cne

Union plant Ortskernentlastung für Worpswede

Worpswede (cne). Die durch das Künstler:innendorf laufenden überörtlichen Straßen L 153 und K 11 vermindern die dortige Aufenthaltsqualität. Die CDU will das in sechs Schritten ändern.

Bilder
Haben sich einen Plan gemacht: Die Unionspolitiker Heiko Pankoke und Axel Miesner.

Haben sich einen Plan gemacht: Die Unionspolitiker Heiko Pankoke und Axel Miesner.

Seit Jahrzehnten führen die Landesstraße 153 sowie die Kreisstraße 11 des Landkreises durch das Künstlerdorf Worpswede. Beide Straßen bilden mit der gemeindeeigenen Bergstraße die Seiten des „goldenen Dreiecks“. Damit wird das aus Bergstraße, Findorffstraße und Hembergstraße gebildete innerörtliche Verkehrsnetz bezeichnet, das kurze Wege zwischen Ambiente, Kunst und Kultur sowie der Gastronomie bietet.
Doch die beiden überörtlichen Straßen mindern die Aufenthaltsqualität enorm und führen gerade in den besucherstarken Monaten von Frühjahr bis Herbst zu Verärgerung nicht nur der Besucher:innen, sondern ebenso der alteingesessenen Bewohner:innen des Künstlerdorfs.
„Wir müssen versuchen, den Verkehr in Worpswede zu verringern und aus der Ortsmitte zu entfernen“, sagte der CDU-Kreistags- und Landtagsabgeordnete Axel Miesner. Zusammen mit Heiko Pankoke, Worpswedes stellvertretendem Bürgermeister und Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion und des CDU-Gemeindeverbandes Worpswede erstellte Miesner einen Maßnahmenkatalog, der eine mögliche neue Verkehrsführung aufzeigt.
 
Entlastung des Ortskerns
 
Das Künstlerdorf Worpswede ist in den vergangenen Jahren über den sogenannten Masterplan mit erheblichen finanziellen Mitteln seitens des Landes Niedersachsen unterstützt worden, um sich zeitgemäß als „Das deutsche Künstlerdorf“ aufzustellen. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde die Bergstraße saniert und als „Spielstraße“ ausgewiesen, die ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer:innen bietet. Da sei es besonders bedauerlich, wenn der starke Verkehr über die Landesstraßen die Aufenthaltsqualität in dem ansonsten beschaulichen Künstlerdorf mindert.„Der Landkreis Osterholz hat die Bergedorferstraße (K 28) mit Unterstützung des Landes Niedersachsen auf gesamter Strecke in einen sehr guten Zustand versetzt. Die Straße bietet einen hohen Verkehrswert und kann damit zu einer deutlichen Entlastung des Ortskerns führen“, sagte Mieser. Die Bergedorferstraße (K 28) biete sich geradezu als Ortsentlastungsstraße für das Künstlerdorf an. Sie zweigt an der Gemeindegrenze Lilienthal/Worpswede von der Worphauser Landstraße (L 153) und mündet praktisch nördlich wieder auf die L 153. Auf mittlerer Strecke dient der Bergedorfer Kirchdamm Kreisstraße 10) als Zubringer in den Ortskern.
 
Kein Spiel mit Menschenleben
 
Um die Idee zu realisieren, haben Axel Miesner und Heiko Pankoke einen sechs Schritte umfassenden Maßnahmenkatalog aufgestellt: Als erster und zweiter Schritt müsse eine Änderung der Ausschilderung in sowohl südliche als auch nördliche Richtung erfolgen. Damit soll zum einen der Durchgangsverkehr nicht mehr durch den beengten Ortskern geführt, und zum anderen der überörtliche Verkehr in Richtung Bremen über die Bundesstraße 74 und die Bundesautobahn 27 abgeleitet werden. „Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber es muss irgendwann mal ein Anfang gemacht werden“, sagt Pankoke. Als dritten Schritt schlagen Miesner und Pankoke eine Fortführung der jetzigen K 28 in gerader Führung über die Kreisstraße 31 hinaus zur L 153 im Ortsteil Mevenstedt vor, die dann zu einer vorfahrtsberechtigten Straße umgewidmet wird. Des Weiteren sprechen sich Miesner und Pankoke für den Bau eines Kreisels am Knotenpunkt L 153 (Gemeindegrenze Lilienthal/Worpswede)/K 28/Gemeindestraßen der beiden Gemeinden aus. „Damit wird der Ortseingang des Ortskerns hervorgehoben und die kritische Einmündung der K 28 auf die L 153 aufgrund deren Krümmung aufgehoben. Denn so wie es jetzt ist, spielt man dort mit Menschenleben“, betont Heiko Pankoke.
 
30 im goldenen Dreieck
 
Punkt fünf sieht eine Umwidmung der L 153 zur Gemeinde- und Kreisstraße und der K 28 zur Landesstraße zwischen dem möglichen Kreisel und dem Einmündungsbereich vor. Als letzter Schritt soll für das innerörtliche Straßennetz im „goldenen Dreieck“ eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern durchgesetzt werden. „Entscheidend ist, dass die Maßnahmen beschrieben, mit einem Zeitplan versehen und schrittweise umgesetzt werden - nur so kann die enge Ortsdurchfahrt Worpswede ihrer eigentlichen Aufgabe zugeführt werden“, so Miesner.
Doch noch sei fraglich, ob es überhaupt zu einer Umsetzung dieses Konzeptes kommen wird. Axel Miesner und Heiko Pankoke sind jedoch optimistisch: „Jetzt ist die Politik in der Pflicht. „Augen zu und weitermachen“ kann hier keine Option sein.“


UNTERNEHMEN DER REGION