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Podcast: „Krebs! Was nun?“

Der Oldendorfer Nils Glaubke ist mit 39 Jahren an Krebs erkrankt. In seinem neuen Podcast teilt er seine bisherigen Erfahrungen mit der Krankheit.

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Jeden zweiten Dienstag erscheint eine neue Folge „Krebs! Was nun?“ auf allen bekannten Streamingdiensten.

Jeden zweiten Dienstag erscheint eine neue Folge „Krebs! Was nun?“ auf allen bekannten Streamingdiensten.

Holste. Alles beginnt mit unerträglichen Rückenschmerzen im Mai 2022. Nach unzähligen Arztbesuchen dann die erschreckende Diagnose – Lungenkrebs, mit gerade einmal 39 Jahren. Dass diese Nachricht aber noch lange nicht das Ende bedeuten muss, zeigt Oldendorfer Nils Glaubke in seinem Podcast „Krebs! Was nun?“, indem der Betroffene - gemeinsam mit Freundin Sara Büther - seine ganz persönliche Geschichte erzählt, aber vor allem Betroffenen sowie Angehörigen Mut macht.

Entstanden ist die Idee zum Projekt durch einen Freund, der Nils immer wieder aufs Neue dazu ermutigt, von seinen prägenden Erfahrungen zu berichten. Auch die Frage danach, wie man die Hiobsbotschaft der eigenen Mutter möglichst behutsam überbringt, überzeugt Glaubke schließlich davon, eine erste Aufnahme zu wagen. So entstehen zunächst drei Folgen, in denen der 40-Jährige – moderiert von seiner Freundin – die vergangenen Monate Revue passieren lässt.

 

Erste Folgen stoßen auf großes Interesse

 

„Um das Ganze einigermaßen professionell umsetzen, habe ich auf unserem Dachboden ein kleines Aufnahmestudio eingerichtet.“, erzählt Nils. Neben zwei hochwertigen Mikrofonen, zählt auch ein Decoder, der die Tonspuren aus den Mikros auf einen Computer überträgt, zum Equipment. Zunächst habe er Angst gehabt, dass bei einer gemeinsamen Aufnahme mit seiner Freundin, zu viele traurige Erinnerungen wachgerüttelt werden, sagt der Oldendorfer. Mittlerweile zählt diese Natürlichkeit jedoch zu den Stärken, die den noch jungen Podcast auszeichnen - Sara gelingt es die Erinnerungslücken zu füllen, an die sich Nils teilweise nur noch bruchstückhaft erinnert.

Mit den bisher veröffentlichten sieben Episoden erreichen die beiden schon jetzt über 600 StammhörerInnen – ganze 3.500-mal wurden die Folgen bereits heruntergeladen. Bei der Aufnahme einzelner Episoden orientieren sich Glaubke und Büther an einem groben Skript, die meisten der Gedanken entstehen jedoch aus dem Gespräch. „Auch wenn wir Gäste zu uns einladen, überlegen wir uns vorab nur ein paar Fragen, um in die Unterhaltung einzusteigen“, ergänzt der Betreiber des Podcast. Am zahlreichen Feedback erkenne er, dass sich nicht allein Krebskranke für seinen Weg interessieren. „Meist übertragen die Zuhörer:innen meine Geschichte auf ihre ganz persönlichen Lebenssituationen“, erklärt Nils weiter, sodass die zwei Podcastproduzentinnen auch Personen mit anderen physischen oder psychischen Erkrankungen erreichen.

 

„Menschen erzählen von ihrem Schicksal“

 

Die restliche Arbeit hat sich das junge Paar untereinander aufgeteilt. „Sara kümmert sich um unseren Instagramkanal krebs_was_nun_podcast, auf dem wir neben aktuellen Updates zu kommenden Folgen, immer auch weitere hilfreiche Informationen posten“, berichtet Glaubke. Er selbst kümmere sich um die Bearbeitung und den Schnitt der aufgenommenen Episoden, was häufig bis zu drei Stunden in Anspruch nehme – in der Regel kürze man dabei die circa einstündigen Aufnahmen auf 45 Minuten Podcast. Diesen findet man dann bei bekannten Streamingdiensten wie Apple Podcasts, Spotify, Deezer oder YouTube.

Auch auf die Zuschriften der aktiven HörerInnen antwortet der Podcaster stets persönlich. „Häufig erreichen mich Mails, in denen mir Menschen von ihren ganz privaten Schicksalen erzählen.“ Gerade deshalb sei es ihm wichtig, sich für jede Nachricht ausreichend Zeit zu nehmen, so der 40-Jährige. Mit seinen Antworten wolle er jedoch keine Wege vorzeichnen, sondern lediglich Empfehlungen geben, Alternativen eröffnen, Mut machen. Ein Motto, dem auch Nils und seine Freundin selbst folgen. Immer wieder animiert das junge Paar dazu, verschiedene Heilungswege anzuschauen, Informationen zu sammeln und in den Austausch mit anderen zu treten – auch schon vor einer Diagnose.

 

Jeden zweiten Dienstag eine neues Folge

 

„Wenn wir es durch unsere Worte nur bei einem einzigen Menschen schaffen, dass aus einem verbleibenden Jahr doch drei werden, haben wir alles erreicht“, so Glaubke weiter. Ein Gedanke, der die beiden Podcaster:innen dazu antreibt, immer wieder neue Episoden zu produzieren. Die 14-tägige Fortsetzung des Formats ist zunächst bis Ende des Jahres geplant. Jeden zweiten Dienstag warten dabei nicht nur Folgen zu Themen wie bewusster Ernährung auf die Hörer:innen, sondern auch Interviews mit Ärztinnen und Erfahrungsberichte von Krebsüberlebenden aus dem Bekanntenkreis des 40-Jährigen.

„Dass der Weg nach einer solchen Diagnose garantiert nicht einfach ist, erlebe ich selbst täglich“, bemerkt Podcaster Nils abschließend. Die Krankheit sei wie ein Pendel, was jederzeit in alle Richtungen ausschlagen könne. „Ziel sollte es aber sein, dieses Pendel niemals zu weit in die negative Richtung schwingen zu lassen“, findet er. Nils selbst möchte anderen Betroffenen genau dabei helfen und mit „Krebs! Was nun?“ auch in kommenden Folgen zum Umdenken anregen und weiter dazu ermutigen, Wege im Umgang mit dem Krebs zu finden.


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