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Voice over piano gab Konzert für Defender-2020-Lager

Garlstedt. Für anderthalb Stunden rutschte die große Politik in den Hintergrund, als in der Sporthalle der Lucius-D.-Clay-Kaserne das Musikensemble „Voice over piano“ auftrat, um für die derzeit anwesenden US-Soldaten des Defender-2020-Manövers zu spielen.

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Sara Dähn, Sängerin von Voice over piano, hatte und machte großen Spaß beim Singen vor den jungen US-Amerikanerinnen und -Amerikanern in Garlstedt.  Foto: ek

Sara Dähn, Sängerin von Voice over piano, hatte und machte großen Spaß beim Singen vor den jungen US-Amerikanerinnen und -Amerikanern in Garlstedt. Foto: ek

Die Sporthalle, in direkter Nachbarschaft zur Zeltstadt der Soldaten aus Übersee gelegen, füllte sich rasch mit den jungen Frauen und Männern in Combat-Uniform. Vor kurzer Zeit gelandet und mit dem Bus in die Logistikschule der Bundeswehr gebracht, sei es ihr eigentlicher Auftrag, zu schlafen und sich für die Weiterfahrt an die Nato-Ostgrenze auszuruhen und vorzubereiten, sagte Major Jordan Bradford. Doch wie bei allen jungen Menschen ist lockere Abwechslung höchst willkommen. „Ich finde Deutschland sehr schön“, sagte ein 21-jähriger Soldat aus Florida, der eigentlich nicht viel aus dem Busfenster zwischen Hamburg und Garlstedt gesehen haben mag. In einem Jahr ist er nach vier Jahren Dienst in der US Army fertig, „dann werde ich Europa wieder besuchen“, nahm er sich vor. Während des Aufenthalts in der Zeltstadt in der Garlstedter Kaserne werden die US-Soldaten nichts von Land und Leuten um sie herum sehen, denn die Liegenschaft werden sie nicht verlassen dürfen.
 
Spontan und hoch professionell
 
Genauso plötzlich kamen auch Voice over piano zu ihrem Gig vor den US-Soldaten. Nur 48 Stunden vorher hatte Bandleader Thomas Blaeschke der Anruf von Brigadegeneral André Denk erreicht, der ihn um ein Konzert für die Gäste gebeten hatte. Blaeschkes Musiker Mark Wetjen, Stephan Werner und Tim Fischer, die Backgroundsänger Hannah Kreuzer und Alexander Hohler zeigten tatsächlich höchste Flexibilität, um aus Detmold, Berlin oder Hamburg anzureisen, um die Frontsängerin Sara Dähn bei melodischen Rockhymnen zu begleiten. Selbst die Technik und Bühnenbeleuchtung war innerhalb kürzester Zeit organisiert und eingerichtet worden. Wenn nun nicht höchste Professionalität abgerufen werden konnte, dürfte so ein Spontan-Auftritt ein peinlicher Reinfall werden. Doch die Musiker konnten die amerikanischen Zuhörenden mit den ersten Takten von „Let me entertain you“ von Robbie Williams gleich mitreißen. Nach „New York New York“ taute die bezaubernde Sara Dähn auf und verließ singend die Bühne, um sehr zur Freude der überwiegend männlichen Soldaten auf Tuchfühlung zu gehen. Sie warf ihre roten Locken über die Schulter, zeigte einen ordentlichen Hüftschwung und hielt dabei kräftig jeden Ton.
 
Wer hat noch Geburtstag?
 
Ihr Selbstbewusstsein färbte schnell auf ihre Zuhörerschaft ab, die gern mitfeierten und sich für kleine Tanzeinlagen mit ihr nicht schämten. Ganz im Gegenteil: Die Linsen unzähliger mobiler Telefone waren auf Sara Dähn gerichtet, und es wurde laut mitgesungen beim Time Warp aus der Rocky Horror Picture Show. Besonders feierten die Kameraden, als Sara Dähn Soldat Ethan auf die Bühne rief, um ihm ein Happy-Birthday-Ständchen zu singen. Als Geschenk drückte sie ihm einen Kuss auf die Wange, was ein haltloses Gejohle der Zuschauer auslöste und den jungen Ethan erröten ließ. Auf die Frage, wer noch Geburtstag habe, schossen Dutzende von Armen in die Höhe, begleitet von befreitem Gelächter.
 
Queen gleich mehrfach im Einsatz
 
Nach einem getragenen Hallelujah von Leonard Cohen und einem swingenden Feeling Good von Michael Bublé kamen die unvergessenen Queen zum Einsatz: We will rock you, Somebody to love, sogar die Bohemian Rhapsody wurden performt, und das mit voller Leidenschaft. Doch als Sara Dähn die Nationalhymne anstimmte, sprangen die jungen Leute auf, entrollten Stars and Stripes und standen ernst und andächtig in voller Haltung. Und während man noch darüber nachdachte, übernahm Queen nochmal mit Another one bites the dust, bevor nach zwei bejubelten Zugaben das Konzert zu Ende war. Doch damit war noch nicht Schluss für Sara Dähn. Eine lange Schlange von jungen Soldaten hatte sich gebildet: jeder wollte ein Bild von sich mit der hübschen Sängerin im Arm und sich persönlich bei ihr für den ungewöhnlich unterhaltsamen fröhlichen Abend bedanken. Und auf ein „God bless you“ bekam man von den Soldaten einen tiefen Blick zurück und die Worte, dass das sehr viel für sie bedeute.


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