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Lilienthaler Öfen brennen auf der ganzen Welt

Lilienthal (pvio). Die CDU Landtagsabgeordneten des Elbe-Weser-Raums besuchten das Unternehmen Nabertherm und staunten nicht schlecht über den „Big Player“ im Landkreis Osterholz.

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Wer das Feuer beherrscht, der beherrscht die Welt - das wussten auch die griechischen Götter, weshalb sie Prometheus bestraften, weil er den Menschen das Feuer brachte. Wer heute zwar nicht allen, aber dafür vielen Menschen auf der ganzen Welt das metaphorische Feuer in Form von widerstandsbeheizten Öfen aller Art bringt, das ist das Lilienthaler Unternehmen Nabertherm. Diesem modernen Prometheus aus dem Landkreis Osterholz statteten die CDU Landtagsabgeordneten aus dem gesamten Elbe-Weser-Raum zum Abschluss ihrer Sommerreise einen Besuch ab. Vor Ort am Dienstag, 20. Juli, waren Axel Miesner (Wahlkreis Osterholz), Kai Seefried (Wahlkreis Stade), Marco Mohrmann (Wahlkreis Bremervörde), Eike Holsten (Wahlkreis Rotenburg) und Helmut Dammann-Tamke (Wahlkreis Buxtehude). Auf ihrer Sommerreise besuchen die Unionspolitiker jedes Jahr „Hiden Champions“, versteckte Champions aus ihren Wahlkreisen, wie Miesner sich ausdrückte. Dabei ist der 1947 von Conrad Naber gegründete Industrieofenhersteller alles andere als ein versteckter Champion, sondern ein mit 520 Mitarbeiter:innen agierendes und in 140 Ländern an 150.000 Kunden verkaufendes, marktführendes Unternehmen.
 
Einmaliges Ofensortiment
 
Durch die Produktionshallen geführt wurden die Landtagsabgeordneten von Geschäftsführer Timm Grotheer und dem Bereichsleiter Konstruktion und Entwicklung Dr. Hennig Dahl. Begleitet bei ihrem Spaziergang hat sie Lilienthals Bürgermeister Kristian Tangermann.
Bei der Führung erhielten die Politiker zum einen Einblick in die ungemeine Produktions- bzw. Wertschöpfungstiefe. Nabertherm produziert „old fashioned“, wie Timm Grotheer oftmals betone, alte Schule sozusagen: Die komplette Konzeption wie Konstruktion - vom kleinen Topofen fürs Kunsthandwerk bis hin zum riesigen Herdwagenofen zum Härten von Werkzeugstahl - findet vor Ort statt. Sogar die Industrieverpackungen der Öfen stellen angestellte Tischler hier her. Was Grotheer den Politkern damit zugleich darlegte: Nabertherm bietet einer Fülle von Berufen Platz. Vom Maurer und Tischler über den Konstruktionsmechaniker und Elektroniker bis hin zum Ingenieur - bei Nabertherm werden sie alle gebraucht. „Hohes Insourcing ist und bleibt der richte Weg bei Nabertherm“, wie Grotheer unter Zustimmung festhielt. Entsprechend ist das Lilienthaler Ofensortiment das breiteste der Welt. Was die Christdemokraten ziemlich staunen ließ.
 
Gut durch die Krise
 
Zum anderen erfuhren die Besucher natürlich einiges darüber, wie es dem Unternehmen während der Corona-Krise ergeht. Und auch das versetzte die Abgeordneten in Stauen: Hatte man zu Pandemiebeginn zunächst 9% Umsatzeinbruch zu verbuchen und einige „chaotische Monate“ zu meistern, womit Grotheer eine Menge sich stapelnder Öfen bezeichnete, so schieße das Unternehmen derzeit mit einem unglaublichen Tempo aus der Krise heraus. Es wurden sowohl keine Aufträge storniert als auch massenhaft Topöfen verkauft. „Töpfern war eine der großen Pandemiebeschäftigungen“, wie Grotheer erklärte. Und nun sei der Auftragseingang so voll wie nie zuvor.
Aber natürlich habe man auch für ein Jahr Kurzarbeit in Anspruch genommen. Für ca. 15 Prozent der Beschäftigten. Apropos Beschäftigte: Die hatte Nabertherm eigenständig, zügig und zu 85 Prozent bis Ende Juni durchgeimpt. „Darauf sind wir sehr stolz“, so Grotheer.
 
Innovation statt Verbote
 Zum Abschluss wurde es noch einmal politisch. Grotheer mache sich Sorgen um die Ausbreitung einer bestimmten „Geisteshaltung“, die meine, unternehmerische Freiheit aus Klimaschutzgründen einschränken zu müssen. „Mit deutscher Industriepolitik werden wir aber nicht die Welt retten.“ Damit traf der Geschäftsführer bei den CDU-Männern auf offene Ohren. So versicherte Marco Mohrmann, die Debatte über Klimaschutz müsse eine über Ingenieurskunst und Innovation sein, nicht über Verbote. Was der Geschäftsführer von Nabertherm selbstverständlich gern hörte. Was ihm aber mindestens ebenso wichtig ist: Infrastrukturausbau und Steuerlast- wie Bürokratieabbau. Und auch hier erntete Grotheer zum Abschluss seiner Präsentation zustimmendes Nicken.


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