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Zeichen gegen das Vergessen setzen

Die Gedenkstätte Lager Sandbostel begeht mit drei Veranstaltungen am 27. Januar den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

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Am 27. Januar werden unter anderem die hölzernen Unterkunftsbaracken in der Gedenkstätte Sandbostel illuminiert.

Am 27. Januar werden unter anderem die hölzernen Unterkunftsbaracken in der Gedenkstätte Sandbostel illuminiert.

Sandbostel (eb). Am 79. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz soll auch im Landkreis ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt werden.

 

Wiederbestattung zweier KZ-Häftlinge

 

Am Samstag, 27. Januar, werden um 14 Uhr auf dem Friedhof in Volkmarst, Dorfstr., in Basdahl die sterblichen Überreste zweier im Sommer letzten Jahres an einem Feldrand exhumierter KZ-Häftlinge eingebettet. Die beiden KZ-Häftlinge wurden auf einem der Todesmärsche im April 1945 auf Höhe eines Hofes erschossen, was des Sohn des Bauern, Johann Dücker, als Kind mit ansehen musste. Jahrzehntelang suchte Johann Dücker die Grablage und erinnerte mit einem privaten Gedenkstein an den Todesmarsch.

Nach einer geomagnetischen Untersuchung konnte die Sammelgrablage ermittelt und die Gebeine exhumiert werden. Leider brachte eine forensische Untersuchung keine Erkenntnisse über die Identität der Häftlinge. Nun werden die Gebeine in einem würdigen Grab bestattet.

Die Veranstaltung der Stiftung Lager Sandbostel findet in Kooperation mit der St. Christophorus Kirchengemeinde Oese und Familie Dücker (Volkmarst) statt.

 

Gedenkveranstaltung

 

Die zentrale Gedenkveranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus findet am Samstag, 27. Januar, um 17 Uhr auf der Freifläche vor einer ehemaligen Unterkunftsbaracke statt (Baracke w4). Hier war im Kriegsgefangenenlager eine Zeitlang ein Sakralraum eingerichtet. Ein von französischen Kriegsgefangenen gemalter und fragmentarisch erhaltener Triptychon erinnert heute noch daran. Mit Redebeiträgen sind Andreas Ehresmann, Gedenkstättenleiter, Marco Prietz, Landrat Rotenburg (Wümme) und Pastor Marcus Stamme vertreten. Ben Moske, Maik Müller und Janne Meyer werden die Veranstaltung musikalisch begleiten.

 

Illumination der hölzernen Unterkunftsbracken

 

Ab 18 Uhr werden dann erneut die historischen Unterkunftsbaracken in der Gedenkstätte mehrfarbig beleuchten. Mit der Aktion soll gegen das Vergessen der Verbrechen des Nationalsozialismus angegangen werden. Gleichzeitig soll damit ein weithin sichtbares Zeichen gegen den, insbesondere nach dem Überfall der Hamas auf Israel, deutlich sichtbar gewordenen Antisemitismus in Deutschland sowie jegliche andere Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gesetzt werden. „Solche Einstellungen dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Wir haben uns bei der Beleuchtung der Holzbaracken erneut für die Regenbogenfarben entschieden, da sie symbolisch für den Frieden und für die Freiheit stehen. Als Gedenkstätte setzen wir uns für Inklusion und Toleranz und gegen Menschenfeindlichkeit ein“, sagt Andreas Ehresmann. Alle Interessieren sind zu allen Veranstaltungen eingeladen.

Da es kalt werden könnte und die Veranstaltungsteile draußen stattfinden, sollten die Teilnehmenden sich dem Wetter entsprechend kleiden. Gegen 18 Uhr wird ein warme Suppe bereit gestellt.


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