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Für die Artenvielfalt am Elmer Berg - Beweidungsprojekt mit Wasserbüffeln erfolgreich gestartet

Rotenburg/Elm (eb). Landkreis, NABU und Landschaftswart starten Beweidungsprojekt in Elm. Die Maßnahme dient der Pflege und Entwicklung des Landschaftsschutzgebietes am Elmer Berg. Bei ihrem Vorhaben werden die Kooperationspartner vom Internationalen Förderverband Wasserbüffel in der Landschaftspflege (IFWL) beraten.
 

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Etwas exotisch wirken die vier Wasserbüffel auf den Heideflächen am Elmer Berg aus heutiger Sicht schon. Doch diese imposanten Wiederkäuer waren vor langer Zeit in Mitteleuropa heimisch und haben als Weidetiere über Jahrtausende an der Gestaltung unserer Landschaft mitgewirkt. Vor etwa 20 Jahren wurden die Vorzüge der Büffel für die Biotoppflege erkannt und insbesondere auf Betreiben des IFWL vermehrt zur Entwicklung von Naturflächen eingesetzt.
„Wasserbüffel sind insbesondere für die Pflege von Feuchtwiesen mit kleinen Wasserstellen geeignet. Sie halten die Tümpel durch ihr Suhlen offen oder legen sogar neue Gewässer an“, erklärt Annika Mutke, Amtsleiterin der Naturschutzbehörde des Landkreises Rotenburg (Wümme). „Somit entstehen für Amphibien, Libellen und andere auf Gewässer angewiesene Arten neue Lebensräume“, ergänzt Rainer Rahlfs, Ingenieur der Landschaftspflege und Mitarbeiter der Naturschutzbehörde. Durch Fraß und Tritt schaffen sie zudem Strukturen in den monotonen Rohrglanzgrasflächen und optimieren somit die Lebensbedingungen verschiedener Vogelarten.
„Das spannende an den Wasserbüffeln ist, dass sie auch für die Pflege trockener Biotope wie die Heideflächen und den Magerrasen eingesetzt werden können“, freut sich Bernd Sprekels, Landschaftswart für den Raum Elm. Sprekels unterstützt die Heidepflege des Landkreises bereits seit 2012. Bei den Offenlandbiotopen des Elmer Berges handelt es sich um Lebensräume, die einst durch den Menschen entstanden sind. Werden diese nicht gepflegt, werden sie von Birken, Kiefern und anderen Gehölzen überwachsen und verschwinden. „Die Wasserbüffel werden die Heide verbeißen und damit vor dem Vergreisen bewahren und die Sukzessionsgehölze zurückdrängen“, erklärt Sprekels. „Damit nehmen sie uns viel sowie schwere Arbeit und Mühe ab“, sind sich der Landschaftswart und Heiko Rosebrock, vom Landschaftspflegetrupp des Landkreises sicher.
Ein ähnliches Projekt wird vom IFWL seit 2013 in Sandhatten auf dem Naturdenkmal „Rackelsberg“ durchgeführt. Verbandspräsident Peter Biel: „Der Rackelsberg ist wie eine Miniaturausgabe des Elmer Berges. Es ist für uns daher sehr spannend, die Entwicklung des Gebietes mitzuverfolgen.“ Bereits vor Beginn des Beweidungsprojektes wurden die Projektpartner vom Büffelverband sehr gut beraten.
Das Projekt wird von der Ökologischen NABU Station Oste Region (ÖNSOR) naturschutzfachlich begleitet. Dazu die Landschaftsökologin Sarina Pils, Leiterin der ÖNSOR: „Durch die begleitende Erfassung bestimmter Zielarten auf den Flächen können wir die Effekte der Beweidung sehr genau verfolgen und dokumentieren oder z. B. durch Veränderungen in der Besatzdichte gezielt lenken“.
Um das Wohl der Tiere kümmert sich Landwirt Kai Ahrens. Die Kooperationspartner sind sich sicher: Gemeinsam werden sie viel für die Artenvielfalt am Elmer Berg erreichen.


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