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Patrick Viol

Leserbeitrag zu unserer Titelgeschichte aus der letzten Ausgabe zum Holocaust-Gedenktag

Wieder ist ein Gedenktag mit einer schweren Bürde für uns Deutsche an uns vorbeigegangen, wo wir eigentlich nicht wissen, ob wir diesen mit Respekt und Scham begehen sollten ...

Wieder ist ein Gedenktag mit einer schweren Bürde für uns Deutsche an uns vorbeigegangen, wo wir eigentlich nicht wissen, ob wir diesen mit Respekt und Scham begehen sollten, oder ihn einfach vergessen, da er ja längst unbequem und für viele bedeutungslos geworden ist. Was mich dabei stört, dass sind die wohlfeilen Reden, die gehalten werden, auch von allen Ehrenbürgern und Ehrendamen, die sich berufen fühlen, da sie ja im Namen des neuen Deutschlands sprechen. Ich als Gewerkschafter sehe dann leider nur eine kleine Schar, die Betroffenheit zeigen und dabei vergessen, dass die Brutalität, die sie selbst verursachen, neben an, manchmal sogar im Nachbarland passiert und das geht einem ja nichts an. Da will man nichts mit zu tun haben.
Seit Jahren verschwinden in vielen Staaten Menschen, die aus politischen, religiösen, geschlechtlichen oder beruflichen Gründen verfolgt werden und die ein Recht auf Asyl haben. Das ihnen unser Land zwar zugesteht, das aber leider bis zur Unkenntlichkeit ausgehöhlt und eingeschränkt ist und damit immer öfter keine Anwendung findet.
Menschen, die täglich verschwinden, sind in Massen auf der Flucht und nirgends willkommen. Auch in der Bundesrepublik Deutschland nicht.
Wo es im Moment besonders schlimm ist? In Bangladesch, im Jemen, in Ägypten, in Libyen, in Brasilien, in Venezuela, in Honduras, in den USA, wegen eines anderen Aussehens oder einem anderen Geschlecht. In den Balkanstaaten, in Indonesien und hier bei uns werden die Menschen, die nicht gern gesehen sind, egal ob Kranke, Kinder, Frauen, alte, gebrechliche Frauen und Männer, Jugendliche, in Länder abgeschoben, die nicht immer ihre Heimat ist. Hauptsache sie sind weg.
Rohingya sind Menschen, die aus Myanmar vertrieben wurden und in Bangladesch Zuflucht suchten, jedoch vergebens. Sie wurden auch hier verfolgt und nun auf die Insel Bhasan, im Golf von Bengalen, verbracht. 1778 Menschen, Frauen, Kinder, Kranke, Alte und Gebrechliche werden den Taifunen schutzlos ausgeliefert aber dann sind sie weg. So wie bei uns im Mittelmeer. Aus den Augen, aus dem Sinn, so heißt bei uns ein Sprichwort!
Wie gesagt: „Nie wieder, nie wieder soll solch ein Unrecht geschehen!“ Seit 1945, dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschieht es und es hört nicht auf, weil wir uns nicht stark genug auflehnen, damit die Mörder bestraft werden, die mit diesen Menschen auch noch Geld verdienen. Es ist noch eine kleine Flüchtlingsbewegung, doch der Sturm kommt. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser eine angenehme Woche und bleiben sie gesund, Ihr Horst Romahn.
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