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Sucht gefährdet Kinder

Osterholz-Scharmbeck (pvio). In der Woche vom 13. bis zum 19. Februar findet die internationale Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt. Daran teil nimmt auch die die Fachstelle Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes des ev.-luth. Kirchenkreises.
In Deutschland wachsen ca. drei Millionen Kinder und Jugendliche mit einem suchtkranken Elternteil auf. Bild: Adobestock/africa studio

In Deutschland wachsen ca. drei Millionen Kinder und Jugendliche mit einem suchtkranken Elternteil auf. Bild: Adobestock/africa studio

Wenn ein Elternteil in einer Familie krank ist, belastet das alle Beteiligten, weil die Erwachsenen möglicherweise nicht mehr in der Lage sind, ihrer Rolle als Fürsorger, Begleiter und Erzieher angemessen nachzukommen. Bei zeitlich begrenzten Erkrankungen wie etwa einem Beinbruch kann das Familiensystem und die Umgebung die schwierige Zeit meist gut überbrücken. Anders verhält sich das bei Suchterkrankungen und seelischen Erkrankun-gen, die oft aus Scham nicht offen benannt werden. Die Umgebung reagiert dann häufig mit Unsicherheit und Gefühlen zwischen Wut, Ohnmacht und Unverständnis. Kinder wach-sen mit einem Geheimnis auf oder - schlimmer- dem diffusen Gefühl, dass mit ihnen oder ihrer Familie etwas nicht stimmt.
In Deutschland wachsen ca. drei Millionen Kinder und Jugendliche mit einem suchtkranken Eltern-teil auf. Die häufigste Suchterkrankung stellt dabei die Alkoholabhängigkeit eines oder bei-der Elternteile dar. Jedes sechste Kind lebt zumindest zeitweilig in einer alkoholbelasteten Familie.
Wie sehr die Entwicklung von Kindern von suchterkrankten Eltern beeinflusst wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Die Fachstelle Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes des ev.-luth. Kirchenkreis Osterholz- Scharmbeck mit Hilfe verschiedener Kooperationspartner möchte darauf aufmerksam machen, was in solchen Fällen helfen kann.
„Viel zu lange wurden die Kinder aus Familien mit Suchtzusammenhängen vergessen. Viel zu lange fielen sie durch das Raster der Aufmerksamkeit von Hilfesystemen. Mit unseren Angeboten und mit der Beteiligung an der COA-Aktionswoche wollen wir das zumindest ein kleines bisschen ändern“, so die Pädagogin der Fachstelle Magdalena Windey.
 
Das hiesige Angebot
 
In Kooperation mit der Stadtbibliothek Osterholz-Scharmbeck veranstaltet die Fachstelle einen Büchertisch in den Räumlichkeiten der Bücherei. Dort können die Bücher angesehen, besprochen und/oder ausgeliehen werden.
Des Weiteren jält auch die Fachstelle eine Bücherkiste zum Anschauen, Besprechen und/oder Ausleihen für Betroffene, Interessierte und Fachpersonen bereit.
Hierbei handelt sich zum einen um Kinderbücher, die sich auf sensible Weise dem Thema be-hutsam nähern, damit Kinder die Suchterkrankung einerseits besser verstehen und ande-rerseits einsehen können, dass sie keine Schuld am elterlichen Verhalten tragen. Zum anderen sind es Jugendromane, aber auch Fachliteratur und Arbeitshilfen.
Neben Informationen bietet die Fachstelle auch Kurz-Fortbildungen für Erzieher:nnen, Lehrer:nnen und andere pädagogisch arbeitende Menschen an, um unter anderem diese Bücher im pädagogischen Alltag einzusetzen. In der Fortbildung werden Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit den Kindern und ihren Bezugspersonen beleuchtet und gemeinsam Lösungen entwickelt. Neben einem Grundwissen zum Thema Sucht werden besonders die Rollen der Kinder, deren Ressourcen und Bedürfnisse näher betrachtet und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Darüber hinaus wird es in diesem Jahr wird es eine Fortbildung für Lehrer an verschiedenen Schulen im Landkreis zum Thema „FASD (Fetales Alkoholsyndrom). Entstehung und Auswirkung im Gruppen- und Schulsetting“ geben.
Auch verweist die Fachstelle auf das bereits laufende Projekt „Kidstime“, in dessen Rahmen monatlich eine Veranstaltung für Familien mit Sucht- und/oder psychischer Belastung oder Erkrankung stattfindet.


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