Patrick Viol

Training für den Ernstfall

Hochwasser, Vermisstensuche und verletzte Personen: Bei einer groß angelegten Katastrophenschutzübung in Schiffdorf trainierten rund 120 Einsatzkräfte von DLRG und DRK für den Ernstfall.

Übte den Ernstfall: DLRG-Ortsgruppe Lilienthal, die sechs Einsatzkräfte für die Betreuungs- und Leitstaffel stellte.

Übte den Ernstfall: DLRG-Ortsgruppe Lilienthal, die sechs Einsatzkräfte für die Betreuungs- und Leitstaffel stellte.

Bild: Eb

Lilienthal. Rund 120 Einsatzkräfte von DLRG und DRK haben Ende September bei einer dreitägigen Katastrophenschutzübung in Schiffdorf den Ernstfall trainiert. Mit dabei war auch die DLRG-Ortsgruppe Lilienthal, die sechs Einsatzkräfte für die Betreuungs- und Leitstaffel stellte. Ein weiterer Lilienthaler war als Einsatztaucher an der Unterwassersuche beteiligt.

Nach der Anreise am Freitag begann am Samstagmorgen die eigentliche Übung. Bereits ab 7 Uhr erkundeten Drohnenteams die Umgebung, um Höhenmodelle zu erstellen und besonders gefährdete Gebiete zu identifizieren. Die Daten dienten als Grundlage für die Planung von Evakuierungen.

Im Mittelpunkt stand eine simulierte Hochwasserlage auf der Lohne. Auf einem Ponton war ein Hausdach errichtet worden, das ein von den Fluten eingeschlossenes Gebäude darstellen sollte. Mit Booten brachten die Rettungskräfte mehrere Personen an Land. Einige der Darsteller spielten unterkühlte oder verletzte Menschen, andere sprangen unvermittelt ins Wasser. Auch die Suche nach einer vermeintlich vermissten Person gehörte zum Szenario.

Betreuung unter erschwerten Bedingungen

Nach ihrer Rettung wurden die Betroffenen zu einem Betreuungsstützpunkt gebracht. Dort waren vor allem die Lilienthaler Einsatzkräfte für Registrierung, Versorgung und Betreuung zuständig. Die Erfassung der Evakuierten ist ein wesentlicher Bestandteil des Katastrophenschutzes, damit Angehörige wieder zusammenfinden und benötigte Hilfe organisiert werden kann.

Für zusätzliche Herausforderungen sorgten realistische Verletztendarsteller. So spielte eine Frau mit großer Überzeugungskraft eine unter Schock stehende Hochwasserbetroffene. Solche Situationen sollen die Einsatzkräfte auch auf die psychischen Belastungen im Ernstfall vorbereiten.

Im weiteren Verlauf mussten mehrere Einsatzlagen gleichzeitig bewältigt werden. Neben Evakuierungen standen plötzlich die Rettung von Menschen und Tieren sowie die Versorgung Verletzter an. Ziel war es, unter Zeitdruck Prioritäten zu setzen und die verfügbaren Kräfte möglichst effektiv einzusetzen.

Parallel suchten Einsatztaucher bei nahezu fehlender Sicht nach einem versunkenen Fahrzeug und einer vermissten Person. Während das Fahrzeug schnell gefunden wurde, gestaltete sich die Bergung des als vermisst geltenden Übungsdummys deutlich schwieriger.

Auch die Logistik wurde erprobt, darunter Verpflegung, Kraftstoffversorgung und Stromerzeugung. Am Sonntag endete die Übung mit der Abreise der Einsatzkräfte. Für die DLRG Lilienthal zeigte sich erneut, wie wichtig regelmäßiges Training und die Zusammenarbeit verschiedener Hilfsorganisationen für einen funktionierenden Katastrophenschutz sind.


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