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Mareike Kerouche

Zeitzeugenberichte und Ausstellung Erinnerungen an Willy Brandt Besuch

Beverstedt. „Wir wollen mehr Demokratie wagen“, sagte Willy Brandt im Oktober 1969 in seiner ersten Regierungserklärung als Bundeskanzler. Kurz zuvor war Willy Brandt, damals noch Außenminister, auf Wahlkampftour in Beverstedt. Anlässlich des Jahrestages hatte der Ortsverein zu einer Willy Brandt Ausstellung ins Beverstedter Restaurant „Vittoria“ eingeladen.

„Mit Martin Bensen (79) haben wir einen Zeitzeugen aus eigenen Reihen, der persönlich mit Willy Brandt gesprochen und diskutiert hat“, berichtete die Vorsitzende Claudia Suhr. Der ehemalige SPD-Vorsitzende hat ein Vierteljahrhundert als Bürgermeister die Geschicke des Fleckens Beverstedt geleitet. „Unter dem großen Einfluss von Willy Brandt haben sich Mitte der sechziger Jahre immer mehr Menschen in der SPD engagiert“, betonte Martin Bensen.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung hatte dem Ortsverein mehrere Banner mit der spannenden Personenbiografie Brandts zur Verfügung gestellt. Aus seinem Privatarchiv hatte Martin Bensen etliche Bilder und Zeitdokumente beigesteuert.
Zusammen mit einer Arbeitsgruppe erstellte Schriftführer Andreas Bohling daraus einen Fotobanner zum Thema Willy Brandt. „Ich bin gespannt, wer wen auf den alten Fotos erkennt“, betonte Bohling.
Ohne Martin Bensen wäre diese Ausstellung nicht möglich gewesen“, sagte Rüdiger Sildatke. Er nahm die Besucher mit auf eine Zeitreise. Während der Power-Point-Präsentation kamen Zeitzeugen zu Wort, die sich noch gut an die Wahlkampfveranstaltung in den Räumlichkeiten der ehemaligen „Goldenen Krone“ erinnern konnten. Wolf-Dieter Lutz (84), ehemaliger SPD-Kreisvorsitzender und Träger der Willy-Brandt-Medaille, und Martin Bensen hatten viel zu erzählen. Erich Stelter (85) und Günter Böder, mit 97 Jahren das älteste Mitglied des SPD-Ortsvereins, haben über Jahrzehnte der Partei die Treue gehalten, und konnten sich ebenfalls noch lebhaft an den Besuch von Willy Brandt erinnern.
Von den jüngeren Mitgliedern kamen Fragen zu der Privatperson Willy Brandts. „Der Mensch Willy Brandt war eher zurückhaltend. Man konnte kaum an ihn herankommen“, berichtete Lutz. Aber es gab auch ausgelassene Feiern, bei denen Brandt zu fortgeschrittener Stunde zur Gitarre griff.
Für Andreas Bohling war Willy Brandt ein Popstar der Politik und ein Architekt der Wende. Diese Ausstellung mit Liedern aus der sozialistischen Arbeiterbewegung und interessanten Zeitzeugenberichten hätte ruhig etwas mehr Besucher vertragen können.
Am 14. September lädt der SPD-Ortsverein zu einer Bustour zum Willy-Brandt-Museum nach Lübeck ein. Für die Fahrt wird ein kleiner Beitrag von 15 Euro pro Person erhoben. Der Betrag ist am Tag der Reise mitzubringen. Anmeldungen zur Bustour noch bis zum 5. September per Mail an: felix.bernshausen@spd-beverstedt.de.


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