Seitenlogo
eb

Starke Bäcker führt Pfandbecher ein

Landkreis. Die Bäckerei Starke Bäcker verbannt alle ToGo-Einwegbecher aus ihrem Sortiment und führt dafür ein Pfandsystem ein.
Starke Bäcker führt Pfandbecher ein: Heißgetränke gibt es in den Filialen ab sofort nicht mehr in Einwegbechern.  Foto: eb

Starke Bäcker führt Pfandbecher ein: Heißgetränke gibt es in den Filialen ab sofort nicht mehr in Einwegbechern. Foto: eb

Im Februar hat Starke Bäcker ein Pfandbecher-System in seinen Bäckereien eingeführt und nimmt damit als einer der ersten Bäcker deutschlandweit konsequent die Einweg-Becher aus dem Programm. Bei dem Pfandbecher handelt es sich um einen klassischen Trinkbecher aus Kunststoff.
Der Becher wird in Deutschland produziert und ist BPA-frei, also frei von Weichmachern. Das Handling ist denkbar einfach und im Prinzip entspricht es dem Pfandsystem, wie es bei Softdrinks oder Bieren üblich ist. Der Kunde, der sein Heißgetränk mitnehmen möchte, bezahlt 25 Cent und bekommt diesen Pfand wieder, sobald er den Becher in einer Starke Bäcker-Filiale wieder abgibt. Die Trinkdeckel gibt es optional dazu; sie bestehen aus recycelbarer Pappe. Nach Abgabe der Pfandbecher werden diese professionell gereinigt und gehen dann wieder in den Verkauf. Die Becher sind für etwa 500 Zyklen ausgelegt und sorgen somit für eine Reduzierung von Abfall.
 
Einweglösungen überzeugten nicht
 
„Wir haben uns intensiv mit dem Thema beschäftigt und viele Alternativen zum ToGo-Becher getestet.“, berichtet Marc Runge, Marketingleiter von Starke Bäcker. „Darunter gab es auch viele kompostierbare Einweglösungen, doch die haben uns allesamt nicht überzeugt, denn Wegwerfen ist nach unserem Verständnis nicht die Lösung, um Müllberge zu minimieren.“ Die Einführung der Pfandbecher sei bisher sehr gut angelaufen und stoße auf positive Resonanz beim Kunden. „Der Pfand in Höhe von 25 Cent ist seit Jahren etabliert und wir haben das nun auf die Heißgetränke ausgeweitet“, sagt Runge, der sich vorstellen kann, dass auch andere Bäckereien und Food-Ketten dem Beispiel folgen und im Sinne der Umwelt eigene Pfandsysteme einführen.
 
Refill-Angebote werden kaum genutzt
 
Viele Unternehmen setzen auf die Eigenverantwortung der Kunden und bieten zum Beispiel hochwertige Mehrwegbecher zum Kauf an, die der Kunde nach Gebrauch selber säubern muss und sich danach neu befüllen lassen kann. Hier werden sogar monetäre Anreize geschaffen, sogenannte Refill-Angebote, bei denen der Kunde, der sein eigenes Trinkgefäß mitbringt einen Rabatt auf die Heißgetränke erhält. „Solche Angebote werden von sehr vielen Menschen gefeiert und die Resonanz in sozialen Netzwerken ist überwältigend. Nur leider spiegelt sich das nicht ansatzweise in der Realität wider. Weniger als ein Prozent der ToGo-Kunden haben unser Refill-Angebot genutzt.“, beleuchtet Marc Runge weitere Beweggründe für die Entscheidung des Pfandsystems.


UNTERNEHMEN DER REGION