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Das Weltraumkommando

Wie ein Tag ohne Raumfahrt aussehen würde und wofür die Bundeswehr im All zuständig ist, konnten zahlreiche Gäste beim Wintervortrag in Garlstedt erfahren.

Generalmajor Michael Traut und Brigadegeneral Holger Draber. Foto: akl

Generalmajor Michael Traut und Brigadegeneral Holger Draber. Foto: akl

Garlstedt. Im Rahmen der Wintervortragsreihe 2023/2024 lauschten rund 300 zivile und militärische Gäste dem Vortrag von Generalmajor Michael Traut, dem Kommandeur des Weltraumkommandos der Bundeswehr.

Nicht wenige Besucher verließen danach den Saal der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt mit gemischten Gefühlen. Denn der 1964 in Tübingen geborene Soldat konnte mit erstaunlichen und prekären Fakten das Publikum in den Bann ziehen. Für viele erscheint der Weltraum weit weg zu sein. Tatsächlich ist er allerdings aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

 

Ein Tag ohne Raumfahrt

 

Brigadegeneral Michael Traut zeigte zu Beginn seines Vortrags einen kurzen Film des „Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)“ mit dem Titel: „Wie würde ein Tag ohne Raumfahrt aussehen?“ Schnell wurde klar, wie abhängig unser modernes Leben von einer funktionierenden Raumfahrt ist. Ohne GPS- oder Galileo-Satelliten wäre unsere Mobilität stark eingeschränkt. Navigationssysteme würden nicht mehr funktionieren und die zunehmend dezentrale Energieversorgung unmöglich werden. Ganze Stromnetze könnten an Stabilität verlieren und schließlich zusammenbrechen. Die Folgen wären fatal. Diese Blackouts hätten nicht abschätzbare Folgen für die Wirtschaft und unser tägliches Leben. Im Weltall gibt es nur wenige Regeln. Der Weltraumvertrag der Vereinten Nationen von 1967 besagt lediglich, dass das Universum der Allgemeinheit gehört und die Stationierung von nuklearen Waffen tabu sind. Störungen von Satellitenfunktionen sind jedoch schon heute an der Tagesordnung. Ein konkretes Beispiel nannte der Brigadegeneral: Am Tag der Invasion des russischen Militärs in die Ukraine gab es ein weitreichendes Cyber-Ereignis des Satellitennetzwerkes KA-SAT, bei dem viele Kommunikationswege unterbrochen wurden. Die Störung des Satellitensystems legte gleichzeitig tausende Windkraftanlagen in Europa lahm oder schränkte den Betrieb der Anlagen stark ein.

 

Weltraumkommando der Bundeswehr

 

Das Weltraumkommando der Bundeswehr (WRKdoBW) wurde im April dieses Jahres als eigenständige, streitkräftegemeinsame Dienststelle eingerichtet und hat seinen Sitz in Uedem am linken Niederrhein. Damit habe die Bundesrepublik Deutschland einen wichtigen Schritt vollzogen, um die Handlungsfähigkeit im Weltraum zu stärken. Das Weltraumkommando ist rund um die Uhr dafür verantwortlich, die militärische Weltraumnutzung zu koordinieren. Satelliten der Bundeswehr zur Kommunikation und Aufklärung werden kontinuierlich überwacht und sollen vor Schäden durch umherfliegenden Weltraumschrott geschützt werden. Dazu wird unter anderem das Weltraumbeobachtungsradar TIRA eingesetzt. Zusätzlich arbeitet das Kommando übergeordneten Dienststellen, wie etwa dem Einsatzführungskommando oder dem Territorialen Führungskommando der Bundeswehr zu und stellt zum Beispiel aktuelle Weltraumlagedaten zur Verfügung. Erfreut zeigte sich Traut über das große Interesse vieler Bewerber:innen aus den Reihen der Bundeswehr. Im nächsten Jahr wird ein neuer Ausbildungsgang speziell für diese Abteilung eingerichtet, der dann auch externe Bewerber ansprechen soll. Der nächste Wintervortrag ist für den 7. Dezember geplant. Erwartet wird Frau Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages.


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