

Hannover. Die niedersächsische Landwirtschaft düngt gezielter als in früheren Jahren. Die Belastung von Grundwasser und Oberflächengewässern bleibt aber hoch. Das zeigt der neue Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, den Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte gemeinsam mit Kammerpräsident Gerhard Schwetje und Reno Furmanek von der Düngebehörde vorgestellt hat.
Der Bericht betrachtet den Zeitraum vom 1. Juli 2024 bis zum 30. Juni 2025. Er stellt Nährstoffanfall aus Tierhaltung, Biogasanlagen und Mineraldüngung dem Düngebedarf der Pflanzen gegenüber.
Stickstoffgrenze eingehalten
Erstmals seit mehreren Berichtsjahren wird die Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoff aus organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln je Hektar auf Kreisebene rechnerisch eingehalten. Auch der Stickstoff-Düngesaldo liegt landesweit weiter unterhalb der rechtlich maximal zulässigen Düngung. Er beträgt minus 38.232 Tonnen Stickstoff.
Regional bleibt die Verteilung aber ungleich. In den Landkreisen Cloppenburg, Grafschaft Bentheim, Peine, Vechta und in der Stadt Salzgitter wird der Düngebedarf rechnerisch überschritten. Die Überschüsse summieren sich auf rund 1.689 Tonnen Stickstoff.
Phosphat bleibt Problem
Der Dung- und Gärrestanfall aus der Tierhaltung ist leicht auf 52,4 Millionen Tonnen gesunken. Zugleich hat sich der Import von Wirtschaftsdüngern aus den Niederlanden von rund 100.000 auf 205.000 Tonnen mehr als verdoppelt. Das müsse aufmerksam beobachtet werden, heißt es im Bericht.
Bei Phosphat bleibt der Handlungsbedarf ebenfalls groß. Rund 35 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Schläge sind hoch bis sehr hoch mit Phosphor versorgt. In den Landkreisen Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim, Oldenburg und Vechta ergibt sich ein rechnerischer Überschuss von insgesamt 2.947 Tonnen Phosphat.
Kaum Entlastung im Wasser
Trotz der Fortschritte beim Düngen zeigt sich bei den Gewässern bislang nur wenig Entlastung. Einen positiven Trend gibt es nur bei rund 30 Prozent der Messstellen. Bei mehr als der Hälfte der Grundwassermessstellen ist keine signifikante Veränderung der Nitratkonzentration erkennbar, bei rund einem Sechstel steigen die Werte sogar.
Nur drei Prozent der Oberflächenwasserkörper erreichen derzeit einen guten ökologischen Zustand oder ein gutes ökologisches Potenzial. Niedersachsen sei damit von den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie weiter deutlich entfernt.
Staudte sagte, die Landwirtschaft habe bereits viel erreicht. Zugleich müsse untersucht werden, warum sich das veränderte Düngungsverhalten bislang kaum im Zustand der Gewässer widerspiegele. Auch das nationale Düngerecht müsse sinnvoll weiterentwickelt werden.




