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Mehr Käfer durch Totholz?

Osterholz-Scharmbeck (hc). Im Klosterholz wird untersucht, ob die Bereitstellung von zusätzlichem Totholz mehr Käfer anlockt.

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Käferexperte Axel Bellmann überprüft den Inhalt der im Klosterholz aufgehängten Käfer-Fallen.   Foto: hc

Käferexperte Axel Bellmann überprüft den Inhalt der im Klosterholz aufgehängten Käfer-Fallen. Foto: hc

Zurzeit findet im Klosterholz in Osterholz-Scharmbeck ein Gemeinschaftsprojekt von Landkreis, Stadt und den Niedersächsischen Landesforsten statt. Es wird untersucht, in wieweit sich in den vergangenen Jahren die Käfer-Population im Klosterholz positiv entwickelt hat.
„Im Klosterholz ist sehr viel Totholz vorhanden“, verweist Heiko Ehing von den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) auf die eigentlich gute Lebensbedingungen für Käferarten im Klosterholz. Seine Behörde bewirtschaftet 28 Prozent der Waldgebiete in Niedersachsen, und ist daran interessiert, möglichst vielen Arten einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Außerdem möchte man die Schutz- und Erholungsfunktion der Wälder erhalten. Im Jahr 2011 ist bereits eine Studie über die Artenvielfalt von Käfern im heimischen Waldgebiet erstellt worden. Nun soll überprüft werden, ob sich die Bereitstellung von zusätzlichem Totholz positiv auf die Vielfalt der Käferfauna ausgewirkt hat.
Die Untersuchung wird maßgeblich mit den Erlösen aus der Klosterholz-Tombola finanziert. „Das ist auch eigentlich der Ur-Zweck der Tombola“, betont die Vorsitzende des Klosterholz e.V. Anja Kalski. Man möchte mit diesem Projekt dazu beitragen, das Klosterholz als naturbelassenes Areal zu erhalten. Der Käferexperte Axel Bellmann aus Bremen ist mit dem Projekt beauftragt worden. Er soll in einer Studie feststellen, wie es um die Population der Käfer in dem Waldbereich tatsächlich bestellt ist.
„Nach meinen Erkenntnissen nehmen die Artenzahlen kaum ab“, erläutert Bellmann seine Beobachtungen in den letzten Jahren. „Nur die Anzahl der Käfer verringert sich in hohem Maße.“ Einen Grund dafür sieht der Experte in der Strukturarmut der Landschaften. Die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft engt auch den Lebensraum der Käfer immer weiter ein.
Um zu einem aussagekräftigen Ergebnis in seiner Studie zu kommen, hat Bellmann im Forst- und im Stadtgebiet des Klosterholzes jeweils drei Käfer-Fallen aufgehängt. In circa drei Metern Höhe hängen mit Fangflüssigkeit befüllte Behälter, deren Inhalt von dem Käferexperten in regelmäßigen Abständen gesichtet wird. Ein ungünstiger Nebeneffekt bei dieser Maßnahme ist leider unvermeidlich – die zu begutachtenden Käfer sind tot. Nach Abschluss der Untersuchung wird sich herausstellen, welche Käferarten in welcher Anzahl im Klosterholz zurzeit einen Lebensraum finden.


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