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Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sichern

Stade (IHK). Im Elbe-Weser-Raum ist die Industrie nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber, sondern trägt auch maßgeblich zum Wohlstand bei. Allerdings ist ihre Wettbewerbsfähigkeit durch den demografischen Wandel, Dekarbonisierung und Digitalisierung gefährdet.
 

Nach Ansicht der IHK Stade kommt es darauf an, dass die Ampelkoalition mit ihren Vorhaben den hiesigen Industriestandort langfristig sichert.
Neben langwierigen Verwaltungsverfahren sowie bürokratischen Belastungen leiden viele Industriebetriebe gegenwärtig unter hohen Energie- und Rohstoffpreisen. „Die Abschaffung der EEG-Umlage ist ein wichtiger Schritt, um die hiesigen Strompreise wettbewerbsfähiger zu machen“, sagt Pascal Rebe, Fachmann für Energie- und Infrastruktur bei der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum.
Neben der EU mit ihrem Green Deal wird sich auch die künftige Regierung stärker um die ökologische Transformation der Wirtschaft kümmern. „Dieses kann nur im Schulterschluss mit der Industrie gelingen“, betont IHK-Umweltexpertin Daniela Westerhoff. Dass der Koalitionsvertrag Maßnahmen zur Verhinderung von Carbon Leakage vorsieht und sich klar zum Industriestandort Deutschland bekennt, begrüßt die IHK ausdrücklich. „Wie bei allen Absichtserklärungen kommt es am Ende aber auf die tatsächliche Umsetzung an“, gibt Westerhoff zu bedenken. Weitere Belastungen gelte es zu vermeiden. Schließlich müssten Industrie und Exportwirtschaft auch langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit behalten.
 
Wasserstoffhochlauf fördern
 
Wasserstoff und seine Derivate wie Ammoniak oder Methanol werden aufgrund ihrer diversen sektorübergreifenden Anwendungsmöglichkeiten eine zentrale Rolle spielen, um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen. Positiv für die Unternehmen ist, dass der Wasserstoffmarkthochlauf sowohl national als auch international vorangetrieben werden soll.
„Gemeinsam mit dem Wasserstoffnetzwerk-Nordostniedersachsen (H2.N.O.N) werden wir die regionale Wasserstoffwirtschaft entlang ihrer Wertschöpfungskette weiter ausbauen und fördern“, berichtet Vivien Dirksen, Ansprechpartnerin für das Thema Wasserstoff bei der IHK Stade.
 
Innovationsfähigkeit stärken
 
Darüber hinaus unterstützt die Industrie mit ihrer Forschung und Entwicklung die Transformation der Wirtschaft. Insofern begrüßt die IHK Stade, dass die Koalitionäre das Thema Innovation als wichtige Komponente zur Entwicklung der Bundesrepublik erklärt haben und ein Innovationsjahrzehnt eingeläutet werden soll. Mit angewandter Forschung und der Gründung der Deutschen Agentur für Innovation und Transfer (DATI) soll ein wesentlicher Beitrag zum Technologietransfer geleistet werden.
Neben dem festen Willen, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, will die designierte Bundesregierung zudem die Innovationsförderung von überflüssiger Bürokratie befreien. Wichtige Förderprogramme wie „ZIM“ sollen weiterentwickelt werden.
Nach Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage vom dritten Quartal 2021 sehen bereits 32 Prozent der Industriebetriebe im Umweltschutz einen bedeutenden Investitionstreiber. Durch bedarfsgerechte Finanzierungsinstrumente könnten Investitionen in die Klima- und Digitalisierungstransformation einen weiteren Schub bekommen. „Die im Vertrag genannte ‚Superabschreibung‘ sollte weder zeitlich noch thematisch begrenzt werden, sondern auf breiter Front für mehr Investitionen sorgen“, so Arne Reinecker, Leiter der Abteilung Recht und Steuern. Darüber hinaus müsse der Staat für eine leistungsfähige Infrastruktur sorgen.
Weitere Informationen: IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, Henrik Gerken, Telefon 04141/524-285, E-Mail: henrik.gerken@stade.ihk.de


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