Kreiskrankenhaus geht mit Plus raus
Landkreis. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen hat das Kreiskrankenhaus Osterholz das Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Unter dem Strich steht ein Gewinn von 225.676 Euro. Das teilten der Erste Kreisrat Markus Pragal, Krankenhausleiterin Doris Sonström und der Vorsitzende des Krankenhausausschusses, Wilfried Pallasch, bei der Vorstellung des Jahresabschlusses mit. Trotz der schwarzen Zahlen sehen die Verantwortlichen allerdings keinen Grund zur Entwarnung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Krankenhäuser blieben schwierig und könnten sich weiter verschärfen.
Dass das Kreiskrankenhaus besser abschnitt als ursprünglich geplant, ist nach Angaben des Landkreises vor allem auf finanzielle Sondereffekte zurückzuführen. Dazu zählt ein befristeter Rechnungszuschlag, der im Herbst 2025 eingeführt wurde. Er sollte die inflationsbedingte Finanzierungslücke der Krankenhäuser vorübergehend schließen und verhindern, dass Einrichtungen allein aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten aus der Versorgung ausscheiden.
Strukturelle Probleme bleiben bestehen
Eine dauerhafte Lösung sieht der Erste Kreisrat Markus Pragal darin jedoch nicht. Die strukturelle Unterfinanzierung des Krankenhaussektors bestehe unverändert fort. Aus seiner Sicht hätte der Zuschlag dauerhaft in den sogenannten Landesbasisfallwert integriert werden müssen. Dieser bildet eine wesentliche Grundlage für die Vergütung stationärer Krankenhausleistungen. Mit dem Auslaufen der zusätzlichen Mittel verschärfe sich die finanzielle Situation erneut.
Auch Krankenhausleiterin Doris Sonström blickt mit Sorge auf die kommenden Jahre. Insbesondere 2027 müsse unter nochmals schwierigeren finanziellen Bedingungen gewirtschaftet werden. Als Ursache nennt sie das im Juli 2026 in Kraft getretene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.
Sonström kritisiert die darin vorgesehenen Einsparungen deutlich. Es handele sich um ein reines Spargesetz, das nach ihrer Einschätzung langfristig die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten verschlechtern werde. Die vorgesehenen pauschalen Budgetkürzungen würden nach der „Rasenmäher-Methode“ umgesetzt, ohne gleichzeitig wirksame Möglichkeiten zur Kostensenkung oder zum Bürokratieabbau zu schaffen.
Im Gegenteil: Nach Auffassung der Krankenhausleiterin entstehen durch zusätzliche bürokratische Anforderungen weitere Kosten. Besonders kritisch bewertet sie die geplante Abschaffung der vollständigen Refinanzierung der Pflegekosten über das sogenannte Pflegebudget. Dieses war 2020 eingeführt worden, um die Pflege in den Krankenhäusern finanziell zu stärken. Auch Tarifsteigerungen würden bereits 2026 nicht mehr vollständig ausgeglichen, sondern nur noch zu 50 Prozent berücksichtigt.
Investitionen in die medizinische Versorgung
Ungeachtet der finanziellen Herausforderungen konnte das Kreiskrankenhaus im vergangenen Jahr mehrere wichtige Projekte voranbringen. So wurde ein neuer ambulanter Operationsbereich gebaut, der Anfang 2026 seinen Betrieb aufnahm. Bereits seit Mai 2025 steht zudem ein neues, leistungsstarkes Computertomografiegerät (CT) für die medizinische Diagnostik zur Verfügung.
Abgeschlossen wurde außerdem der Neubau der Station für das Notarzt-Einsatz-Fahrzeug. Neben Investitionen in die medizinische Infrastruktur setzte das Krankenhaus auch auf Angebote zur Gesundheitsförderung seiner Beschäftigten. Dazu gehören das Ernährungsprojekt „Care Kitchen“ und Gesundheitstage, die nach Angaben der Krankenhausleitung auf positive Resonanz stießen.
Das Kreiskrankenhaus verfügt derzeit über 128 Planbetten in den Hauptabteilungen Innere Medizin, Chirurgie und Orthopädie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe. Hinzu kommt eine neue interdisziplinäre Intensivstation mit zehn Betten, von denen drei für die Beatmung von Patienten ausgestattet sind.
Krankenhausleiterin Sonström und Krankenhausausschussvorsitzender Pallasch dankten den Beschäftigten ausdrücklich für ihren täglichen Einsatz. Sie hätten mit ihrem Engagement wesentlich zum positiven Jahresabschluss beigetragen.
Der Gewinn des Jahres 2025 ist damit zwar ein erfreuliches Ergebnis für das kommunale Krankenhaus. Eine grundlegende Verbesserung der wirtschaftlichen Situation lässt sich daraus nach Einschätzung der Verantwortlichen jedoch nicht ableiten. Entscheidend werde sein, wie sich die Krankenhausfinanzierung in den kommenden Jahren entwickelt.

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