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Verlässlich und sicher

Der Kreissportbund (KSB) mit seinen 127 Vereinen mit knapp 44.000 Mitgliedern stellt sich als Partner für Schulen auf und hat ein Schutzkonzept vor sexualisierter Gewalt entwickelt.

Sorgen für sichere  und verlässliche Sportstätten: Lea Habben, Celina Duschner und Jens Themsen vom Kreissportbund.

Sorgen für sichere und verlässliche Sportstätten: Lea Habben, Celina Duschner und Jens Themsen vom Kreissportbund.

Bild: Ek

Osterholz-Scharmbeck. Nach dem Mitgliedereinbruch in den Corona-Jahren haben sich die Mitgliederzahlen zwar erholt, doch sind unterm Strich 642 Sportvereinsmitglieder weniger gezählt worden als im Vorjahr. „Bei einem Zuwachs der Mitglieder in der Gruppe 60+ um 1,43 Prozent, haben wir erwartungsgemäß ein Schrumpfen der Zahlen um 6,42 Prozent bei den 19- bis 26-Jährigen in den Vereinen, wohl wegen ihrer Lebensumstände wie Studium oder Umzug“, erläuterte Themsen die Zahlen. „Richtig spürbar sind allerdings die 5 Prozent, die uns in der Gruppe der Null- bis Sechsjährigen fehlen. Da fragen wir uns, woran das liegen könnte? Sind die rund 120 Euro Mitgliedsbeitrag für einen Sportverein im Jahr für viele Familien zurzeit nicht zu schultern?“

Gerade im älteren Semester entdeckten die Menschen das Vereinsleben wieder neu für sich, wo neben dem Sport Gemeinschaft und Austausch zu finden sind. 10.661 Menschen über 60 sind aktiv in den Vereinen des Kreises - 1.000 Herren mehr als Damen, übrigens. Themsen fand, dass eine Mitgliederzahl von 43.820 bei einer Landkreiseinwohnerzahl von nicht ganz 114.000 Menschen für eine „gute Durchdringung unseres Kreissportbundes für einen relativ kleinen Landkreis“ spreche. Die gerade gefeierte Sportlerehrung des KSB in der Sporthalle des hiesigen Gymnasiums zeigte wiederum 115 Sportler und Sportlerinnen aus 25 Vereinen, die sich mindestens auf Landesebene als Meisterinnen und Meister hervorgetan hätten. Darauf sei man als KSB zu Recht sehr stolz.

Die Sparten Turnen (15.832 Aktive) und Fußball (8886 Spielende) führten wenig überraschend die Rangliste der insgesamt 34 gemeldeten Sportarten an. Doch ein Boom neuer Angebote in den Vereinen werde sich vielleicht im nächsten Meldejahr durchschlagen.

Verlässliche Partner

Um eine Zusammenarbeit der Sportvereine mit den Ganztagsschulen zu vereinfachen, hat Lena Habben vom KSB, unterstützt von Gemeinden und Kommunen, eine Plattform geschaffen, auf der erste Kontakte zwischen Vereinen und Schulen hergestellt werden können. „Für ‚Partner im Ganztag‘ muss man sich als Verein oder Schule kurz registrieren und sich vorstellen: Was kann ich bieten? Welche Kompetenzen habe ich? Welche Wochentage, welche Übungsleiter, welche Unterstützung biete ich an?“, umriss Habben kurz die möglichen Angaben auf der Internetseite des KSB. „Wir sammeln das im Hintergrund und gucken, wer passt zusammen für erste Gespräche.“ So ließen sich unproblematisch und völlig unabhängig von gewachsenen Netzwerken Kontakte herstellen. „Die Gemeinden und die Stadt wissen, dass Sportvereine gute und verlässliche Partner sind.“

Prävention vor sexualisierter Gewalt

Ebenso findet sich fortan auf der Homepage das Thema: Prävention vor sexualisierter Gewalt. „Der Sportverein soll ein sicherer Ort sein. Doch gerade in letzter Zeit häufen sich Verdachtsfälle von sexualisierter Gewalt im Sport an Kindern und Jugendlichen“, so Habben. „Wir als KSB wollen unsere Vereine für das Thema sensibilisieren und Möglichkeiten der Prävention und eingreifende Schritte aufzeigen.“ Dazu habe man ein professionelles Team aus Fachberatung und drei erfahrenen Referentinnen aus dem organisierten Sport aufgestellt. „Dieses Team geht in die Vereine im Landkreis Osterholz, um sie bei der Entwicklung eines eigenen zertifizierten Schutzkonzepts zu unterstützen“, so Duschner. „Das Interesse an diesem Thema ist groß“, so Themsen weiter. „Innerhalb eines Jahres rechnen wir mit einer umfangreichen Warteliste.“

Um sämtliche Module für eine Schutzkonzept-Zertifizierung des Vereins zu bearbeiten, könne man mit ungefähr zwei Jahren rechnen. „Das ist ein dickes Brett, aber wir würden uns freuen, wenn sich die Sportvereine damit beschäftigen.“ Der erste Baustein des bei der seit November letzten Jahres sehr aktiven Sportjugend angesiedelten Konzepts sei nicht umsonst mit „Positionierung“ betitelt, sagte Duschner. „Die Vereine treffen auf ein immer sensibleres Klientel. So stellt sich die Frage, was dürfen Übungsleitende, ist eine Umarmung bei einem Torjubel schon zu viel? Geschulte Vertrauenskontaktpersonen sollen in den Vereinen installiert werden.“ Es müsse nicht gleich das Monster an der Wand sein: „Es sind Kleinigkeiten, die viel früher wahrgenommen werden können.“ Und die dann großes Unheil verhindern könnten.


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