

Osterholz-Scharmbeck. Wenn Städte sich verändern, geschieht das oft hinter Bauzäunen. Am kommenden Samstag wird daraus ein öffentlicher Moment: Der Tag der Städtebauförderung 2026 macht sichtbar, was sonst im Verborgenen wächst. Rund 600 Kommunen beteiligen sich bundesweit – Osterholz-Scharmbeck lädt dazu ein, die Projekte im Förderprogramm „Lebendige Zentren“ vor Ort zu entdecken.
Vier Stationen, ein Weg durch die Innenstadt
Den Auftakt bildet um 10 Uhr die Einweihung des Fritz-Stagge-Ecks (Marktstraße 13). Bis 10.30 Uhr wird dort eine Bronzetafel in Form einer Schallplatte in den Boden eingelassen – ein Verweis auf das musikalische Erbe von Fritz Stagge, der mit seinen „Plattenabenden“ ab 1964 die erste Diskothek der Region etablierte. Bürgermeister Torsten Rohde und die Bürgerinitiative laden alle Bürger:innen ein, vorbeizukommen. Die Tafel ist zugleich das erste Projekt aus dem Innenstadtfonds, mit dem kleinere Vorhaben gezielt gefördert werden.
Weiter geht es ab 10.45 Uhr am Brigitte-Escherhausen-Platz (Kirchenstraße 11–15). Bis 12.30 Uhr wird die neugestaltete Anlage offiziell eröffnet – ein grüner Quartiersplatz mit Wasserspiel und Aufenthaltsflächen. Er trägt den Namen der früheren Bürgermeisterin Brigitte Escherhausen, die von 1990 bis 2001 an der Spitze der Stadt stand und sich besonders in der Seniorenarbeit engagierte. Der Platz, bereits 2023 umbenannt, erhält nun sein neues Gesicht.
Parallel dazu richtet sich der Blick ab 12 Uhr in den Stadtpark (Eingang Lindenstraße). Bis 12.45 Uhr zeigt eine Ausstellung Drohnenaufnahmen der Bauarbeiten zur barrierefreien Umgestaltung. Diese begannen im Mai 2025. Der Hauptweg als wichtige Verbindung zwischen Innenstadt und Wohnbereichen wird neu gedacht: geschwungene Wege, Aufenthaltsorte und bepflanzte Flächen. Die Dokumentation macht sichtbar, welche planerischen und topografischen Herausforderungen hinter der Neugestaltung stehen.
Den Abschluss bildet um 13 Uhr ein Rundgang am Scharmbecker Bach (Treffpunkt: Brücke am Marktplatz, bis 14 Uhr). Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro Siegerbüro Schramm + Partner Landschaftsarchitekten erläutert die Stadt die geplanten Veränderungen: neue Wasserflächen näher am Marktplatz, mehr Grün und bessere Wegebeziehungen. Das Projekt folgt einem 2024 entwickelten Gesamtkonzept und setzt auf Klimaanpassung, Biodiversität und stärkere Verknüpfung von Stadtpark und Zentrum. Markierungen vor Ort zeigen, wo künftig Wasser, Bäume und Wege verlaufen sollen – anschließend führt der Weg weiter zum Bachpfad und ins geplante „Bachrefugium“.
Vier Termine ergeben ein Gesamtbild: Stadtentwicklung wird als fortlaufender Prozess verstanden, der nicht nur baulich gestaltet, sondern auch vermittelt werden muss. Der Samstag, 9. Mai, bildet dafür den Rahmen. Die Veranstaltungen sind offen und zugänglich angelegt und laden dazu ein, Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und die Entwicklung der Stadt als gemeinsame Aufgabe zu begreifen.




