Alfons Volmer

Infotafeln geben wissenschaftliche Einblicke ins Klosterholz

Osterholz-Scharmbeck. Schüler:innen der BBS haben gemeinsam mit ihren Biologielehrerinnnen einen Naturlehrpfad entlang des Klosterwaldweges kreiert.

Bilder
Schöner Kontrast zur Theorie im Klassenzimmer: Die drei 12. Klassen der BBS arbeiteten in der freien Natur und fassten ihr Wissen auf Tafeln für Spaziergänger:innen zusammen.

Schöner Kontrast zur Theorie im Klassenzimmer: Die drei 12. Klassen der BBS arbeiteten in der freien Natur und fassten ihr Wissen auf Tafeln für Spaziergänger:innen zusammen.

Ein Schildlein steht im Walde, ganz still und stumm - doch bei genauerer Betrachtung erzählt es zusammen mit weiteren 64 Aufstellern, welche den breiten Klosterwaldweg (linke Abzweigung Osterholzer Straße stadtauswärts am Fußgängerübergang) säumen, lehrreiche und interessante Geschichten vom großen Wald und seinen kleinen Bewohnern. Denn wer hätte schon gedacht, dass hier im Wald Blätter des Bergahorns rauschen, die Große Sternmiere den Boden bedeckt oder der Gerandete Saftkugler im Laub Nahrung sucht.
Die Idee zu diesem nützlichen Schilderwald hatten die Biologielehrerinnen Dr. Gertrud Menzel, Meike Joksch und Astrid Baumann. Sie führten nach Absprache mit Jürgen Grimm, Koordinator für Schulprofile an der Berufsbildenden Schule OHZ, im Rahmen des Themenschwerpunktes Ökologie/Wald mit den Schüler:innen der drei 12. Klassen entsprechende Kurse zu den Wissensgebieten Bäume, Insekten und Bodentiere durch. Die für die Bio-Infoschilder benötigten Metallständer wurden unter Leitung des Berufsschullehrers Michael Camin von Auszubildenden der Werkstatt Nord des Martinshofs in bester Qualität hergestellt.
 
Erfrischer Kontrast
 
Sichtlich zufrieden sind Schüler:innen und Lehrer:innen mit den Ergebnissen ihrer intensiven und komplexen Studien, die nun jeder auf den Informationstafeln nachlesen kann. „Die gemeinsame Arbeit war sehr interessant und hat viel Spaß gemacht. Da ich aber zu Spinnen und vergleichbarem Kleingetier am liebsten möglichst viel Abstand halte, war ich froh, dass andere die Einsammlung übernahmen und ich die Auswertung machen durfte. Wobei ich mein vorhandenes Wissen ordentlich erweitern konnte, war mir doch so manches nicht bekannt , wie z. B., dass es eine Märzfliege gibt und welchen Part sie im Gesamtorganismus Wald übernimmt“, erzählt beispielsweise Apke. Gertrud Menzel ergänzt dazu: „Wir haben immer großen Wert darauf gelegt, weder Pflanzen noch Tieren Schaden zuzufügen. Sämtliche Proben und Insekten wurden mit großer Sorgfalt eingesammelt und noch vor Ort untersucht, alle Tiere wieder in ihrem ursprünglichen Lebensraum freigelassen.“ Sören war z. B. im Bereich Bodenkunde eingesetzt. „Das war sozusagen Erstkontakt, dabei eine sehr gute Erfahrung“, erzählt er, und hebt mit einem Augenzwinkern hervor, wie angenehm und erfrischend alle die praktische Arbeit in freier Natur als Kontrast zur unvermeidlichen Lerntheorie im Klassenzimmer empfunden hätten.
Besonders beeindruckend finde er wie ihm und seinen Mitschüler:innen nach und nach der Zusammenhang und die gegenseitigen Abhängigkeiten der Flora und Fauna im Lebensraum Wald deutlich geworden seien. „Alles hängt zusammen und voneinander ab“, so die Erkenntnis.
 
Einsatz für die Natur
 
Meike Joksch und Gertrud Menzel bestätigen die hohe Motivation und das beeindruckende Engagement aller Beteiligten. Die wissenschaftlich orientierte Arbeit mit der neuen Materie habe u. a. aufgezeigt, welche wichtige Aufgabe die riesigen Bäume und winzigen Insekten im Lebensraum Wald für alle Lebewesen, also auch uns Menschen, haben. Landesförster Heiko Ehing begrüßt das Projekt ebenso und sagte:„ Es ist heutzutage wichtiger denn je, die Menschen für die Erhaltung und den Schutz der Natur und ihrer Umwelt zu sensibilisieren. Diese Informationstafeln sind dazu bestens geeignet.“ Auch Frieder Lüße von der Stadtverwaltung, zuständig für Grünflächen und Biodiversität, feindet nur lobende Worte für diese Art der Wissensvermittlung: „Ich denke schon über eine mögliche Wieder- und Weiterverwendung nach, auch über eine eventuelle Zwischenlagerung der Info-Tafeln im Kreishaus lässt sich reden.“
Bis zum 30. Juni hat jeder noch die Gelegenheit, bei einem gemütlichen und wohltuenden Waldspaziergang den Naturlehrpfad zu entdecken.


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