Ute Mahler-Leddin

Tradition trifft Neustart

Mit der Übergabe an die 29-jährige Enia Schrudde zieht sich Firmensenior Mike Schrudde nach 35 Jahren zurück – und das Basdahler Familienunternehmen Nosch stellt sich im 55. Jahr seines Bestehens strategisch neu auf.

Basdahl. Die 1971 von Norbert Schrudde in Dortmund gegründete „Nosch GmbH“ verlegte 1977 ihren Firmensitz nach Basdahl. Ursprünglich auf Dispenser für Getränkezubereitungen spezialisiert, erweiterte das Unternehmen sein Angebot bald auf Gaststätteneinrichtung, Großküchentechnik und später auch auf Getränketechnik.

 

Vom Handwerksbetrieb zum Industriepartner

Mit dem Einstieg seines Sohnes Mike Schrudde rückte der Fokus stärker auf Industriekunden. 1996 übernahm der Diplomkaufmann die Geschäftsführung und in den späten 1990er Jahren entstanden neue Hallen für Werkstatt, Produktion und Lager, in denen die bekannten „Nosch BAG-IN-BOX Dispenser“ der ersten Generation gefertigt wurden. Dabei wurde er von Anfang an von seiner Frau Sabine, die die Finanzbuchhaltung des Unternehmens leitete, unterstützt.

Anfang der 2000er Jahre entwickelte sich der Industriebetrieb kontinuierlich weiter und Endmontagen im eigenen Fertigungsbereich trugen maßgeblich zum Geschäftswachstum bei. Bereits 2011 wurden die ersten „Quick-Shot-Mashinen“ für die Spirituosenindustrie entworfen und die Produktion in Basdahl weiter ausgebaut. Marken wie zum Beispiel Salitos, Bacardi, Sierra Tequila, Eckes-Granini und IceKing Slushy konnten gewonnen werden und zählen bis heute zu den Geschäftspartnern.

 

Strategische Neuausrichtung und Übergabe

Seit dem Einstieg der Tochter Enia Anfang 2020 erweiterte sich das Produktportfolio deutlich: Neue Quick-Shot-Maschinen, Standmixer, Zentrifugen, Wasserspender und moderne Schankanlagen ergänzten das Angebot des Familienbetriebes und festigten die Position des Unternehmens im Markt. Der Fokus wurde immer mehr auf den Import von Geräten gelegt, sodass 2024 entschieden wurde, die Produktion in Basdahl aufzugeben und das Portfolio durch Handelsmarken weiter zu vergrößern.

Am 1. Januar 2026 übernahm die jetzt 29-jährige Enia Schrudde das Unternehmen und ist in Zukunft nicht nur Geschäftsführerin, sondern auch Eigentümerin. Wichtig war der Basdahlerin ihr Handwerk zu lernen – so bestand sie 2024 ihre Fortbildung zur Kälteanlagenbaumeisterin; in der Zeit immer perfekt begleitet und unterstützt von ihrem Hund Sam. „Ich habe in den letzten Jahren viel gelernt – sicherlich auch mal den einen oder anderen Fehler gemacht – aber dadurch bin ich gewachsen und freue mich nun auf eine spannende Zukunft mit unserem Familienunternehmen.“

Der 57-jährige Mike Schrudde zeigt sich stolz über den Einsatz seiner Tochter: „Enia ist sehr gut ausgebildet in der Materie, sie hat einige Jahre in unserem Unternehmen mitgearbeitet und durch ihre Ausbildung zur Mechatronikerin für Kältetechnik hat sie das passende Handwerk für unsere Branche von der Pike auf gelernt. Ich bin nur noch halbtags mit flexibler Zeiteinteilung in der Firma tätig und stehe Enia jederzeit mit meinen Erfahrungen zur Seite. Dabei halte ich mich bewusst im Hintergrund, mische mich nicht ins operative Geschäft ein, teile aber meine langjährige Erfahrung und meinen Rat, wenn dieser gewünscht ist.“

Für Mike Schrudde war nach 35 Jahren „Vollgas“ im Unternehmen der Moment erreicht, wo er aus gesundheitlichen Gründen die Reisleine gezogen hat und sich nun seiner zweiten Leidenschaft – dem Segelsport – widmen kann. „Es gibt nicht nur gute Zeiten, sondern auch Krisen und Rückschläge, die man überstehen muss. Ohne die Unterstützung durch meine Frau hätte ich das alles nicht schaffen können“, sagt Mike Schrudde.

 

Service als Markenzeichen

Die Übergabe im 55. Jahr des Firmenbestehens ist ein guter Zeitpunkt: die Firma ist gut gewachsen, hat Substanz, Kunden im In- und Ausland, zehn kompetente Mitarbeitende und hat sich in den vergangenen Jahren auf den Handel mit Getränkespender, Barequipment, Wasserspender sowie dem passenden Zubehör und Ersatzteile spezialisiert. „Alle von Nosch verkauften Geräte können vor Ort bei Bedarf repariert werden“, sagt Enia Schrudde stolz. Gerade dieses Paket aus solider Technik und Service ist es, das die Industrie- und Handelskunden schätzen. So betreut die NOSCH die Kunden ihrer Kunden in allen Bereichen der Außerhausverpflegung. Von der Gastronomie über Kinos, Fitnessstudios und Krankenhäuser – es gibt kaum einen Bereich, in dem man die Geräte von NOSCH nicht findet.

Einen Überblick über das komplette Produktangebot sowie zahlreiche Demo-Videos finden Interessierte auf der Homepage unter www.nosch.de oder auf Facebook und Instagram.

Für Mike und Enia Schrudde ist es ganz wichtig, einmal Danke zu sagen: „Danke an die Geschäftsfreunde für die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit und in der Zukunft, an die Freunde, Nachbarn und Bekannten, die in guten und schlechten Zeiten zu der Familie gehalten haben. Aber vor allem gilt der Dank den Mitarbeiter:innen, ohne die der Aufbau des Unternehmens nicht möglich gewesen wäre. Man schafft es nicht, so ein Unternehmen aufzubauen, wenn man nicht die Unterstützung von anderen hat“, sagt Mike Schrudde dankbar.


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