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Seniorenbeirat fordert besseres Konzept für Pflegeeinrichtungen

Osterholz-Scharmbeck (jm). Der Seniorenbeirat fordert regelmäßige Corona-Tests in Pflegeeinrichtungen. In einem Brief an den Landrat formutliert der Beirat zudem ein anderes Besucherkonzept.

Bild: Kzenon

Osterholz-Scharmbeck (jm). Bislang sind die Senioren- und Pflegeheime in der Kreisstadt von einem Ausbruch des Coronavirus verschont geblieben (Stand 29. April). Die Angst vor dem Virus ist hier besonders groß und lastet auch auf den Schultern der Mitarbeiter*innen. Der Seniorenbeirat der Stadt fordert deshalb in einem Brief an Landrat Bernd Lütjen unter anderem regelmäßige Corona-Tests in den Einrichtungen.

„Diese Einrichtungen sind die wahren Brennpunkte der Pandemie, denn die Alten und oftmals Kranken haben dem Virus wenig entgegenzusetzen“, heißt es in dem Schreiben, dass der Seniorenbeirat Anfang der Woche an den Landrat schickte. Fast ein Drittel der gesamten Corona-Todesfälle in Deutschland seien in den Alten- und Pflegeheimen zu beklagen.
Kontaktverbot belastet
„Dies hat der Seniorenbeirat der Stadt zum Anlass genommen, in einigen Heimen nachzufragen“, berichtet der Vorsitzende Manfred Weidenbach. „Zum Glück sind zurzeit keine Infektionen bekannt. Alle klagen jedoch, dass nicht ausreichend Schutzkleidung vorhanden ist, und fürchten den ersten Fall“, sagt Weidenbach. Getestet würden aktuell weder Mitarbeiter*innen noch Bewohner*innen. „Die Kontaktverbote werden eingehalten“, sagt Weidenbach, gibt aber zu bedenken, dass die Bewohner darunten leiden. „Strenge Kontaktverbote bedeuten, dass viele alte Menschen gerade alleine sterben müssen.“
Regelmäßige Tests und Besucherkonzept
Die Ungewissheit, ob man möglicherweise selbst infiziert sei und die Bewohner*innen gefährde, sei auch für die Mitarbeiter*innen eine große Belastung. Um ihnen mehr Sicherheit zu geben, bittet der Seniorenbeirat die Kreisverwaltung, regelmäßige Tests in den Altenpflegeeinrichtungen durchzuführen - nicht nur für das Personal. „Demenzkranke können das Distanzgebot nicht erfassen und einhalten“, sagt Manfred Weidenbach, Tests seien deshalb unerlässlich.
Darüber hinaus wünscht sich der Beirat, dass den Heimen ausreichend Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt wird und, dass der Kontakt zu Besucher*innen durch geeignete Maßnahmen ermöglicht wird. „Diese Maßnahmen würden den Mitareitern Sicherheit geben und den Bewohnern das Vertrauen, dass sie ihren Lebensabend in Ruhe und Würde verbringen können“, heißt es abschließend in dem Schreiben.


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