Wer folgt auf das Rebhuhn?
Wer folgt auf das Rebhuhn? Noch bis Donnerstag, 15. Oktober, können Menschen in ganz Deutschland darüber abstimmen, welcher Vogel den Titel „Vogel des Jahres 2027“ tragen soll. Zur Wahl stehen Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel.
Der NABU Niedersachsen verbindet die Abstimmung mit einem Appell zum Schutz der Lebensräume heimischer Vogelarten. „Die fünf Kandidaten könnten unterschiedlicher kaum sein. Genau das macht die Wahl so spannend“, sagt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. Ob Zugvogel, Gebäudebrüter oder Bewohner von Feuchtgebieten und Fließgewässern: Alle seien darauf angewiesen, dass ihre Lebens- und Bruträume erhalten blieben.
Fünf Vögel stehen zur Wahl
Der Kolkrabe tritt unter dem Motto „Schwarze Federn, helles Köpfchen!“ an und soll als intelligenter und sozialer Vogel auf sich aufmerksam machen. Der Kranich wirbt mit „Allzeit nasse Füße!“ für den Erhalt von Feuchtgebieten.
Die gefährdete Mehlschwalbe steht unter dem Motto „Auf gute Nachbarschaft!“ für mehr Rücksicht auf Gebäudebrüter und den Schutz von Insekten. Auch der gefährdete Trauerschnäpper leidet nach Angaben des NABU unter dem Rückgang von Insekten und den Folgen des Klimawandels. Sein Motto lautet „Mach Tempo fürs Klima!“. Die Wasseramsel wiederum ist Deutschlands einziger tauchender Singvogel. Mit „Klarer Bach, klarer Fall!“ wirbt sie für naturnahe und saubere Fließgewässer.
Lebensräume unter Druck
Der NABU weist anlässlich der Wahl darauf hin, dass Insektenrückgang, Klimawandel, intensive Landnutzung und der Verlust von Brutplätzen zahlreiche Vogelarten unter Druck setzen. Als aktuelles Beispiel aus Niedersachsen nennt der Verband den Voslapper Groden Nord in Wilhelmshaven. In dem Natur- und EU-Vogelschutzgebiet soll Energieimportinfrastruktur entstehen. Ein Eilantrag von NABU, Deutscher Umwelthilfe und BUND hat die weitere Umsetzung des dafür notwendigen Bebauungsplans zunächst gestoppt.
„Wir können unsere Vogelwelt nicht feiern und gleichzeitig ihre wertvollsten Rückzugsräume zur Disposition stellen“, erklärt Neffati.
Die öffentliche Wahl läuft bis 15. Oktober, 11 Uhr. Noch am selben Tag soll der Gewinner bekannt gegeben werden. Seit 2021 wird der Vogel des Jahres durch eine öffentliche Abstimmung bestimmt. Abgestimmt werden kann unter vogeldesjahres.de.

Prädikat „familienfreundlich“

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