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#Wir bleiben zu Hause - Wie das SOS-Kinderdorf Worpswede mit dem Corona Virus umgeht

Worpswede (eb). Der Corona Virus ist längst in Deutschland angekommen und hält die ganze Welt in Atem. So versucht auch das Team vom SOS-Kinderdorf Worpswede den Aufruf der Bundesregierung „Wir bleiben zu Hause“ mit aller Kraft nachzukommen. Mit dem Zuhause ist damit die zweite Heimat für rund 100 Kinder und Jugendliche gemeint, die bei SOS in Kinderdorffamilien und Wohngruppen in Worpswede, Osterholz-Scharmbeck, Bremen-Nord und Lilienthal leben.
 

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Im Kunstatelier vom SOS-Kinderdorf wird in dieser schwierigen Zeit viel mit den Kindern gemalt. 

Foto: eb

Im Kunstatelier vom SOS-Kinderdorf wird in dieser schwierigen Zeit viel mit den Kindern gemalt. Foto: eb

Die offenen Beratungs- und Unterstützungsangebote werden über Telefon und digital über Mailsupport in die Wohnzimmer der Familien verlegt.
„Es ist eine herausfordernde Zeit, in der wir alle noch mehr zusammenrücken“, betont der Gesamtleiter vom SOS-Kinderdorf Worpswede Joachim Schuch. Durch die Schließungen der Kindertagesstätten, der Schulen und der Sportvereine musste sich das SOS-Kinderdorf blitzschnell neu aufstellen und die Personalpläne umstellen. Denn nun heißt es rund um die Uhr - 24 Stunden, sieben Tage in der Woche - Betreuungs- und Lernangebote für alle 108 Kinder und Jugendliche zu schaffen, von denen sonst der Großteil vormittags Kitas, Schulen und Ausbildungsstätten besucht. „Wir haben ein tolles Team, dem ich auch an dieser Stelle ein großes Dankeschön aussprechen möchte. Alle helfen mit und sind, soweit familiär möglich, bereit, in dieser Ausnahmesituation flexibel zu reagieren“, so Schuch weiter. Derzeit gibt es bislang keine Verdachts- und Krankheitsfälle im Kinderdorf, aber das Team ist für den Ernstfall gerüstet und hat ein freies Haus als möglichen Quarantäneort eingerichtet. Bezugsbetreuer sind dann vor Ort, sodass auch weiterhin eine liebevolle Betreuung gewährleistet wäre.
Die Kinder wurden auf kindgerechte Art über den Corona-Virus aufgeklärt und gemeinsam wird täglich geübt, wie sich Klein und Groß bestmöglich schützen kann. Noch genießen vor allem die kleinen Entdecker das Alternativprogramm, das die SOS-Crew vor Ort bietet. Die Türen des kleinen Kunstateliers und der Töpferwerkstatt sind geöffnet und die Kunsttherapeutinnen Stine Gürtler und Urte Tietze gestalten mit den Kindern aus den einzelnen Familienhäusern bunte Kreativprojekte. Wie auch sonst, aber nun eben auch vormittags. Zudem werden täglich Sportangebote für Kleingruppen auf die Beine gestellt und die SOS-Schulstunden durch den Lernkoordinator Clas Mojen und seinem Kollegen Uli Wenger in den einzelnen zwölf Familienhäusern ermöglicht. „Wir sind sehr dankbar, dass wir durch die Unterstützung von Spendern unseren Lernkoordinator und unsere Kunsttherapeutinnen direkt vor Ort haben, sodass die Bildungs- und Kreativangebote auch neben der engagierten Betreuung in den Häusern stattfinden können.“ Die Teams in den Häusern selbst machen das, was sie immer tun: Für die Kinder da sein, Ängste nehmen, aufklären, spielen. Und auch kreative Beschäftigungsideen, wie Hochbeete bauen mit der Pädagogin Anna-Lena Heißenbüttel, Sternwanderung mit Kinderdorfmutter Catharina Braun, Lagerfeuer mit Stockbrot backen und Nähprojekte in der Jugendwohngruppe, kommen nicht zu kurz. Die Kita Butjerhus, die sich direkt im Kinderdorf befindet, packt ebenfalls tatkräftig mit an und bietet auch hier, unter Berücksichtigung aller Vorsichtsmaßnahmen, Abwechslung für die ganz Kleinen aus den SOS-Familien.
