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Kein schöner Ort zum Trauern

Worpswede (akl). Erika Thielbar-Schröder findet den Urnengarten auf dem Worpsweder Friedhof unansehnlich und setzt sich für eine Umgestaltung ein.

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Erika Thielbar-Schröder wünscht sich, dass der Urnengarten auf dem Worpsweder Friedhof schöner gestaltet wird.  Foto: akl

Erika Thielbar-Schröder wünscht sich, dass der Urnengarten auf dem Worpsweder Friedhof schöner gestaltet wird. Foto: akl

Foto: ANDREAS KLUEH

Trauer ist eine schmerzliche Erfahrung. Umso wichtiger ist es, den Verstorbenen an einem schönen Ort zu wissen, um ihm zu begegnen. Dem Grab als einem Ort, um zu verweilen und Kraft zu sammeln für das Leben. Doch gerade das fällt Erika Thielbar-Schröder auf dem Worpsweder Friedhof schwer.
 
„Unprofessionell hergerichtet“
 
Vor einem halben Jahr wurde ihr Mann im Urnengarten beigesetzt, und die Witwe war schon damals entsetzt über das aus ihrer Sicht unprofessionell hergerichtete Grabfeld, auf dem nicht einmal ein kleiner Gang freigemacht worden war für die trauernden Angehörigen.
Seither kämpft Erika Thielbar-Schröder für die ansehnliche Gestaltung des Urnengartens. Auch im Namen anderer Trauernder, die ebenso wie sie die lieblosen Zustände der Urnengräber beklagen.
 
Bodendecker und kleine Bank
 
Thielbar-Schröder wendete sich an die Gemeinde und den Kirchenvorstand bot sogar an, sich mit einer Spende an der Anpflanzung blühender Bodendecker und dem Aufstellen einer kleinen Bank zu beteiligen. Aus dem Kirchenbüro bekam sie daraufhin die Nachricht, dass sich zunächst die Verantwortlichen des Kirchenvorstandes Worpswede ein Bild vor Ort machen wollten, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden könnten.
 
Seit April ist nichts passiert
 
Hermann Backhaus, Vorsitzender des Bau- und Friedhofausschusses, habe ihr telefonisch schließlich noch im April zugesagt, die Beschwerde und die gemeinsam besprochenen Veränderungsvorschläge dem Kirchenvorstand vorzutragen und einen Landschaftsgärtner beratend hinzuzuziehen. Seitdem sei aber nichts passiert.
„Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass das Grab Paula-Modersohn-Beckers auf dem Worpsweder Friedhof eine magische Anziehungskraft auf Besucher ausübt, sollte man doch bestrebt sein, das Umfeld ansprechend und im Sinne der Angehörigen zu gestalten“, so die kritische Seniorin.
 
Umgestaltung nicht vorgesehen
 
Auf Nachfrage erklärt Hermann Backhaus, dass auch der Bau- und Friedhofsausschuss der evangelischen Kirchengemeinde coronabedingt gehandicapt gewesen sei. Er wolle aber kurzfristig noch einmal mit der Betroffenen Kontakt aufnehmen. Die Urnenfläche sei allerdings ganz bewusst und in Absprache mit einem Landschaftsgärtner so angelegt worden, weil sie nicht betreten werden solle. Es sei aktuell auch nicht vorgesehen, an der Bepflanzung etwas zu ändern.


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