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Vier Millionen für Innenstadt

Ein weiterer Fördermittelbescheid über vier Millionen Euro ist der Stadt Osterholz-Scharmbeck übergeben worden, zweckgebunden für die Entwicklung der Innenstadt.

Von links: Kira Lynn Schlüter, Torsten Haß, Frank Wiesner, Torsten Rohde, Karin Beckmann, Axel Miesner, Julian Rojem und Selma Kupinic (beide BauBeCon) freuen sich über das Noch-hübscher-Werden der Innenstadt.

Von links: Kira Lynn Schlüter, Torsten Haß, Frank Wiesner, Torsten Rohde, Karin Beckmann, Axel Miesner, Julian Rojem und Selma Kupinic (beide BauBeCon) freuen sich über das Noch-hübscher-Werden der Innenstadt.

Bild: Ek

Osterholz-Scharmbeck. „Wenig Geld haben wir genug“, sagte der Bürgermeister Torsten Rohde über die finanzielle Situation der Bedarfskommune, der er vorsteht. „Daher freuen wir uns, dass uns das Land hier weiter unterstützt.“ Die Stadtsanierung sei eines der großen Programme hier bei uns in der Stadt, daher waren auch Julian Rojem und Selma Kupinic als Vertreter der BauBeCon anwesend. „Fördermittelprojekte haben es an sich, dass sie sehr genau abgerechnet und begleitet werden müssen“, erklärte Rohde, „das wollen wir ordentlich und korrekt machen.“

Es würden hübsche Summen bewegt, „und es ist ja auch Sinn und Zweck der Mittel, dass da was bewegt werden kann.“ Das letzte Sanierungsprogramm in der Innenstadt sei nicht lange her. Ein Blick auf veränderte Anforderungen aus Handel und Gesellschaft, auch im Hinblick auf Klima-Resilienz habe einen bunten Strauß an Maßnahmen hervorgebracht, den man mit der neuen Förderungstranche von insgesamt rund 20 Millionen Euro angehen wolle.

 

Schnelle Schritte, große Summen

Die Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung Karin Beckmann kam zur Übergabe zum zweiten Mal in die Kreisstadt und bemerkte: „Sie arbeiten hier mit schnellen Schritten und großen Summen.“ Einiges habe sich seit ihrem ersten Besuch vor einigen Jahren bereits verändert, und einiges nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte wegen der kirchlichen Grundstücke. „Für dieses Jahr allein wurden Ihrer Stadt vier Millionen Euro zugesagt mit einer 90-Prozent-Förderung.“ Glücklicherweise seien die Städtebaufördermittel aufgestockt worden und seien dennoch immer noch nicht auskömmlich. „Das wird sicher auch noch weiter gesteigert“, machte sie hoffen. „Was Sie alles vorhaben, hörte sich sehr spannend an“, fand Beckmann.

 

Der Bach ist dran

Frank Wiesner (Fachbereich Stadtplanung und Bauen) erläuterte, dass man bereits 2019 mit in Städtebauförderung gekommen sei. „Die ersten fünf bis sechs Jahre haben wir nur mit Planung verbracht, die Bürger konnten nicht sehen, was mit dem vielen Fördergeld passiert. Jetzt“, sagte er, „sind die ersten Maßnahmen mit dem Brigitte-Escherhausen-Platz und der barrierefreien Rampe im Stadtpark fertiggestellt, pünktlich zum 9. Mai dieses Jahres, dem Tag der Städtebauförderung.“ Nun könne man endlich sehen, es passiert da auch baulich was, „das ist eine ganz andere Motivation für solche Projekte. Da kommt was Schönes bei raus.“ Nun habe man die Mitte der Städtebauförderung erreicht, und die weitere Planung sei eins der größten Projekte: die Umgestaltung des Scharmbecker Baches. „Dieses städtische Filetstück im Dornröschenschlaf, verbuscht und ohne richtig ans Wasser rankommen zu können, soll wesentlich attraktiver gemacht und in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht werden.“ Erste Maßnahmen sollen nach jetzigen Planungsstand ab 2028 in die Umsetzung gehen mit einer Dauer von zwei bis drei Jahren. „2030/31 soll im nördlichen Bereich ein Wasserspielplatz entstanden sein, Klima- und Hochwasserschutz durch Rigolen gebaut und Gastronomie am Scharmbecker Bach am Marktplatz angesiedelt sein.“ War der Scharmbecker Bach in der Vergangenheit verrohrt, versteckt und eingedämmt, soll er nun zu einem Eyecatcher, zu einem Anziehungspunkt für Besucher der Innenstadt werden.

 

Wohnungen auf ehemaligem Kirchengrundstück

Ein weiteres Projekt soll das Entstehen eines Quartiers in der Innenstadt für Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie und Wohnen auf den jetzigen Kirchengrundstücken nach deren Erwerb sein. „Nach dem Nachjustieren bei den Verhandlungen mit der Kirche ist nun eine Gastronomie in die Fußgängerzone verlegt worden und im hinteren Bereich die Schaffung von Wohnraum abgesegnet worden“, sagte Rohde. „Jetzt ist es rund. So gelingt auch die Öffnung zum Stadtpark, unserer grünen Lunge mitten in der Stadt, die Jahrzehnte mehr oder weniger brach lag.“ Für die Bebauung der Freifläche mit zwei Mehrfamilienhäusern, nach dem Wohnraumbedarfskonzept mit 40 m2 bis 60 m2 großen Wohnungen, an denen es der Stadt derzeit mangele, werde gerade der Bebauungsplan geändert. Frühestens nächstes Jahr beginnen die privaten Investoren mit dem Bau, dann müsse das Jugendforum-Häuschen umziehen. Erster Stadtrat Torsten Haß berichtete: „Nach zwei Jahren soll es Richtung Marktweide als Aufenthaltsbereich für Jugendliche verlegt werden.“ Auch der Bürgermeister lobte das hohe Engagement der jungen Leute bei rund 30 Teilnehmern im Jugendforum. „So gewinnen wir neue Impulse durch anderes Denken der neuen Generation. Und wir hoffen, dass sie als 30- bis 35-Jährige gern wieder zurückkommen.“ Weitere Ideen würden entwickelt werden für den Bereich Hinter der Wurth und die Volksbank-Kreuzung, die vielleicht ein Kreisel werden könnte, „wenn wir denn mal das Loger Eck besitzen“, sagte der Stadt-Erste, der damit einen gut 30 Jahre alten Wunschtraum aussprach.


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