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Zusammenhalt in der Krise

In Lilienthal wurden 69 DLRG-Ehrenamtliche für ihren Einsatz beim Weihnachtshochwasser geehrt – ein Abend, der zeigte, wie aus Krisen Zusammenhalt entsteht.
Die dominierende Farbe im Schroeter-Saal in Murkens Hof war an diesem Abend eindeutig rot.

Die dominierende Farbe im Schroeter-Saal in Murkens Hof war an diesem Abend eindeutig rot.

Bild: Akl

Lilienthal. Auf der Gästeliste waren 121 Namen vermerkt. Sie alle waren der Einladung zur Verleihung der Hochwasser-Ehrennadel 2023 des Bundeslandes Niedersachsen an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Ortsgruppe Lilienthal der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gefolgt. Vor Ort geehrt wurden an diesem Abend 69 Mitglieder, die beim Weihnachtshochwasser Ende 2023 im Einsatz waren. Die erste Vorsitzende, Monika Bähr, erhielt zusätzlich eine Auszeichnung für 40 Jahre DLRG-Mitgliedschaft.

 

Großer Zusammenhalt

Nach einem Sektempfang und der Einstimmung durch das Blechbläserensemble des Blasorchesters Lilienthal traten einige Redner vor die versammelten Ehrenamtlichen und dankten ihnen für die geleistete Arbeit im Winter 2023/2024. Marc Manzl, stellvertretener Vorsitzender des Bezirks Cuxhaven-Osterholz, lobte in seiner Ansprache den großen Zusammenhalt aller Beteiligten während der Katastrophe. Alle seien vorbildlich unterwegs gewesen und hätten nur einen Gedanken gehabt: „Wir halten zusammen, wir schaffen das.“ Er überbrachte Grußworte des ersten Vorsitzenden Michael Harjes, der auf einer Parallelveranstaltung in Cuxhaven im Einsatz war.

Einige betroffene Anwohner hatten es sich nicht nehmen lassen ebenfalls zu der Verleihung zu kommen um noch einmal ihren großen Dank für das Engagement der DLRG-Retter zu äußern. Gekommen waren Dagmar Rohmert, Ulrike Schuhmann-Stöckert, Andreas Fouquet, Wolfgang Steinmann und Thomas Busch. Es wurden Sätze gesagt wie: „Es war faszinierend zu sehen, wie die Leute alle zusammengearbeitet haben“, oder „Alle zwei Stunden kamen die Patrouillen von der DLRG an meinem Fenster vorbei und das war sehr beruhigend“. Auch die Äußerung „Fremde sind zu Freunden geworden“ fiel an diesem Abend.

Gemeindebrandmeister Harm Behrens von der Feuerwehr Lilienthal gab in seiner Ansprache zu, dass er noch heute eine Gänsehaut bekomme, wenn er an die Nächte am Wörpedeich zurückdenkt. Gut erinnern konnte er sich auch noch an den „Sandsackfüllplatz“. Wie in einem Ameisenhaufen sei es dort gewesen und es seien immer wieder ganz neue Helfer aufgetaucht. Bürgermeister Kim Fürwentsches, viel für seine offene und umsichtige Kommunikation während der Krisenlage gelobt, erinnerte daran, dass insgesamt über 2.000 Personen aus rund 50 Verbänden und Institutionen geholfen hätten und dabei sei es nicht zu einem einzigen schweren Unfall oder Zwischenfall gekommen. Axel Miesner, Mitglied des niedersächsischen Landtags, äußerte zum Ende seiner kurzen Rede: „Möge das Wasser da bleiben, wo es jetzt ist.“

Für Marco Kaltschmidt, der als technischer Leiter der DLRG den Einsatz während des Hochwassers geleitet hatte, war der Silvesterabend als magischer Moment in Erinnerung geblieben. Man habe um Mitternacht mit alkoholfreiem Sekt angestoßen und für einen Augenblick die Stille genossen. Gegen 21.30 Uhr gingen die Geehrten und ihre Gäste zufrieden nach Hause.


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