Joerg Monsees

Originales Klangbild von 1731 -  Harald Vogel schwärmte von Bielfeldt-Orgel vorm Loccumer Kreis

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Osterholz-Scharmbeck (ek). Vor gut 30 Zuhörern war Harald Vogel für den Loccumer Kreis in seinem Element: Er sprach, nein, er schwärmte für die hiesige Orgel, dem Weltkulturerbe, dem wohl bedeutendsten Klangdokument der Region, wohl ganz Norddeutschlands.
„Was Sie hier hören, ist ein völlig originales Klangbild, nur mit mehr Klangfarbe“, sagte er begeistert. Erbaut im Jahre 1731 von Erasmus Bielfeldt, der zu der Zeit in Stade und Bremen als Orgelbauer wirkte, ist diese Orgel noch fast vollständig im Original erhalten. „1917 fielen einige Zinnpfeifen der Sammlung von Kriegsmaterial zum Opfer. Die meisten Pfeifen sind aus sehr bleilastigen Legierungen – nicht mehr so interessant als Kriegsmaterial.“ 75 Prozent der Barock-Orgel in der St.-Willehadi-Kirche seien also noch im Original. Im achten Jahrhundert trat die Orgel ihren Siegeszug in Deutschland an. Mitgebracht aus Byzanz, wo die Orgel bereits zum Hofe lange gehörte, setzte sie König Pippin sofort ein als Zeichen diplomatischer Anerkennung und ließ sie in der Pfalz-Kirche spielen. „So kam die Orgel durch die Hintertür in die Kirche.“ Zunächst wurde sie als Signalstimme beim Militär eingesetzt, bald gab sie das Signal in den Arenen zu den blutigen Spielen. Auch die Christenverfolgung fand einen Einsatz für die Orgel. „Doch in der Kirche stellte man den fantastischen nachhalligen Klang in den gewölbten Kirchenräumen fest. So spielte die Orgel zunächst in Königskirchen, dann weiter in den Klosterkirchen, von den Königen erbaut. So ist die Orgel zum Kircheninstrument geworden – wirklich erstaunlich“, fand Harald Vogel. Der studierte Kirchenmusiker ging auch näher auf die Stücke ein, die die Kirchenmusikerin der Gemeinde St. Willehadi Carolin Schneider-Kuhn auf der Bielfeldt-Orgel spielte, und konnte auch hier sehr Wissenswertes erzählen. Doch dann schritt der Orgel-Kenner den Zuhörern des Loccumer Kreises voraus hinauf auf die Orgel-Empore, „ein Blick, der den Orgelschülern von Frau Schneider-Kuhn vorbehalten ist“, sagte Vogel. Hier zeigte er am Original die inneren Geheimnisse der Orgel und gab Klangproben.


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