Käte Heins

Ein kleiner Kreis, der großes bewegt

Seit fünf Jahrzehnten engagiert sich der Lunekring in Lunestedt für plattdeutsche Sprache, Heimatpflege und Naturschutz – nun blickt der Freundeskreis auf seine Geschichte zurück und zugleich auf eine ungewisse Zukunft.
Hermann Kück ist von Anfang an Mitglied des Lunekrings.

Hermann Kück ist von Anfang an Mitglied des Lunekrings.

Bild: Khe

Lunestedt. Das Forum Natur Lunekring feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag: Anlässlich des 50-jährigen Bestehens hat der Freundeskreis eine Chronik mit einem umfassenden Rückblick über das ehrenamtliche Engagement der Heimat- und Naturpfleger herausgegeben. Am kommenden Wochenende wird im Lunestedter Doprhuus gefeiert, um die erfolgreiche Vergangenheit noch einmal Revue passieren zu lassen und zugleich einen Blick in die Zukunft zu werfen.

 

Wie alles begann

Im Jahr 1976 wurde die Gemeinschaft von Marion Köser, der damaligen Ortschronistin Marie Grab, Hinrich Wohltmann, Mariechen Strubbe, Meta Allers und Hermann Kück gegründet. Marion Köser lud regelmäßig zu Treffen am Kamin auf dem Flett ein.

Bald sprach sich herum, dass sich der Freundeskreis für die Pflege des alten Brauchtums und den Erhalt der plattdeutschen Sprache einsetzen wollte – einer Sprache, die zunehmend au dem Kulturkreis zu verschwinden drohte. So entstand der „Plattdütsche Lunekring“. Heimatpflege, Geselligkeit und Kulturarbeit standen von Anfang an im Mittelpunkt des Kreises.

1989 folgte eine Neuausrichtung. Der gesellschaftliche Wandel und zunehmende Umweltverschmutzung führten zu einem wachsenden Umweltbewusstsein. Der Kreis wurde erweitert und in „Ökolunekring“ umbenannt.

 

Umweltbildung steht im Mittelpunkt

Themen wie Biotoppflege und generationsübergreifende Naturschutzarbeit rückten zunehmende in den Fokus des Arbeitskreises. 2001 erweiterte sich der Kreis erneut und führte seine Arbeit unter dem Namen „Forum Natur Lunekring“ fort.

„Rückblickend hat sich der Einsatz gelohnt“, betont Hermann Kück. Mehr als 60.000 Bäume und Sträucher wurden gepflanzt, rund 10.000 Nistkästen gebaut. Für das Otterbiotop Lunestedt erhielt der Lunekring 2013 den Deutschen Naturschutzpreis.

Eine wichtige Unterstützerin war Marin Köser. Sie förderte zahlreiche Projekte und stand der Marion-Köser-Stiftung vor. Mit fast 450.000 Euro Fördermitteln aus der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung sowie weiteren Unterstützern gelang es dem kleinen Kreis engagierter Bürgerinnen und Bürger, über die Jahre zahlreiche Veranstaltungen für die Dorfgemeinschaft zu organisieren. Projekte wie der Naturlehrpfad, das Otterbiotop, die Streuobstwiese und das Dorphuus-Natureum entstanden so Schritt für Schritt.

 

Blick in die Zukunft

Seit 1976 ist das „Forum Natur Lunekring“ der Natur auf der Spur. Der Lunekring ist kein Verein, sondern ein Freundeskreis, der sich mit großem Engagement für den Erhalt der plattdeutschen Sprache und für den Naturschutz eingesetzt hat und dies auch künftig tun möchte.

Hermann Kück ist seit fünf Jahrzehnten die Stimme der Region, wenn es um Naturschutz und Heimatpflege geht. „Ich bin von den Gründungsmitgliedern noch als einziger Zeitzeuge dabei. Nach 50 Jahren soll es nun genug sein mit dem Lunekring“, sagt Kück. Da bislang kein Nachfolger gefunden wurde, soll auf der Jubiläumsfeier ein „Freundeskreis Otterbiotop“ gegründet werden.

Was in den vergangenen fünf Jahrzehnten sonst noch alles geschehen ist, erzählt die neu erschienene Chronik Hermann Kück und Dieter Wohlers haben die Geschichte des Lunekrings auf 104 Seiten zusammengestellt. Herausgeber ist das „Forum Natur Lunekring“.

Die Chronik ist bei Hermann Kück erhältlich. Bestellungen werden unter 0171/6011429 oder hk.for.nature@web.de entgegengenommen.


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