

Landkreis. Es ging um unterstützenswerte Projekte für Klima- und Ressourcenschutz. „Ob Energieeinsparung, Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, Umweltbildung oder Naturschutzpflege, gefragt waren Ideen, von denen möglichst viele Menschen profitieren und die zugleich vor Ort etwas bewegen“, war von Seiten der Stadtwerke zu erfahren. Insgesamt standen 15.000 Euro zur Verteilung aus dem Nachhaltigkeitsfond zur Verfügung. Neun Bewerber reichten ihre Ideen bei den Stadtwerken ein. Acht dieser Bewerber konnten nun mit einem Geldbetrag bedacht werden, nachdem eine öffentliche Online-Abstimmung ausgewertet worden war. Clarissa Forkert, Projektleiterin bei den Stadtwerken, freute sich über die Vielfältigkeit der eingereichten Ideen. „Schön, dass wir das anbieten können und schön, dass es so angenommen wird.“
Christian Meyer-Hammerström, Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke, erklärte, wie der Nachhaltigkeitsfond zustande kam, aus dem das zu verteilende Geld stammt. „Das Geld ist für die Allgemeinheit, von der Allgemeinheit“, sagte er. Von jeder Kilowattstunde Ökostrom, die die Osterholzer Stadtwerke verkauft, fließen 0,025 Cent in den Nachhaltigkeitsfond, der für gemeinnützige Projekte ausgeschüttet werde. Möglichst viele Menschen sollen davon profitieren. Auf Nachfrage versicherte Meyer-Hammerström, dass die Ausschüttungen aus dem Fond auf jeden Fall weitergeführt werden soll. Der Prozess nachhaltiger zu leben, Energie und Ressourcen zu sparen sei ein Prozess, der in die Ewigkeit geht.
Energie bedarfsgerecht steuern
Insgesamt waren 964 Online-Stimmen abgegeben worden. Das Energiesparprojekt des ATSV Scharmbeckstotel gewann mit 316 Stimmen den Löwenanteil der ausgeschriebenen 15.000 Euro, und zwar stattliche 4.950 Euro.
Maren Binnemann vom Vorstand des ATSV berichtete, dass das Geld eingesetzt werde, um den Stromverbrauch auf dem Sportgelände zu reduzieren, unter anderem mit Bewegungsmeldern. Im Zuge einer Sanierung zweier Umkleideräume wurde bereits mit der Ausrüstung der Bewegungsmelder begonnen. Energie solle dadurch zukünftig bedarfsgerecht gesteuert werden.
Das Seemannsland bewarb sich in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Hambergen mit einem Thema der Umweltbildung mit dem Titel „Schafe & Mo(o)re – Klimaschutz mit allen Sinnen!“ 3.300 Euro gingen an dieses Projekt. 212 Onlinestimmen fuhr das Bildungsangebot ein, welches in 2027 starten soll, und welches sich rund um das Hamberger Moor dreht. Catharina Seemann berichtete, dass geplant ist gut bestückte Forschungsrucksäcke und Moorbohrer anzuschaffen. Kinder und Jugendliche sollen im Rahmen des Bildungsangebotes lernen, warum Moore für den Klimaschutz so wichtig sind und wie Schafe und Ziegen zur Pflege dieser wertvollen Lebensräume einen Beitrag leisten.
Früher Umgang mit Wasser
Der Kindergarten Berliner Straße führte in der Vergangenheit ein umfassendes Wasserprojekt mit den Kindergartenkindern durch. Wo gibt es Wasser, wer lebt im Wasser, Wasserknappheit und weitere Fragen wurden mit den Kleinen erörtert, erzählte Annika Althen vom Förderverein. Der Förderverein möchte nun für die Kita einen Wasserspender anschaffen, der den Kleinen einen selbstständigen Zugang zu Trinkwasser ermöglicht. Anschaffung und Wartung eines Wasserspenders seien teuer. Rund 3.000 Euro werden dafür benötigt. 2.550 Euro davon trägt nun das Stadtwerke-Projekt. Den Rest steuert der Förderverein aus eigener Kasse bei. Wasser zapfen macht Spaß und fördert die Selbstständigkeit der Lütten, gleichzeitig soll der bewusste Umgang mit Wasser im frühen Kindesalter erlebbar gemacht werden, so das Statement der Stadtwerke für den dritten Sieger.
Eine Tragbare Powerstation möchte die DLRG Ortsgruppe Schwanewede anschaffen. Wie der erste Vorsitzende Nils Neubauer berichtete, solle die Powerstation den bisherigen, benzinbetriebenen Stromerzeuger ersetzen. Dieser sei sehr laut, was bei Einsätzen, Übungen und Veranstaltungen eine Belastung darstelle. Die Powerstation soll Geräte, wie Beleuchtung, Funktechnik, Drohnenakkus und Laptops speisen. 1.950 Euro erhielt die DLRG Ortsgruppe nun aus dem Stadtwerke Nachhaltigkeitsfond. Mit diesem Betrag geht der Kauf der Powerstation genau auf, schätzte Nils Neubauer.
Direktvermarktung von Fleisch
Die Nachfolgegeneration des Familienbetriebs Finken, Marleen und Jan-Hendrik Morisse, nahm den fünften Preis entgegen. Für die Direktvermarktung des Wulfsburger Fleisches, soll der Gewinn in Höhe von 1.200 Euro Verwendung finden, indem der Verkaufscontainer mit Solarmodulen beziehungsweise mit einem Balkonkraftwerk ausgestattet wird. Der somit selbst erzeugte Strom soll Kühlgeräte speisen.
Die Biologische Station Osterholz wurde per Online-Voting auf Platz sechs gewählt. 450 Euro gehen somit an ein Weiterbildungsprojekt. Zwei Ehrenamtliche Naturschützer werden als Gruppenleiter geschult, um eine Gruppe, bestehend aus weiteren Ehrenamtlichen aufzubauen, die eines Tages eigenständig und dauerhaft die Pflege von Naturschutzflächen übernehmen.
Weitere 450 Euro gingen an den TSV Wallhöfen e.V.. Dieses Geld werde für die Umrüstung der Beleuchtung im Vereinsheim Verwendung finden, berichtete Jörg Gantzkow, erster Vorsitzender des TSV Wallhöfen. Hinzu kommt ein selbstfinanziertes LED-Flutlicht-Projekt und die Einführung eines automatischen Bewässerungssystems. Energie und Wasser solle insgesamt effizienter eingesetzt werden.
150 Euro für den achten Platz gingen an den VSK Osterholz, die ebenfalls ihre Geschäftsstelle energieeffizienter gestalten möchte. Die Beleuchtung werde auf LED umgestellt. Energie soll aus Sonnenkraft gewonnen werden.



