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Janine Girth

Weihnachtsmarkt in Hambergen Ein Dorf und seine fünfte Jahreszeit

Hambergen. „Wenn in Hambergen Bürgermeister und Weihnachtsmann mitten auf der Landstraße stehen, dann ist die fünfte Jahreszeit angebrochen.“ Von der fünften Jahreszeit wird sonst nur bei Großereignissen wie dem Münchner Oktoberfest oder dem Bremer Freimarkt gesprochen, doch Gerd Brauns, Bürgermeister von Hambergen, weiß was er sagt, als er den 38. Hamberger Weihnachtsmarkt offiziell eröffnet.
Das ganze Dorf ist auf den Beinen, von Nah und Fern kommen Besucher und Aussteller, um an einem der schönsten und atmosphärisch dichtesten Märkte in der Region teilzuhaben. Auch in diesem Jahr lockte der traditionelle Weihnachtsmarkt viele Besucher in den Ort, welche wieder einmal durch ein buntes Programm, viele Buden mit allerlei kulinarischen Angeboten und zahlreiche Hobbykünstler, welche ihre Handwerke ausstellten und anpriesen, schon einen Monat vor dem Fest in weihnachtliche Stimmung gebracht wurden.
Aus den Lautsprechern tönen Weihnachtslieder, es regnet. Wo an anderen Orten die Besucher aufgrund der Witterungslage schon längst in ihre warmen Wohnungen zurückgekehrt wären, da sind die Besucher des Marktes in Hambergen besonders zäh, das haben sie schon die letzten Jahre bewiesen und auch jetzt sollte es nicht anders werden. Der Weihnachtsmarkt, welcher im Ortskern rund um Kirche, Haupt- und Bahnhofstraße stattfindet, ist wie eh und je gut besucht. Wenn man den Blick über das Angebot des Marktes streifen lässt, ist dies auch kein Wunder, denn der für die Verhältnisse des veranstaltenden Dorfes sehr große Weihnachtsmarkt besticht durch seine facettenreichen Möglichkeiten einzukaufen, unterhalten zu werden oder an verschiedensten Ständen zu speisen. Neben musikalischem Programm in der Kirche, Kasperletheater für die Kinder und Spielspaß für Groß und Klein gibt es eine große Auswahl an Essen, von deftigem Grünkohl über Burger, Bratwurst und Schaschlik bis hin zu süßen Crêpes ist alles dabei.
„Wir möchten uns bei denen, die ausgestellt haben bedanken, vor allem bei den Hobbykünstlern, die wochen- und monatelang gebastelt haben.“ Nicht nur Samtgemeindebürgermeister Reinhard Kock weiß die Arbeit derjenigen zu schätzen, die einen großen Teil ihrer Zeit in ihre per Hand gefertigten Kunstwerke stecken. In drei Zelten stellen sie ihre Unikate aus und verkaufen sie an die Marktbesucher. Wer schlau ist und dem vorweihnachtlichen Stress so gut es geht entgehen möchte, ist hier goldrichtig und kauft gleich Geschenke für die Liebsten, wie es sie sonst nirgendwo zu finden gibt. Und nicht nur dieses Angebot nehmen die Gäste gerne entgegen, auch bei den verschiedenen Verlosungen werden eifrig Lose gekauft und auf das eigene Glück gehofft. Neben den Tombolas des Fußballclubs und der Kirchengemeinde steht natürlich die Verlosung des Veranstalters selbst ganz klar im Vordergrund, deren Erlöse an die verschiedensten Jugendgruppen ortsansässiger Vereine geht, in diesem Jahr bekommen Reitverein, FC Hambergen sowie die Ortsgruppen der NABU, DLRG und des DRK den Überschuss und helfen selbstverständlich auch beim Verteilen der Lose mit. Wie so oft in den letzten Jahren wird es am Ende knapp mit den Losen, was natürlich nichts Schlechtes ist, wie Kock selbst feststellt: „Herzlichen Dank, dass ihr so viele Lose gekauft habt.“
Natürlich trägt auch die Gemeinde der evangelischen Kirche Hambergen wieder ihren Teil zum erfolgreichen Gelingen des Weihnachtsmarktes bei, so wird im Gemeindehaus Kaffee und Kuchen ausgeschenkt, ein Basar aufgestellt und als besonderes Highlight gibt es, auf halbem Weg den Kirchturm hinauf, das „Pharisäer Café“. Hier werden in kuscheliger Atmosphäre und mit netten Gesprächen Heißgetränke angeboten, während man von oben den einen oder anderen Blick auf den Marktbetrieb erhaschen kann, aus einer etwas anderen Perspektive und abseits des lauten Trubels.
Und so schnell wie das Wochenende gekommen war, ist es auch schon wieder vorbei – und mit ihm der Weihnachtsmarkt, kaum genug Zeit, um überall gewesen zu sein, aber auch nicht zu viel davon, die Besonderheit des Momentes wird so bewahrt. Doch bevor das Dorf wieder in den Normalzustand verfällt, kommen alle noch ein letztes Mal für den Höhepunkt zusammen. Die Gewinner der Verlosung werden gezogen, die Preise reichten von Einkaufsgutscheinen im zweistelligen Bereich bis hin zu satten 2.500 Euro Bargeld. Auch ein Gutschein der Firma Röhrs war dabei, um „eine Menge Schraubendreher davon zu kaufen“, scherzt Gerd Brauns. Die Glücksfeen, Jugendliche und Kinder der Vereine, stehen neben den beiden Bürgermeistern und dem Weihnachtsmann auf der Bühne, welcher prompt gefragt wird, ob er denn noch Wunschzettel annehme. „Meine Termine bis Weihnachten sind sehr knapp – Aber die Zeit dafür kann ich mir sicher noch nehmen.“


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