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„Diakonie ist eine Haltung“

Osterholz-Scharmbeck (nek). Der Geschätsführer des Diakonischen Werks Osterholz geht nach 37 Jahren in den Ruhestand.

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Fast 30 Jahre als Geschäftsführer des Diakonischen Werks und nun Ruheständler: Norbert Mathy wurde von Superintendentin Jutta Rühlemann verabschiedet.

Fast 30 Jahre als Geschäftsführer des Diakonischen Werks und nun Ruheständler: Norbert Mathy wurde von Superintendentin Jutta Rühlemann verabschiedet.

Seit 37 Jahren engagiert sich Norbert Mathy für das Diakonische Werk Osterholz, das er seit 1992 als Geschäftsführer leitet. Nach einer handwerklichen Ausbildung studierte Mathy über den zweiten Bildungsweg Sozialpädagogik. Während seines Studiums beschäftigte er sich mit dem sozialen Miteinander, besonders hinsichtlich des Einflusses der Wohnbedingungen auf das Zusammenleben. Später besuchte Mathy zur weiteren Qualifizierung verschiedene Management-Kurse.
Zur Verabschiedung dieser Gallionsfigur des Diakonischen Werkes in Osterholz-Scharmbeck begrüßte Superintendentin Jutta Rühlemann in kleiner Runde Freunde, Kollegen und Weggefährten Mathys zu einer besonderen Andacht in der St. Willehadi-Kirche.
 
Hilfsbedürftigen Menschen eine Lobby
 
„Wir blicken auf 37 Jahre erfüllte Zeit zurück“, hob Rühlemann hervor. Diakonie sei so viel, so viele praktische Tätigkeiten fielen ihr dazu ein, doch vor allen Dingen sei Diakonie eine Haltung, die besonders Norbert Mathy stets gelebt habe, so die Superintendentin. In der Diakonie träfe man oft auf Menschen, die nie gelernt hätten, sich selbst als „gut gemacht“ zu betrachten, sagte Rühlemann in ihrer Ansprache.
Norbert Mathy habe es stets als seine Aufgabe betrachtet, Menschen eine Lobby zu geben, die hilfsbedürftig sind und in der Gesellschaft am Rande stünden. Schon zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn 1984 hat Norbert Mathy damit begonnen, junge Straftäter zu betreuen und einen Täter-Opfer-Ausgleich aufzubauen. Sein Augenmerkt lag dabei besonders auf der Aussöhnung zwischen Tätern und Opfern.
Mathy habe es verstanden, den Menschen das Gefühl zu geben, dass sie „gut gemacht“ seien, lobte Rühlemann in Anlehnung an Psalm 91 „Eingebunden in Gott“.
 
Auftrag und Erfolgsgeschichten
 
Die Frage „Was brauchst du?“, sei Norbert Mathys‘ Auftrag gewesen, sagte Jutta Rühlemann, ein Auftrag, der ihm nicht übergestülpt worden sei, sondern den er selbst gespürt habe. Er habe ihn angetrieben, Menschen zu entdecken und ihnen nachzugehen, Hilfestellung zu geben und Raum und Möglichkeiten zu schaffen. Unter Mathys‘ Ägide wurde im Landkreis Osterholz die Hospizarbeit im Kirchenkreis aufgebaut und vorangebracht. Dazu konnte sich seit 2004 mit dem ambulanten Hospizdienst ein palliatives Netzwerk mit dem Angebot einer Sterbebegleitung und Trauerarbeit entwickeln. Das „Anderland“, Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche, bildet für junge Menschen das passende Gegenstück.
Auch das Gästehaus, hervorgegangen aus der „Wärmestube“, gehört zu den unter Norbert Mathy entstandenen Erfolgsgeschichten. Ziel des Gästehauses ist auch hier nicht auf die Versorgung Bedürftiger mit dem Lebensnotwendigen, sondern auch die mitmenschliche Begegnung in gegenseitiger Achtung. Nicht zu vergessen die Schuldnerberatung der Diakonie oder die Tagesstätte im Alten Museum, wo chronisch psychisch Erkrankte ambulante Ergotherapie erhalten können.
Zum Eintritt in den Ruhestand erhielt Norbert Mathy dann von Superintendentin Jutta Rühlemann als Dank das Kronenkreuz in Gold der Diakonie.
 
Der Käpt‘n seines Teams
 Landrat Bernd Lütjen bedankte sich ebenfalls bei Norbert Mathy für die im Landkreis geleistete gute Zusammenarbeit. Die 16 angebotenen Fachdienste der Diakonie fänden auf Seiten des Landkreises viele Berührungspunkte, konstatierte Lütjen. Es habe stets ein enger Austausch stattgefunden, lobte Lütjen, dabei habe es Norbert Mathy als Käpt’n seines Teams stets verstanden, ganz viele Ehrenamtliche für die Mitarbeit zu gewinnen, ohne die viele Angebote gar nicht möglich gewesen wären. Mit viel Abstand fand die Abschiedsfeier für Norbert Mathy und seine Gäste dann bei einem kleinen Imbiss und einer von den Mitarbeiter:innen zusammengestellten Diashow, in der 37 Berufsjahre Streiflichtern gleich an den Gästen vorüberhuschten, ihren Abschluss.


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