgehen und Radfahren gewonnen. In einem nächsten Schritt sollen diese noch genauer untersucht werden. Dies geschieht im Rahmen von Zukunftswerkstätten, die an drei Orten stattfinden. Alle Bürgerinnen und Bürger ab 60 Jahren, die in der Gemeinde Ritterhude leben, sind dazu eingeladen, Probleme zu besprechen und Zukunftsvisionen zu entwickeln. Gemeinsam wird diskutiert, welche speziellen Hindernisse es in den Ortsteilen gibt und wie Verbesserungen konkret umgesetzt werden können. Die Veranstaltungsorte haben jeweils einen oder zwei Ortsteile zum Schwerpunkt. Am 17. Mai fand die Zukunftswerkstatt mit dem Themenschwerpunkt „Platjenwerbe/Ihlpohl“ bereits statt. Am 22. Mai bearbeiteten die Bürger und Bürgerinnen den Themenschwerpunkt Lesumstotel/Werschenrege“. Am 13. Juni geht es im Hamme Forum von 14 bis 18 Uhr um den Themenschwerpunkt „Alt-Ritterhude“. Alle Veranstaltungsorte sind barrierefrei und die Teilnahme ist kostenlos. In den Pausen gibt es Kaffee und Kuchen. Für Fragen steht Frau Lena Oeltjen, Gemeinde Ritterhude, unter Tel.: 04292 889-164 zur Verfügung.


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