Gemeinsam mit dem Jugendamt Osterholz hat das SOS-Kinderdorf Worpswede schnell entschieden, die Beratung durch die Experten in der SOS-Familienberatungsstelle in Osterholz-Scharmbeck aufrechtzuerhalten. Jedoch ist das Team, um sowohl die Ratsuchenden als auch die SOS-Fachkräfte nicht zu gefährden, vorerst telefonisch und per E-Mail erreichbar. Auch in Bremen-Nord ist die offene Familiensprechstunde weiterhin für die Menschen vor Ort da. Dort hält Stefanie Kehl die Stellung und bietet Rat in diesen herausfordernden Zeiten. Denn bekanntermaßen geht es nicht allen zu Hause gut und die familiären Belastungen können sich durch die Einschränkungen im Alltag stark erhöhen. „Unser Appell an die Familien ist es, sich Rat zu holen, wenn die Belastungen zu hoch werden. In einigen Familien kommt es derzeit vermehrt zum „Lagerkoller“ und Eltern kommen an Grenzbereiche. Wir möchten daher dazu aufrufen, vor dieser Grenze stehen zu bleiben und uns anzurufen“, so Niels Meyring, Bereichsleiter für ambulante und Beratungsangebote in Osterholz-Scharmbeck und Bremen-Nord.
Das Team der SOS-Familienberatung in Osterholz-Scharmbeck ist erreichbar von Montag bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr unter Telefon 04791-96310 oder per E-Mail: beratung@sos-kinderdorf.de. Sönke Zoellner, Jenny Eller und Kerstin Jahns stehen bereit bei Fragen rund um das Thema Familie, Kinder, Beziehung, Trennung oder Erziehung. Wenn Beobachtungen gemacht werden, die das Kindeswohl betreffen, können Sie die Beratung ebenfalls jederzeit kontaktieren! Hinweis: Sollte nicht sofort ein Ansprechpartner ans Telefon gehen, bitte auf den Anrufbeantworter sprechen. Das Team ruft umgehend nach dem Beratungsgespräch zurück. Gewaltschutzberatung für Kinder, Jugendliche und Fachberatung Landkreis Osterholz.
Wenn Kinder und Jugendliche hilflos Gewalt ausgesetzt sind, sind sie oftmals nicht in der Lage sich selbst zu schützen. Gewalt hat viele Gesichter: Sie kann in Form von Vernachlässigung, körperlicher und psychischer Misshandlung, Mobbing, sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt erlebt werden. Dabei haben Kinder das Recht auf Schutz vor Gewalt. Unsere Fachberatung bietet betroffenen Kindern und Jugendlichen als auch Erwachsenen, die mit Kindern arbeiten, sie betreuen und ihre Vertrauenspersonen sind, Unterstützung an, beraten und begleiten sie auf dem Weg aus der Gewalt.
Die SOS-Kinderschutz-Expertin Christine Exner hält die Stellung in der Gewaltschutzberatung und ist telefonisch zu erreichen unter Telefon 04791-9658819 oder gewaltschutz.kd-worpswede@sos-kinderdorf.de Aufgrund von Abwesenheit im Zeitraum vom 30. März bis 10. April bitte an die oben genannte Familienberatung in Osterholz wenden.
Die offene Familienberatung in Burg-Grambke ist ebenfalls telefonisch weiterhin aktiv und bietet neben Hilfestellungen zu familiären Themen zusätzlich in einem gewissen Rahmen im Quartier der Grönlandstraße kleine Dienste an, wie Einkaufen für Risikogruppen. Der direkte Draht zu Stefanie Kehl in der offenen Familienberatung in Bremen-Nord lautet: 0176-12606848 oder per Mail an stefanie.kehl@sos-kinderdord.de
Die Unterstützungsangebote in den Familien hören nicht einfach auf - dürfen sie auch nicht, denn Kinderschutz zählt zu jeder Zeit. Daher kümmert sich das Team der ambulanten Hilfen in enger Absprache mit dem Jugendamt Osterholz-Scharmbeck weiter um Familien vor Ort – nur jetzt eben mit besonderen Hygiene- und Schutzregeln. Das Team um Teamleiter Sören Hetmanek und Kristina Junge kam auf die tolle Idee, regelmäßig ein kleines CarePaket zu packen und es den Familien vorbeizubringen. In dem Paket sind kleine Beschäftigungsmaterialien, Ausmalbilder, Nervennahrung, Mandalas, Anleitungen für Spiele und Tipps für das Zusammenleben in außergewöhnlichen Situationen zu finden.
Das Credo vom SOS-Kinderdorf für Familien vor Ort da zu sein, wird sehr ernst genommen. Neben den ambulanten und Beratungsangeboten stehen auch die Kita Wunderwelt in Osterholz-Scharmbeck und die Kita an der Grundschule mit Notfalldiensten bereit. Eltern, die in Krankenhäusern, bei der Feuerwehr, Polizei, Pflege oder in Versorgungs- und Logistikbereichen arbeiten, können ihr Kind in die Tagesbetreuung bringen. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Menschen, die das tägliche Leben durch ihre Arbeit aufrechterhalten und an die, die sich ebenso zu Hause um ihre Familien, Angehörigen oder hilfebedürftige Menschen kümmern. „Zusammenhalt, Fürsorge und gegenseitiger Support – das ist es, was wir brauchen. Immer und jetzt besonders“, ergänzt Joachim Schuch.


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