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Amelie Nobel

Genossenschaftliche Energie 

Auf Initiative der Volksbank Osterholz Bremervörde ist die BürgerEnergieGenossenschaft Lilienthal eG (BEGL)in Lilienthal gegründet worden.

Ihnen liegt die Energiewende am Herzen und packen sie nun selber an: Die Initiatoren der BürgerEnergieGenossenschaft.

Ihnen liegt die Energiewende am Herzen und packen sie nun selber an: Die Initiatoren der BürgerEnergieGenossenschaft.

Bild: An

Lilienthal. Photovoltaikanlagen auf dem Rathausdach oder auf dem Dach des Lilienthaler Wümmekiekers, das könnte bald in Lilienthal Realität werden. Nach einer langen Vorbereitungsphase ist die BürgerEnergieGenossenschaft Lilienthal eG (BEGL) gegründet worden, die es sich um Ziel gesetzt hat den Ausbau von erneuerbaren Energien zu fördern. Gestartet wird mit dem Ausbau von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern. Den Verantwortlichen ist es wichtig, dass sich die Bürger:innen aus Lilienthal und Umgebung aktiv beteiligen können. Aus diesem Grund können diese Genossenschaftsanteile erwerben und so mithelfen die Energiewende in Lilienthal voranzutreiben. Im August wird es dazu eine Informationsveranstaltung geben. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Die Gründung
Die Genossenschaft wurde auf Initiative der Osterholzer Stadtwerke und der Volksbank Osterholz Bremervörde eG gegründet. Da es eine Herausforderung ist eine Genossenschaft zu gründen, erweist sich die Zusammenarbeit als ideal. Die Osterholzer-Stadtwerke bringen das technische Verständnis für die Umsetzung mit, die Volksbank hat das genossenschaftliche Know-How, so Christian Meyer-Hammerström von den Osterholzer Stadtwerken. Das Projekt wird politisch breit getragen. Am 8. Juni 2023 hat der Rat der Gemeinde Lilienthal beschlossen, dass sämtliche kommunale Dachflächen, die statisch und wirtschaftlich geeignet sind, der BEGL als Pachtobjekt angeboten werden sollen. Bereits als geeignete Dachflächen gelten die Dächer des Wümmekiekers in der Mauerseglerstraße, der Turnhalle Trupermoor, des Rathauses, der Kindertagesstätte Schatzkiste sowie das Dach neben dem Hallenbad in Lilienthal. Tobias Thomsen von den Osterholzer-Stadtwerken geht davon aus, dass die Dächer nach den Sommerferien mit PV-Anlagen ausgestattet werden können.

Die Organe der Genossenschaft
Zuerst war es die Aufgabe der Verantwortlichen, alle Parameter des Satzungsgebietes, wirtschaftliche und organisatorische Fragen und die Zusammensetzung der Organe zu klären. Denn die Gründung der BürgerEnergieGenossenschaft erfordert eine genaue und sorgfältige Planung. So müssen in Frage kommende kommunale Dächer immer auf ihre Statik und die Wirtschaftlichkeit geprüft werden, so Tobias Thomsen, der Bereichsleiter der Osterholzer Stadtwerke. Eine weitere Herausforderung ist, dass eine Genossenschaft durch ihre Anteile mit privatem Geld umgehe. Dabei sei eine besondere Transparenz und Sensibilität gegenüber den Bürgerinnen gefragt. Das nötige Know-How bringt hierfür Michael Kersting, Vorstand der Volksbank eG Osterholz Bremervörde, mit. Er fungiert gemeinsam mit Thomsen als Vorstand in der neuen Genossenschaft. Als weiteres Organ agiert neben dem Vorstand ein Aufsichtsrat. Vorsitzender ist Willy Hollatz, der als ehemaliger Bürgermeister das nötige verwaltungstechnische Wissen mitbringt. Seinem Stellvertreter Gerhard Voss, der selbst in Genossenschaften aktiv ist, kommt auf dem Weg zur BürgerEnergieGenossenschaft eine besondere Rolle zu. Voss hatte sich bereits 2016 mit dieser Idee an den Weser-Kurier gewandt. Damals hieß es: „Gerhard Voss will Lilienthaler Erneuerbare-Energien-Genossenschaft gründen - 18 öffentliche Dächer im Visier“.
Neben Hollatz und Voss besteht der Aufsichtsrat aus sechs weiteren Mitgliedern, Christian Meyer-Hammerström vertritt im Rat die Osterholzer-Stadtwerke, Timo Höge agiert als Vertreter der Volksbank. Ein weiterer Schritt ist im Mai vollzogen worden. Die Genossenschaft ist ins Handelsbuch eingetragen worden und gilt nun als wirtschaftlich handlungsfähig.

Die Genossenschaft als ideale Rechtsform
Man habe sich bewusst dafür entschieden eine Genossenschaft zu gründen, denn für alle Beteiligten ist es gerade wichtig, dass jedes Genossenschaftsmitglied ein Stimmrecht hat. Wie groß der erworbene Anteil ist, spielt dabei keine Rolle. Lilienthals ehemaliger Bürgermeister Willy Hollatz nennt die Genossenschaft die passende Rechtsform für das Projekt, da es nicht um Gewinnmaximierung gehe, sondern darum regenerative Energien in Lilienthal und Umgebung zu fördern. Der Fördercharakter des Projektes ist deshalb ideal für die Rechtsform einer Genossenschaft. Die Bürger:innen direkt in das Vorhaben miteinzubinden sei vor allem wichtig, weil die Energiewende nur gelingen könne, wenn vor Ort alle mitgenommen werden, so Christian Meyer-Hammerström. Mit der Gründung der Genossenschaft scheint auch der Grundstein für weitere Projekte rund um regenerative Energien gelegt. Besonders Windenergie sei ein spannendes Feld, so Gerhard Voss.

Wie können Bürger:innen Anteile erwerben?
Anteile erwerben können alle Bürger:innen, die einen Mindestanteil von 500 Euro erwerben wollen und in einem Umkreis von maximal 50 km entfernt von Lilienthal wohnen. Denn der regionale Bezug ist ausschlaggebend. Das Ziel ist es, dass sich möglichst viele Menschen beteiligen. Weitere Informationen können Interessierte auf der Website www.beglilienthal.de finden, die bald freigeschaltet sein soll. Um alle Fragen oder Bedenken zu klären, laden die Verantwortlichen zu einer Informationsveranstaltung im August ein. Der genaue Termin wird von Vorstand und Aufsichtsrat noch festgelegt.

 


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