Sabine Kahrs

Tick-Tack bis zum Weltuntergang

Die Jugendgruppe De Plattmüüs bringt mit „36.000 Sekunden“ ein Stück über die letzten zehn Stunden vor dem Weltuntergang auf die Bühne. Gezeigt wird die Inszenierung am Montag und Mittwoch, 22. und 24. Juni, in der Großen Scheune auf Gut Sandbeck.
Was tun, wenn die Welt in 36.000 Sekunnen unnergeiht? Das Theaterensemble bringt es auf die Bühne.

Was tun, wenn die Welt in 36.000 Sekunnen unnergeiht? Das Theaterensemble bringt es auf die Bühne.

Bild: Ska

Osterholz-Scharmbeck. „Tick-Tack-Tick-Tack-Tick-Tack“, die Zeit läuft davon. Nur „36.000 Sekunden“, umgerechnet zehn Stunden, bleiben der Menschheit vor dem großen Weltuntergang. In einer Eilmeldung werden alle Menschen darüber informiert. An diesem Schauspiel arbeiten derzeit De Plattmüüs, die Jugendgruppe des Theaters in OHZ TiO – Scharmbecker Speeldeel.

 

Starker Tobak

Der bevorstehende Weltuntergang ist starker Tobak für die Inszenierung auf einer Nachwuchsbühne. Zuschauer werden zum Nachdenken angeregt. Was, wenn das ein wahres Szenario werden würde? Jeder hängt da seinen eigenen Gedanken nach. Die 13 Jugendlichen und jungen Erwachsenen Plattmüüse im Alter von 13 bis 22 Jahren haben den Stoff nach dem gleichnamigen Stück von Julia Gastel, ins Niederdeutsche übersetzt von Edda Hillmann-Quest, seit April erarbeitet. „Am Sonntag, 28. Juni, um 12.30 Uhr treten sie damit beim Jugendtheaterfestival in Neuenburg an“, berichtet der zweite Vorsitzende des TiO, Timon Finke. Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Was machen ein Geschäftsmann, eine Putzfrau, ein Hausmeister, eine Mutter, eine Großmutter, eine brave und eine rebellische Tochter, ein Zocker, ein fleißiger Student, eine Shop-Aholic, eine Nonne, eine schüchterne Büroangestellte und eine Zicket an einem ganz gewöhnlichen Tag? Was, wenn dann plötzlich der Weltuntergang droht? „Keen Scherz!“ „Tick-Tack-Tick-Tack-Tick-Tack.“ Was ist noch wichtig, in den letzten 36.000 Sekunden zu erledigen oder einfach zu erleben?

 

Professionelle Nachwuchsförderung

Die jungen Schauspieler:innen arbeiten am Bühnenbild und seinem bestimmten Farbschema, an Bildern dun an den plattdeutschen Texten und ihrer Aussprache. Nina Arena konnte für die Inszenierung als Theaterpädagogin gewonnen werden. Während der Presseprobe wurde besonders an einer Traumsequenz und deren richtigen Beleuchtung gefeilt. Verschiedene Bewegungsmuster und Bewegungstechniken wurden eingeübt und hier und da eine Prise mehr Drama oder eine große Portion mehr Zugewandtheit von Nina Arena gefordert. Für einen sexuellen Übergriff war bereits eine Lösung gefunden worden, diesen darzustellen.

Bei allen Szenenwechseln oder Umbauten ohne Rampenlicht ertönte stets das mal mehr oder weniger eindringliche gesprochen „Tick-Tack-Tick-Tack-Tick-Tack.“

Mit den Inszenierungen von De Plattmüüs betreibe das TiO Nachwuchsförderung. Professionelle, ausgebildete Theaterpädagogen, die auch bezahlt würden, heben die Qualität, so Timon Finke. Für 2027 werde nach einem neuen Theaterpädagogen gesucht, da Nina Arena wegen anderer Verpflichtungen nicht zur Verfügung steht. Aus den Plattmüüs rekrutiert sich der Nachwuchs für die Erwachsenenbühne im Herbst/Winter.

 

Überraschungen bei der End-of-the-World-Party

Jede Rolle erfüllt sich einen anderen Wunsch für die letzten Sekunden. Sich befreien, sich versöhnen, sich outen und einmal im Leben küssen, feiern, mutig sein, bim Zochen ein bestimmtes Level erreichen und ein digitales Erbe hinterlassen, ein Date haben, eine megageile Tasche mit Weltuntergangsrabatt erstehen, eine End-of-the-World-Party organisieren und alle einladen.

„Wenn an‘ Enn doch allens verlaren is“, ist es nicht mehr wichtig, für den Chef einen Bericht zu schreiben oder Akten zu suchen Sinnlos noch für das Studium zu lernen.

Das Schauspiel „36.000 Sekunden“ ist ein spannendes Stück, das viele Überraschungen parat hält. Zehn Stunden der Wahrheit, der Möglichkeiten, sich noch Wünsche erfüllen, enden in einer Überraschung. Wer das erleben möchte und neugierig geworden ist, kann das fertige Schauspiel des Nachwuchses am Montag und Mittwoch, 22. und 24. Juni, jeweils um 19.30 Uhr auf der Bühne der großen Scheuen Gut Sandbecks erleben. Der Eintritt ist frei.


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