Marcel Foltmer

Erster Osterholzer Wirtschaftspreis - Bäckerei Behrens wird auf Gut Sandbeck ausgezeichnet

Osterholz-Scharmbeck. Wenn eine Veranstaltung schon bei ihrer Premiere so wirkt, als wäre sie bereits etabliert, dann ist eines sicher: Dieses Event hat durchaus das Potenzial, sich zu einer festen Größe zu entwickeln. Der erste Osterholzer Wirtschaftspreis am Donnerstagabend setzte die Hürde hoch für alles, was da noch kommt, denn geplant ist, den Preis ab jetzt regelmäßig zu verleihen.
 

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Ein verdienter Preis: Die Bäckerei Behrens wird aufgrund guter Entwicklung, vorbildlicher Ausbildung und ökologischem Engagement ausgezeichnet.  Foto:mf

Ein verdienter Preis: Die Bäckerei Behrens wird aufgrund guter Entwicklung, vorbildlicher Ausbildung und ökologischem Engagement ausgezeichnet. Foto:mf

Wir haben über 9.000 Angestellte in Osterholz, 5.600 davon pendeln täglich ein,“ erzählt Bürgermeister Torsten Rohde gleich zu Beginn des Abends. Beeindruckende Zahlen, die darauf schließen lassen, dass der Wirtschaftsstandort Osterholz mehr zu bieten hat, als er auf den ersten Blick vielleicht preisgibt: Viele Unternehmen leisten bemerkenswerte Arbeit in Gebieten wie sozialem Engagement und Innovation. Auch Ulrich Messerschmidt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rotenburg Osterholz, merkt an, dass die Region eine ganz besondere sei und sich wirtschaftlich durchaus sehen lassen könne. Alles Gründe, aus denen sich Stadt, Sparkasse und der Wirtschaftstreff dazu entschieden, den bereits 1998 vergebenen Wirtschaftspreis wieder einzuführen und Unternehmen aus der Region für besondere Leistungen zu ehren.
Doch auch wenn der Mittelpunkt des Abends die Verleihung des Preises war, so gab es dennoch andere Programmpunkte, die mal mehr, mal weniger mit dem Thema der Wirtschaft zu tun hatten. In einer musikalischen Pause brachte der 13-jährige Schüler und Schlagzeuger Lukas Wulff eine einzigartige Performance auf Trommel und Cajòn auf die Bühne. Nach der Veranstaltung spielte eine Band mit Pop- und Souleinflüssen.
Der größte Programmpunkt neben der Verleihung dürfte jedoch die Vorstellung des „CSR-Prinzips“ (corporate social responsibility, zu Deutsch unternehmerische Gesellschaftsverantwortung) von Anne-Kathrin Laufmann gewesen sein. Bei CSR handelt es sich um sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltiges Handeln von Unternehmen und Vereinen, welches auf der einen Seite darauf abzielt, gesellschaftliche Projekte zu unterstützen und so Probleme zu lösen, auf der anderen Seite aber natürlich auch eine erhebliche Imageverbesserung des Unternehmens bedeutet. Laufmann ist bei Werder Bremen Verantwortliche für CSR und kann viel von Plänen, bereits umgesetzten Projekten berichten. Abgesehen von der „echten“ Bundesligatabelle spielt der Verein von der Weser im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung nämlich ganz oben mit: Vor allen anderen deutschen Vereinen belegen sie den ersten Platz. Der Sportverein organisiert Dutzende Projekte, nicht nur in der Hansestadt, sondern weltweit. So werden zum Beispiel kostenlose Trainingseinheiten in sozial schwächeren Stadteilen organisiert, Angebote für Geflüchtete und Asylsuchende eingerichtet und ein ganzer Spieltag rund um das Thema der Inklusion veranstaltet, auch hier ist Werder Vorreiter.
Nebst diesen großen Projektideen gibt es aber auch noch kleinere Tipps von Laufmann, die auch jedes mittelständische Unternehmen befolgen kann: Seinen Mitarbeitern für wenige Tage freigeben, damit sich diese ehrenamtlich betätigen können, würde oft schon sehr viel bringen, meint die Expertin.
Als letzter und wohl auch spannendster Punkt kam dann das, was der ganze Saal schon sehnlichst erwartete: die Preisverleihung. In seiner Laudatio sprach auch Stefan Kalt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rotenburg Osterholz, davon, dass die Veranstaltung etabliert werden muss: „Wir haben uns fest vorgenommen, dass der Preis Tradition werden kann und wir alle zwei Jahre Unternehmen ehren können.“
In diesem Jahr wolle man direkt damit beginnen, ein lokales Unternehmen zu ehren, dessen Produkte jeder aus der Region kenne und schätze, die jeder gerne bei sich auf dem Frühstückstisch liegen hat. Die Rede ist von der Bäckerei Behrens, dem diesjährigen Gewinner des Wirtschaftspreises. Das Familienunternehmen wurde bereits 1888, vor 131 Jahren, gegründet und wird seitdem stets von Generation zu Generation weitergegeben. „Während es zu Gründungszeiten überall handwerkliche Bäcker gab, kann man heutzutage fast schon von einer Nischenbranche sprechen“, meint Stefan Kalt, als er die unzähligen Gründe nennt, weswegen die Jury sich schlussendlich für den Preisträger entschied. So hebt er besonders hervor, dass Ausbildung bei Behrens großgeschrieben werde, stets auf die Qualität und Nachhaltigkeit der Rohstoffe geachtet werde und es eine stetige Weiterentwicklung gebe. Ein Preis, den der Bäckereibetrieb zurecht verdient habe, findet Kalt, auch wenn Timo Behrens, Inhaber des Betriebs, die Freude über den bullenförmigen Pokal erst einmal verarbeiten muss: „Ich in zwar nicht dafür bekannt sprachlos zu sein, aber jetzt hab‘ ich doch einen Kloß im Hals“, gibt er zu. Jetzt gibt es in den nächsten Tagen für das Ehepaar Behrens vor allem eines zu tun: Sich über den Preis freuen und überlegen, an welche gemeinnützige Organisation das symbolische Preisgeld von stattlichen 1.000 Euro gespendet werden soll.


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