Lena Stehr

War doch nicht alles für die Tonne!?

Landkreis. Bevor wir alle am 31. Dezember endlich den Deckel dieses Mülleimerjahres schließen, wollte unsere Redakteurin Lena Stehr wissen: Was war gut in 2020?
 

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Bild:adobestock/memorystockphoto

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Im Pandemiejahr 2020 drehte sich irgendwie alles immer um die Coronakrise und deren negative Folgen. In der letzten Titelgeschichte vor dem Jahreswechsel stellt der ANZEIGER deshalb das Positive in den Fokus, das trotz, und manchmal sogar aufgrund von Corona, passierte.
 
Fast vergessene Freundschaften wiederbelebt
 
Es ist wohl einigen so gegangen wie unseren freien Mitarbeiterin Francesca Renken (24): Sie hat online Kontakt zu fast vergessenen Freunden aufgenommen. Vor Jahren im Internet kennengelernt, verlor man sich im hektischen Alltag irgendwann aus den Augen. Viel Zeit zu Hause und eingeschränkte reale Kontakte führten 2020 dazu, dass Francesca inzwischen wieder täglich Kontakt mit den Onlinefreunden hat und sich auf ein echtes Treffen freut.
Außerdem hat Francesca an vielen Charity-Events auf Youtube teilgenommen. „Es wurden unglaublich viele Spenden für die verschiedensten Zwecke gesammelt und das gibt ein gutes Gefühl“, sagt sie.
 
Geflashed vom Völkerschlacht-Denkmal
 
Auch ANZEIGER-Auszubildende Jennifer Kramer (24) kann auf Positives zurückblicken. Sie erlebte kurz vor dem ersten Lockdown ein unvergessliches Wochenende in Leipzig mit den Medienkaufleuten ihrer Berufsschule und zehrt vielleicht auch aufgrund der darauffolgenden entbehrungsreichen Monate noch heute stark davon.
„Vom imposanten Völkerschlacht-Denkmal über das sonnige Leipzig zu gucken hat mich vollkommen geflashed. Mir war gar nicht bewusst, dass es Denkmale in dieser Größe in Deutschland gibt“, sagt Jennifer. Sie freut sich schon auf den nächsten Schulausflug.
 
Zusammenhalt und Wertschätzung
 
Dagmar Michaelis von der OsteMed Kliniken und Pflege GmbH in Bremervörde freut sich am Ende des Jahres besonders darüber, dass es ihr und ihrer Familie gut geht, und dass sie trotz allem auch in 2020 viele neue Menschen kennengelernt hat. „Ich weiß, dass sowohl im privaten als auch im dienstlichen Bereich der Zusammenhalt, der Austausch und die Wertschätzung der Menschen untereinander helfen, auch diese schwierigen Zeiten zu überstehen“, sagt sie.
 
Das erste Enkelkind
 
Über die Geburt seines ersten Enkelkindes durfte sich in 2020 der Osterholzer Landrat Bernd Lütjen freuen. „Ein kleines Kind erfüllt die Familie im wahrsten Sinne des Wortes mit neuem Leben und macht einem deutlich, wie wichtig die kleinen Freuden des Alltags sind“, so Lütjen.
 
Entschleunigung genossen
 
Bremervördes Bürgermeister Detlev Fischer gibt zu, dass er die aufgezwungene Entschleunigung mit deutlich weniger privaten und beruflichen Terminen durchaus auch genossen hat.
Ulf Busch, zuständig für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung in Bremervörde nimmt aus 2020 positiv mit, dass es immer irgendwie weiter geht. „Mir ist klar geworden, dass unsere Gesellschaft funktioniert, wenn wir alle an einem Strang ziehen“, so Busch.
 
Ein neuer ANZEIGER
 
Auch unser - sonst gern auf die negativen Aspekte der Dinge schauende - Chefredakteur Patrick Viol kann von einigen positiven Ereignissen in 2020 berichten: „Die beste Nummer des Jahres war natürlich - und das war noch vor Corona -, dass ich die Redaktionsleitung übernehmen konnte und zusammen mit Dir Lena, mit Tina und Jörg jede Woche eine heiße Ausgabe rausbringen konnte. Und das nun immer weiter so machen kann. Das Schönste war dieses Jahres definitiv die Hochzeit meines Bruders und das Witzigste und gleichzeitig Entspannteste war, als ich für einen Monat zu Freund*innen in die WG gezogen bin. Dort konnte ich nach einem anstrengendem Jahr mal durchatmen. Das Aufregendste war bzw. ist nach wie vor mein Einzug in meine neue WG und natürlich war mein Coronatest positiv.“
 
Katzenliebe und Kitaschließung
 
Und auch ich kann viele gute Dinge aufzählen, die in 2020 passiert sind. Ich durfte zwei tolle, junge Katzen aus dem Tierschutz bei mir aufnehmen, die mir - entgegen vieler Unkenrufe - das Sofa nicht zerkratzten und bis heute auch meinen Weihnachtsbaum in Ruhe gelassen haben.
Während des ersten Lockdowns habe ich festgestellt, wie viel Kraft und Gelassenheit der Wald mir gibt, weshalb ich seitdem regelmäßig bei meiner „Corona-Bank“ im Rüstjer Forst bin.
Ich habe Online-Yoga mit Mady Morrison als neues, ausgleichendes Hobby entdeckt, viele erfrischende Spaziergänge mit meinen Freundinnen gemacht und Bob Dylans geniales neues Album „Rough and Rowdy Ways“ rauf und runter gehört.
Außerdem weiß ich jetzt, dass ich wirklich alles schaffen kann, nachdem ich im Frühjahr drei Monate Kitaschließung überlebt habe (meine Tochter hat übrigens auch überlebt und ist jetzt stolzes Schulkind).
 
Neue Geschichten in 2021
 
Und - last, but not least - wurde ich Redakteurin beim ANZEIGER-Verlag und habe dort einen Job gefunden, der mir sehr viel Spaß macht. Ich freue mich auf viele neue Geschichten in 2021, die ich für Sie - liebe Leser*innen - schreiben werde und die das Leben bestimmt für mich schreiben wird. Ich wünsche Ihnen ein besseres und schönes Jahr 2021 und denken Sie immer daran: „Manchmal steigt man morgens aus dem Bett und denkt sich, dass man es nicht schaffen wird, aber innerlich lacht man darüber und erinnert sich an die vielen Male, die man das schon gedacht hat.“(C. Bukowski)
 


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