Amelie Nobel

Widerstandskämpferin wäre 100 Jahre alt geworden

Cato Bontjes van Beek wurde im Alter von 22 Jahren ermordet, weil sie Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete.

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Cato Bontjes van Beek wäre am 14. November 100 Jahre alt geworden.  Foto: Wikipedia

Cato Bontjes van Beek wäre am 14. November 100 Jahre alt geworden. Foto: Wikipedia

Cato Bontjes van Beek wächst in der Künstlerkolonie Worpswede/Fischerhude in einer Künstlerfamilie auf und bekommt dort schon früh die politischen Diskussionen mit. Von 1929-1933 wohnt Cato in Amsterdam, als sie nach Hause zurückkehrt, sind die Nazis an der Macht.
Ab 1940 lebt sie mit ihrer Schwester zusammen beim Vater in Berlin und träumt davon, Schauspielerin, Fliegerin, Keramikerin oder Globetrotterin zu werden. Aus Gründen der Vernunft entscheidet sie sich für eine kaufmännische Ausbildung und möchte ihren Vater in seiner Keramikwerkstatt unterstützen. Außerdem tritt sie dem Nationalsozialistischen Fliegerkorps bei. Ihr Traum vom Fliegen ist in diesem Fall größer als ihre Überzeugung.
 
Cato leistet Widerstand
 
1941 lernt Cato Libertas Schulze-Boysen kennen, deren Mann gemeinsam mit Arvid Harnack eine aktive Widerstandsgruppe leitet, die später vom NS Regime zur „Roten Kapelle“ gezählt wird. Als „Rote Kapelle“ wurden von der Gestapo Gruppen zusammengefasst, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten.
Cato und ihr Freund Heinz Strelow werden Mitglieder der Berliner Gruppe, verlassen diese jedoch bald wieder. Doch es ist bereits zu spät. Am 20. September 1942 werden Cato Bontjes van Beek und ihr Vater verhaftet und 1943 vom Reichskriegsgericht Berlin wegen Beihilfe zur Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Das Urteil wird am 5. August 1943 vollstreckt. Cato Bontjes van Beek wird mit 15 weiteren Verurteilten im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet. Mit nur 22 Jahren stirbt die junge Frau mit dem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, die von ihren Mitmenschen als voller Leben, mutig und temperamentvoll beschrieben wird.
 
Gedenken an Cato
 
Anlässlich des 100. Geburtstages der Widerstandskämpferin können sich Interessierte am 14. November um 19 Uhr den 80-minütigen Konzertfilm „CATO“ des Komponisten Helge Burggrabe, der in Zusammenarbeit mit dem Vokalensemble Sjaella entstand, auf YouTube ansehen. Die Original-Texte von Cato spricht die Filmschauspielerin Julia Jentsch, die bereits die Widerstandskämpferin Sophie Scholl verkörpert hat.
Am 12. Oktober ist darüber hinaus die Cato-Biografie „Leben will ich, leben, leben- Die junge Frau, die gegen die Nazis kämpfte und ihr Leben verlor“ von Hermann Vinke erschienen.
Der Cato-Biograf ist auch Autor der Deutschlandfunksendung über Cato, die am 14. November um 23.05 Uhr unter www.deutschlandfunk.de abzurufen ist. Die dreistündige Radiosendung wurde musikalisch vom Komponisten Helge Burggrabe gestaltet. Julia Jentsch wird Original Texte von Cato lesen.
 
Regionalbischof Brandy würdigt Cato
 
Anlässlich des 100. Geburtstages würdigt auch Hans Christian Brandy die mutigen Taten der jungen Frau. Der evangelische Regionalbischof des Elbe-Weser-Raums betont, dass Cato sterben musste, weil sie Werte auslebte, die für unsere Demokratie von Bedeutung seien. Es sei wichtig, daran zu erinnern, dass Freiheitsrechte, Menschlichkeit und Engagement gegen Gewalt Fundamente unserer Gesellschaft seien, so Brandy.


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