

Bremervörde. Zum 25-jährigen Bestehen der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde stellen die Vorstandsmitglieder ein Objekt aus der Museumssammlung vor. Eduard Gummich hat sich für einen besonderen Eisenschlüssel entschieden.
Eduard Gummich hat als Bürgermeister von Bremervörde 2001 die Stiftungsurkunde mit unterzeichnet und war bis zum Ende seiner Amtszeit 2014 Mitglied im Kuratorium der Stiftung. Seitdem engagiert er sich ehrenamtlich im Vorstand. „Ich interessiere mich sehr für die Stadt- und Regionalgeschichte. Darum war es mir auch immer schon ein Anliegen, das Bachmann-Museum zu erhalten. Durch mein Ehrenamt im Stiftungsvorstand kann ich diese wichtige Institution auch nach meiner zeit als Bürgermeister weiter unterstützen und gleichzeitig weiter mit meinem Interesse für die Geschichte verbunden sein“, erzählt Gummich.
Die Stiftung sei gegründet worden, um die wertvollen Sammlungen zu erhalten und das Museum attraktiver zu gestalten. So kann die Stiftung als gemeinnützige Institution die finanziellen Mittel des Museums für Vermittlungsangebote und Veranstaltungen durch Fördergelder aufstocken. „Das Bachmann-Museum bewahrt die Geschichte der Region und ist nicht nur für die Menschen in Bremervörde und im Landkreis wichtig, sondern strahlt über die Landkreisgrenzen hinaus, was sich an der Herkunft unserer Besucher deutlich ablesen lässt“, sagt Gummich.
Als Objekt aus der Sammlung hat er sich einen imposanten Eisenschlüssel ausgesucht, der den Zugang zum Eiskeller der ehemaligen Schlossberg-Brauerei in Bremervörde ermöglichte. Diese befand sich auf der Ecke Großer Platz und Amtsallee. Die Besitzer der 1851 gegründeten Brauerei errichteten 1852 an der heutigen Straßenecke Amtsallee und Am Mahlersberg den Eiskeller. „Ich finde es total spannend, dass die Brauereimitarbeiter im winter große Eisblöcke aus der Oste geschlagen und in den Keller gebracht haben und das Eis auch über den Sommer erhalten blieb“, erzählt Gummich. „Kein Wunder, dass das wertvolle Bier während der Gärung im Eiskeller durch ein großes Schloss, zu dem dieser Schlüssel gehörte, geschützt wurde.“
Mit dem Aufkommen von Kältemaschinen verloren die Eiskeller ab Ende des 19. Jahrhunderts ihre Bedeutung. Der Bremervörder Eiskeller wurde 1932 abgerissen und noch im selben Jahr übergab die Ehefrau des Brauerei-Besitzers den Schlüssel an August Bachmann, der das Objekt in seine Sammlung aufnahm.
Der Schlüssel erinnert auch daran, wie sich das Stadtbild immer wieder verändert, denn heute verweist nur noch ein unscheinbarer Erdhügel auf den Eiskeller und die Brauerei. „Das Tolle ist aber, dass es heute wieder ein Bier mit dem Namen ‚Schlossberg Bräu Bremervörde‘ gibt, das einen Bezug zu diesem Teil der Regionalgeschichte herstellt“, so Gummich.




