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THW offiziell unter neuer Führung

Oliver Chomse wurde offiziell in das Amt des THW-Ortsbeauftragten eingeführt.

Eine Feierstunde mit vielen Grußworten und Glückwünschen für Oliver Chomse (links). Der THW-Landesbeauftragte Jörg Eger nahm die offizielle Ernennung vor.

Eine Feierstunde mit vielen Grußworten und Glückwünschen für Oliver Chomse (links). Der THW-Landesbeauftragte Jörg Eger nahm die offizielle Ernennung vor.

Bild: Ek

Osterholz-Scharmbeck. In der THW-Halle am Binnenfeld begrüßte der Zugführer des Ortsverbandes Osterholz-Scharmbeck Dirk Winter die Gäste aus Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, aus den Reihen der befreundeten Hilfsorganisationen, Politik und Verwaltung zu einem besonderen Tag: Der Tag, an dem der neue Ortsbeauftragte des THW-Ortsverbandes, Oliver Chomse, feierlich in sein Amt eingeführt werden sollte.

Bernd Schumacher nahm gern die fünf Minuten seiner Rede in Anspruch, um ein wichtiges Kapitel in seinem Leben als Ortsbeauftragter bis 2021 abzuschließen. Er blickte auf die drei Schwerpunkte in seiner damaligen Amtsantrittsrede zurück: „2011 wurde der Wehrdienst ausgesetzt, der Ersatzdienst sukzessive auf sechs Monate auf null reduziert. Viele verließen in dieser Zeit das THW.“

Es habe lange gedauert, aber häppchenweise seien über die Jahre wieder mehr Helferinnen und Helfer dazugekommen. „Das hat mich gefreut.“ Der Umgang wurde mit freiwilligen statt verpflichteten Helfern ein deutlich anderer – „immer mehr Damen erforderten eine andere Führung“. Ein weiterer Punkt von damals sei die Verbesserung der Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen vor Ort. „Die war insbesondere vor meinem Dienstantritt sehr schlecht, gerade mit der Feuerwehr echt grottig“, sagte Schumacher. Gute Gespräche, persönliche Kontakte und ein anderes Vorgehen konnten eine gute Basis mit gemeinsamen Ausbildungen und Übungen bilden. „Mann, war ich stolz, als die Feuerwehr uns zu den ersten Einsätzen dazurief.“ Der dritte Punkt, die Verbesserung der Kameradschaft, hakte er glücklich als erledigt ab.

 

„Es war mir eine Ehre“

Kai Murken, der 2024 den Posten des Ortsbeauftragten übernommen hatte, übergab an Chomse ein Amt das „schön und anspruchsvoll ist und eine gewisse Leidensfähigkeit voraussetzt“. Als Schirrmeister hatte schließlich Murken selbst den neuen Ortsbeauftragten Chomse damals zum THW geholt. Seit 25 Jahren sei Murken immer irgendwie im Führungsspektrum unterwegs gewesen, sagte er. Doch berufliche und familiäre Neuorientierungen ließen das Zeitfenster für die Aufgaben des Ortsbeauftragten im THW zu klein werden. „Die Aufgabe des THW ist nicht kleiner geworden.“

Für den geplanten Neubau des Ortsverbandes habe man gegen erhebliche Widerstände gekämpft: „Eine gute Unterkunft, gutes Material und eine gute Ausbildung als Rahmenbedingung für Ehrenamtliche, die Verantwortung übernehmen und im Einsatz notfalls ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, sind Pflicht. Das galt immer für mich.“ Seine Tür werde für die Unterstützung offen bleiben. „Es war mir eine Ehre.“

 

„Positiv bekloppt“ muss man sein

Der Landesbeauftragte des THW für Bremen und Niedersachsen Jörg Eger, der die offizielle Amtseinführung übernahm, zitierte einen Kollegen, dass man schon positiv bekloppt sein müsse, eine solche Aufgabe in der heutigen Zeit zu übernehmen. „Führungspersönlichkeiten müssen es immer wieder schaffen die anderen zu motivieren, sich auf die eigentliche Aufgabe einer Zivilschutzbehörde des Bundes, die der THW ist, vorzubereiten“, sagte Eger. „Die von den Menschen verursachten Katastrophen, dazu gehören Kriege wie der in der Ukraine, bedeuten besonders große Herausforderungen für das THW, aber gleichermaßen haben wir Extremwetterereignisse, die das Aufgabenfeld des THW prägen.“

Als Bundesbehörde habe man nun die große Aufgabe, den Auftrag der Bundespolitik umzusetzen, „denn auf diese großen Handlungsfelder hat der Deutsche Bundestag reagiert und hat das THW gleichermaßen wie die Bundeswehr in die so genannte Bereichsausnahme übernommen.“ Das bedeute, dass der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages für 200 Ortsverbände, darunter Osterholz-Scharmbeck, insgesamt drei Milliarden Euro zur Erneuerung der Liegenschaften zur Verfügung stelle. So werde der Neubau wohl in die Chomse-Vorstandszeit fallen, der Wunsch nach einer weiteren Einheit sei noch im Gespräch. „Ich bleibe am Thema dran“, versprach Eger. Damit vertraute er Oliver Chomse das höchste Gut des THW an: die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden, die ihn zuvor per Votum zum neuen Ortsbeauftragten bestimmt hatten.

Oliver Chomses ernstes Gesicht täuschte, denn er begann seine Rede mit einem „Höret!“ und einem offensichtlich falschen Text. „Spaß muss sein“, sagte er und bedankte sich für eine Position, die ihm Spaß mache. Seine Frau Claudia wurde explizit mit ihrem mahnenden Satz erwähnt, dass er das zu 100 Prozent zu machen habe oder gar nicht. „Danke für deine Unterstützung, deine Geduld und deinen Glauben an mich“, sagte er, der als neuer Dienststellenleiter zunächst zugehört habe. Denn ein Ortsbeauftragter könne ohne ein starkes Team an seiner Seite nichts erreichen. Besonderen Fokus werde er weiterhin auf die bereits starke Jugendarbeit des THW Osterholz-Scharmbeck legen. So werde die Grundidee, dass die Leute vom THW-Ortsverband Osterholz-Scharmbeck ein wichtiger Baustein in der Gefahrenabwehr seien, in die Zukunft getragen.


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