

Landkreis Rotenburg. Für fünf Tage waren Delegationen aus den polnischen Partnerkommunen Stadt und Landkreis Angerburg/Węgorzewo unter Leitung der Landrätin Joanna Soćko und des Bürgermeisters Krzystof Kołaszewski im Landkreis zu Gast.
Im Kreishaus Bremervörde wurde die Delegation offiziell von Landrat Marco Prietz und Vertretern aus der Politik empfangen. Sie tauschten sich über kommunalpolitische Themen aus. Fehlende Finanzmittel auf kommunaler Ebene, der hohe Altersdurchschnitt in der Bevölkerung und die damit einhergehende Pflegebedürftigkeit, die wirtschaft vor Ort und die Stimmungslage in der Bevölkerung waren nur einige Themen, bei denen beide Seiten vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Due Gruppe absolvierte in den fünf Tagen ein umfangreiches Programm. So ging es unter anderem ins Ostpreußische Landesmuseum nach Lüneburg und zum Schützenfest in Elsdorf. Teile der gemeinsamen Geschichte wurden bei einem Besuch im Angerburger Archiv sowie in der Gedenkstätte Lager Sandbostel beleuchtet. Dort legten die Gäste zusammen mit Vertretern des Landkreises einen Kranz nieder und gedachten der polnischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und des Krieges.
Bei Gesprächen am Ratsgymnasium Rotenburg wurde über das Thema Schüleraustausch gesprochen. Der seit 1994 bestehende Austausch zwischen dem Ratsgymnasium und dem Lyzeum Wegorzewo ruht seit der Corona-Pandemie. Beide Seiten möchten den Austausch in diesem Jahr wieder aktiv aufnehmen. Dafür schlossen der Landkreis Węgorzewo als Schulträger und das Ratsgymnasium eine Vereinbarung.
Zum Abschied überreichte Bürgermeister Krzystof Kołaszewski die Einladung zum Gegenbesuch, der bereits im Juli erfolgen wird.
Landrat Marco Prietz zog zum Abschluss des Besuchs ein positives Fazit: „Der Besuch hat die freundschaftlichen Bande zwischen unseren Regionen gestärkt. Wir konnten uns austauschen und unsere Gemeinsamkeiten vertiefen. Besonders freue ich mich darüber, dass der Austausch zwischen dem Ratsgymnasium und dem Leyzeum Wegorzewo wiederaufgenommen wird. Wenn wird uns persönlich kennenlernen und aufeinander zugehen, hilft es uns, das Leben, Denken und die Traditionen im anderen Land kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und Offenheit und Toleranz zu stärken. Wir bekommen dadurch ein Verständnis für unsere gemeinsamen Werte und Herausforderungen – sowohl auf persönlicher als auch auf politischer Ebene.



