

Bremervörde. Die Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde wurde 2001 von Dr. Elfriede Bachmann, der Stadt Bremervörde und dem Landkreis Rotenburg gegründet. In dieser Reihe stellen sich die Mitglieder des Vorstands vor und präsentieren ein Objekt aus der Sammlung des Bachmann-Museums.
Seit 2003 ist Dr. Stefan Hesse Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Neben organisatorischen Aufgaben übernimmt er die Vorbereitung sowie die Leitung der Sitzungen und dokumentiert die Beschlüsse. Zusammen mit einem weiteren Vorstandsmitglied vertritt er die Stiftung juristisch. Der Kreisarchäologe des Landkreises ist ein wichtiges Bindeglied zwischen der Stiftung und dem Landkreis. „Die Archäologie im Landkreis ist ein wichtiger Teil der Denkmalpflege. Die archäologische Sammlung des Museums und die Funde, die wir bei den Ausgrabungen machen, ergänzen sich. Außerdem liefert die moderne Archäologie viele Erkenntnisse zu den Objekten, die das Bachmann-Museum für die Öffentlichkeit erfahrbar macht. Daher ist diese enge Zusammenarbeit für beide Seiten sehr wichtig“, so Hesse.
Der Vorstandsvorsitzende findet, dass die Region das Bachmann-Museum braucht, in dem geschichtliches Wissen in Form von Objekten bewahrt wird. „Zwischen den beiden großen historischen Zentren Bremen und Hamburg hat auch unsere eher ländlich geprägte Region eine wechselvolle und spannende Geschichte. Das Bachmann-Museum Bremervörde zeigt mit seinen Sammlungen die geschichtliche Bedeutung des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks auf. Es gibt der Region Geschichte und macht sie sichtbar“, erklärt der Kreisarchäologe.
Ein kleines Stofffragment
Dr. Hesse hat sich als Objekt aus der Sammlung des Museums ein auf den ersten Blick unscheinbares, aber auch sehr empfindliches Stofffragment ausgesucht. Es ist aus Wolle gewebt und stammt von der Kleidung einer Moorleiche, die ein Torfstecher 1754 im Rieper Moor bei Stemmen fand. Die Geschichte ihrer Entdeckung ist außergewöhnlich, denn sowohl Fundort als auch Funddatum wurden damals durch einen Karteieintrag exakt dokumentiert. Die Moorleiche wurde untersucht und anschließend neu bestattet, so war es lange Zeit üblich. Zuvor wurden Proben von der Kleidung genommen. „Dieses kleine Stückchen Stoff ist eine dieser Proben und gelangte zusammen mit einem zweiten über mehrere Stationen schließlich durch August Bachmann in die Museumssammlung. Moderne wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Stoff und damit auch die Moorleiche aus dem 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus stammt und von einem Mantel stammen könnte, der über einen langen Zeitraum getragen worden war“, saht Hesse.
Das kleine Wollfragment macht deutlich, dass auf den ersten Blick unscheinbare Objekte durch ihre Erforschung eine große Bedeutung für das Museum und für die Geschichte der Region bekommen können. Diese Objekte zu bewahren und weiter zu erforschen ist die Aufgabe des Bachmann-Museums und von Dr. Stefan Hesse, der als Kreisarchäologe und Vorstandsvorsitzender der Stiftung schon auf zukünftige Forschungsergebnisse zu dem Stoffrest gespannt ist.




