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Volksbanken prüfen Zusammenschluss

Zwei große Volksbanken der Region wollen künftig gemeinsame Wege gehen. Bei einer Fusion entstünde ein Institut mit 28 Standorten und einer Bilanzsumme von rund 4,2 Milliarden Euro.

Die Volksbanken Osterholz Bremervörde und Elbe-Weser-Dreieck wollen verschmelzen. Der rechtliche Sitz einer neuen Genossenschaft könnte Osterholz-Scharmbeck werden.

Die Volksbanken Osterholz Bremervörde und Elbe-Weser-Dreieck wollen verschmelzen. Der rechtliche Sitz einer neuen Genossenschaft könnte Osterholz-Scharmbeck werden.

Bild: Volksbank - Sascha Ringe

Niedersachsen. Die Volksbank eG Osterholz Bremervörde und die Volksbank im Elbe-Weser-Dreieck eG nehmen Fusionsgespräche auf. Vorstände und Aufsichtsräte beider Institute haben beschlossen, die Möglichkeit einer Verschmelzung zu prüfen. Kommt es zum Zusammenschluss, würde eine der großen regionalen Genossenschaftsbanken im Elbe-Weser-Dreieck entstehen.

Die Größenordnung ist beachtlich: Die neue Bank würde nach aktuellem Planungsstand rund 150.000 Kunden und 56.000 Mitglieder betreuen. Etwa 700 Mitarbeiter wären an insgesamt 28 Standorten beschäftigt. Die gemeinsame Bilanzsumme läge bei rund 4,2 Milliarden Euro, das Kundenvolumen bei mehr als neun Milliarden Euro. Rechtlicher Sitz der neuen Bank soll Osterholz-Scharmbeck werden. Als Hauptstandorte sind Beverstedt, Bremervörde, Gnarrenburg, Osterholz-Scharmbeck und Zeven vorgesehen.

 

Geschäftsgebiet wächst zusammen

Für die Region hätte der Zusammenschluss besondere Bedeutung. Die Volksbank Osterholz Bremervörde ist bislang unter anderem in Osterholz-Scharmbeck, Hambergen, Grasberg und Lilienthal sowie in Bremervörde, Gnarrenburg und der Samtgemeinde Geestequelle vertreten. Das Geschäftsgebiet der Volksbank im Elbe-Weser-Dreieck umfasst neben Teilen des Landkreises Cuxhaven und Bremerhaven unter anderem Zeven, Selsingen, Sittensen und Tarmstedt. Gemeinsam würde die Bank damit weite Teile der Landkreise Osterholz, Rotenburg und Cuxhaven sowie die Stadt Bremerhaven abdecken.

Der Zusammenschluss ist allerdings noch nicht beschlossen. Bei einem positiven Verlauf der Gespräche sollen die Vertreterinnen und Vertreter beider Banken auf den jeweiligen ordentlichen Vertreterversammlungen im Sommer 2027 über die Verschmelzung entscheiden. Die rechtliche Fusion soll dann rückwirkend zum 1. Januar 2027 erfolgen. Die technische Zusammenführung ist für das vierte Quartal 2027 geplant.

 

Banken verweisen auf wachsende Anforderungen

Als Grund für die Gespräche nennen beide Institute die Veränderungen in der Bankenbranche. Steigende regulatorische Anforderungen, Investitionen in Digitalisierung und neue Technologien sowie veränderte Kundenbedürfnisse machten Größe und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zunehmend wichtiger. Die Banken sehen in einem Zusammenschluss die Möglichkeit, diese Aufgaben künftig gemeinsam zu bewältigen.

Nach Angaben der Vorstände erfolgt die geplante Verschmelzung dabei nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit. Beide Häuser gingen vielmehr aus einer Position der Stärke in die Gespräche. Ziel sei es, ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern und gleichzeitig eine eigenständige Genossenschaftsbank in der Region zu erhalten.

Dabei soll die größere Organisation auch zusätzliche Investitionen ermöglichen. Persönliche Beratung, regionale Entscheidungswege und die Nähe zu Mitgliedern und Kunden sollen nach Darstellung der Banken weiterhin zum Geschäftsmodell gehören. Zugleich versprechen sich die Verantwortlichen von der größeren Bank zusätzliche Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten und bessere Voraussetzungen, Fachkräfte in der Region zu halten.

 

Zwei starke Partner

Die Volksbank im Elbe-Weser-Dreieck beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter an 18 Standorten und zählt etwa 84.000 Kunden sowie 26.000 Mitglieder. Ihre Bilanzsumme beträgt rund 2,4 Milliarden Euro. Die Volksbank Osterholz Bremervörde kommt auf rund 280 Beschäftigte an zehn Standorten, etwa 65.000 Kunden und 30.000 Mitglieder. Ihre Bilanzsumme liegt bei rund 1,8 Milliarden Euro.

Die Verantwortlichen beider Häuser verweisen auf vergleichbare Geschäftsmodelle, gemeinsame genossenschaftliche Werte und die regionale Verwurzelung. Zudem ergänzten sich die bisherigen Geschäftsgebiete weitgehend. Mit einer Fusion, so die Hoffnung der Banken, soll diese regionale Präsenz langfristig gesichert und zugleich die wirtschaftliche Basis für künftige Investitionen gestärkt werden.


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