Janine Girth

Buch über Bokelmann und Mackensen - Katharina und Peter Groth sind Autoren des literarischen Werkes

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Lilienthal. Eigentlich sollte es bereits zur Eröffnung der gleichnamigen Kunstausstellung vorliegen, die noch bis zum 13. Oktober in der Lilienthaler Kunstschau, Trupe 6 zu sehen ist. Doch es erschien wenige Wochen später. Das Warten hat sich gelohnt! Das von der Lilienthaler Kunststiftung herausgegebene Buch „Christian Ludwig Bokelmann und sein Schüler Fritz Mackensen“ ist eine ausgezeichnete Aufarbeitung des Lebens zweier bedeutender Künstler, die Lehrer und Schüler waren, aber auch zweier Maler, deren Biografien sich ähneln.
Kunsthistorikerin Katharina Groth und der Kulturjournalist Peter Groth sind die Autoren dieses aufschlussreichen Werkes über beide Künstler, von denen Fritz Mackensen der wohl bekanntere Künstler in unserer Region ist. Dabei wurde Christian Ludwig Bokelmann 1844 in St. Jürgen geboren. Durch seinen frühen Tod im Jahre 1894 verblassten die Erinnerungen an diesen talentierten Künstler jedoch sehr schnell.
Peter Groth über Christian Ludwig Bokelmann
Das nun erschienene Buch lässt Bokelmann „lebendig werden“, gibt dem Maler eine Bühne, zeigt seine Werke, die Lebensszenen zeigen. „Er malte das Leben, wie es ist“, schreibt der Autor Peter Groth über Bokelmann. Der Künstler malte Szenen eines Begräbnisses, eines Streiks, einer Verhaftung oder einen Dorfbrand. Er rückte dabei die Menschen in den Mittelpunkt, zeigte ihre Mimik, die Kummer, Besorgnis, Ärger, Freude oder Erstaunen, ausdrückte. „Bokelmann sorgte (so) dafür, dass sich in den Köpfen der Betrachter seiner Bilder Fantasien entwickeln, dass dort eigene Geschichten entstehen“, schreibt Peter Groth.
Der Buchautor beschreibt aber auch die Wandlung des Malers, der sich „ab Mitte der 1880er Jahre von den Idealen der reinen Ateliermalerei und der klassischen Kompositionsformen löste“. Es folgten Natur- und Freilichtstudien. Sitten und Gebräuche fanden Einzug in seine Bilder. Eine Trauung, eine Taufe, das Bauernleben damals wurde Gegenstand seiner Werke. „Eine nationalistisch verklärte Überhöhung des Bauernlebens, wie es bei seinem Meisterschüler Mackensen zu beobachten war, betrieb der Maler nicht“, betont Peter Groth in seiner Beschreibung über den Künstler Bokelmann.
Katharina Groth über Fritz Mackensen
Bokelmann wurde der erste Lehrer seines Schülers Fritz Mackensen. Der Künstler ist in unserer Region bekannt. War er doch Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede im Jahre 1889. Mackensen lernte den Maler Christian Ludwig Bokelmann an der Akademie in Düsseldorf kennen. Die ersten Werke Mackensens waren künstlerisch von seinem Lehrer beeinflusst. Doch der Gründer der Künstlerkolonie entwickelte bald seine eigene Malweise, die das Leben der Moorbewohner emotional schilderte, „jedoch ohne jede Sozialkritik“, schreibt Katharina Groth. Die Autorin setzt sich in ihrer Beschreibung intensiv mit dem Leben des Künstlers Fritz Mackensen auseinander. „Seine Bilder waren wegen ihrer leichten Verständlichkeit des Dargestellten beliebt. Mackensen zeigte in seinen Werken raue Menschen und karge einsame Landschaften“, beschreibt Katharina Groth den Malstil des Künstlers, der den Ort Worpswede so nachhaltig prägte. Katharina Groth verbindet auf den letzten Seiten des Buches das Leben von Mackensen und Bokelmann. Der ältere Maler lud seinen Schützling Fritz Mackensen 1892 dazu ein „Meisterschüler zu werden“ und in seinem Atelier in Karlsruhe zu arbeiten. Die Autorin zitiert aus Tagebuchaufzeichnungen und entwickelt daraus die ständige Präsenz der beiden im Leben des Anderen. Sie beweist damit authentisch, wie sehr die beiden Künstler miteinander verbunden waren.
Das Buch „Christian Ludwig Bokelmann und sein Schüler Fritz Mackensen“ ist in der Lilienthaler Kunststiftung, Trupe 6, im örtlichen Buchhandel und in den Worpsweder Museen zu einem Preis von 14,90 Euro erhältlich. ISBN 978-3-00-062410-0.


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