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Stiller Abschied nach über 40 Dienstjahren

Osterholz-Scharmbeck (lse). Der Leiter des Rettungsdienstes im DRK-Kreisverband Osterholz e.V., Volker Leopold (63), geht in den Ruhestand. Dem DRK wird er aber nicht gänzlich den Rücken kehren.

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Konkrete Pläne für die Zukunft hat der (Noch)-Rettungsdienst-Chef Volker Leopold, der zum 1. Dezember in Rente geht, noch nicht. Foto:lse

Konkrete Pläne für die Zukunft hat der (Noch)-Rettungsdienst-Chef Volker Leopold, der zum 1. Dezember in Rente geht, noch nicht. Foto:lse

Foto: Patrick Viol

Als Volker Leopold im Februar 1979 seinen neuen Dienst beim DRK in Osterholz-Scharmbeck antrat, hatte der Landkreis kurz zuvor Katastrophenalarm ausgelöst. Ungewöhnlich starke Schneefälle legten das öffentliche Leben lahm. Die Bundeswehr stellte mit Kettenfahrzeugen die Versorgung sicher. 41 Jahre später geht Leopold in Rente, mitten in der Corona-Pandemie. Ein Virus ist der Grund, dass der DRK-Rettungsdienstleiter einen stillen Abschied nehmen muss.
„Pech gehabt“, sagt Volker Leopold lapidar. „Das habe ich mir ja nicht ausgesucht.“ Vielleicht ergibt sich im nächsten Jahr die Möglichkeit, meinen Ausstand zu feiern“, hofft Leopold.
 
Mit Herz im Rettungsdienst
 
1975 trat der gebürtige Ritterhuder als ehrenamtliches Mitglied in die Bereitschaft der DRK-Ortsgruppe seines Heimatortes ein. Hier wurde er zum Sanitäter ausgebildet und übernahm fortan an den Wochenenden und im Urlaub ehrenamtlich regelmäßig Schichten auf dem Rettungswagen.
Eigentlich wollte der gelernte Einzel- und Außenhandelskaufmann hier 1978 hauptamtlich in der neuen Leitstelle anfangen. Fast zeitgleich bot ihn aber der DRK-Kreisverband Osterholz e.V. die Stelle als Rettungsdienstleiter an. „Die Ausbildung, um in der Leitstelle arbeiten zu können, hatte ich bereits absolviert“, erinnert sich Volker Leopold. „Aber die beruflichen Möglichkeiten, die ich als Leiter des Rettungsdienstes haben würde, reizten mich noch mehr.“
 
Das Vermächtnis
 
Zu den beruflichen Meilensteinen Volker Leopolds gehören der Bau der Rettungswachen in Schwanewede und Hambergen in den 1980er-Jahren, die Etablierung eines modernen Notarztsystems 1994 und die fortlaufende Qualifizierung seiner Rettungsdienst-Mitarbeiter. „In den Anfangsjahren suchten wir Rettungssanitäter mit 520-Stunden-Ausbildung, um unsere Fahrzeuge adäquat zu besetzen“, erinnert sich Leopold.
Als der Bund 2014 beschloss, dass künftig Notfallsanitäter erforderlich sein sollten, um Notfallpatienten versorgen zu dürfen, „haben wir sofort beschlossen, die neue, sehr umfangreiche Ausbildung künftiger Notfallsanitäter anzubieten“, erzählt Leopold. Bis heute haben schon acht junge Notfallsanitäter und -sanitäterinnen beim DRK-Kreisverband Osterholz e.V. ihre Berufsausbildung absolviert.
 
Anstrengende Jahre
 
Viel Kraft haben Volker Leopold die Jahre abgefordert, als er zusätzlich zum Rettungsdienstleiter die Aufgaben des Kreisgeschäftsführers übernahm. 1999 erkrankte sein Vorgänger auf diesem Posten plötzlich. Das DRK-Präsidium bat daraufhin Volker Leopold und Angelika Krause, die Geschicke des Verbandes in ihre Hände zu nehmen. Das Duo teilte die Aufgaben unter sich auf und manövrierte den Kreisverband durch schwierige Zeiten. 2014 ging Angelika Krause in Rente. Leopold konnte und wollte die vielfältigen Aufgaben nicht allein
übernehmen, sodass ihn 2017 Patrick Grotheer als neuer Kreisgeschäftsführer ablöste.
 
Die letzten Projekte
 
„Ich bin sehr froh, dass ich mich in den letzten Jahren wieder vollständig auf den Rettungsdienst konzentrieren konnte“, sagt Volker Leopold. „Dadurch war es mir möglich, Projekte anzustoßen, die in den nächsten Jahren nach meinem Ausscheiden umgesetzt werden können.“ Unter anderem gehören dazu der Neubau der DRK-Kreisgeschäftsstelle samt Rettungswache an der Bördestraße in Osterholz, die Erweiterung der Rettungswache in Hambergen und der Neubau einer Notarzt-Station am Kreiskrankenhaus.
 
Die Zukunft
 
Konkrete Pläne für die Zukunft hat der (Noch)-Rettungsdienst-Chef nicht. Künftig wird der begeisterte Fußballer und Radfahrer mehr Zeit für seine Hobbys haben. Zusammen mit seiner Ehefrau könnte man Volker Leopold demnächst auch häufiger auf Amrum, Texel oder an der Ostseeküste in Kühlungsborn treffen, wo das Paar immer schon gerne ihre Urlaube verbracht hat. Aus Reihen des DRK wurde schon die Frage an ihn herangetragen, ob er nicht ehrenamtlich in der Schnell-Einsatz-Gruppe mitarbeiten möchte. „Das kann ich mir durchaus vorstellen“, verrät der neue Rentner. Ganz ohne Rotes Kreuz und Blaulicht geht es also wahrscheinlich auch im nächsten Lebensabschnitt nicht.
 


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