Mareike Kerouche

Ohne Vergangenheit keine Zukunft - Boris Thomas veröffentlicht am 13. Februar sein Erstlingswerk

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Ohne Vergangenheit keine Zukunft
Boris Thomas veröffentlicht am 13. Februar sein Erstlingswerk
von Ralf G. Poppe
Unternehmer Boris Thomas hat sein erstes Buch geschrieben. Am 13. Februar wird „Fang nie an aufzuhören“ bundesweit veröffentlicht.Foto: Ralf G. Poppe
Bremervörde. Der Bremervörder Unternehmer Boris Thomas veröffentlicht am 13. Feburar sein erstes Buch. „Fang nie an aufzuhören“ wird durch den Campus Verlag Frankfurt / New York, einem erfolgreichen, konzernunabhängigen Verleger für wirtschaftliche oder gesellschaftliche Themenschwerpunkte veröffentlicht. Dort, wo primär Erfolgsstories vermarktet werden, hat Boris Thomas nun seine Erfahrungen mit Krisensituationen verarbeitet.
Thomas ist Vorsitzender der Bremervörder Wirtschaftsgilde sowie CEO bei Lattoflex. Und in eben jener Funktion als Geschäftsführer war bereits einmal dort, wo es wehtut. Doch er hat Fehler zu Stärken werden lassen. Und er hat viel gelernt. Zum Beispiel, dass die nächste Krise irgendwann kommen wird. Doch macht ihm das nichts mehr aus. Denn er verfügt mittlerweile über ein Mindset, dass ihn alle Probleme mit ruhiger Hand lösen lässt. Wie das funktionieren kann, erläutert der Autor in seinem Buch. Der Anzeiger fragte nach.
Anzeiger: Sehr geehrter Boris Thomas. Fällt es Ihnen leicht, Ihre eigenen Werte in der heutigen Zeit von Irrungen und Wirrungen konsequent vorzuleben?
Boris Thomas: Ich glaube, es war immer und wird immer eine Herausforderung für uns Menschen sein. Wir sind selbst uns gegenüber der stärkste Richter. Als Mensch müssen wir uns darüber im Klaren sein, das Perfektionismus eine Falle ist. Nichts auf diesem Planeten und in diesem Leben ist perfekt - und das ist auch gut so. Perfektionismus und das Streben nach Perfektion ist nichts weiter als eine Selbstbestrafung. Denn ich werde nie perfekt sein. Was wir tun können ist doch lediglich uns immer wieder neu auf das zu fokussieren, worum es uns geht. Das was uns wichtig ist. Trotz aller Niederlagen immer wieder aufzustehen und dafür einzutreten, wofür man angetreten ist.
„Es ist nicht schwer, Entscheidungen zu treffen, wenn du deine Werte kennst“ zitieren Sie Roy E. Disney. Ohne die Inspirationen von gestern beziehungsweise die eigenen Wurzeln zu wertschätzen, ist es folglich schwierig, sich für die Zukunft zu positionieren. Oder?
Mein Vater hat es einmal so gesagt: ohne Vergangenheit keine Zukunft. Und ich glaube, da ist etwas Wahres dran. Unser Unternehmen, unsere Mitarbeiter und unsere Teams haben eine lange Tradition und Vergangenheit. Mein Großvater als auch mein Vater haben an die Wurzeln dieses Unternehmens eine bestimmte Energie, ein Wertesystem eingespeist. Sich dieses Wertesystems immer wieder neu bewusst zu machen, ist extrem wichtig, um sich neu auf die Zukunft auszurichten. Oft vernachlässigt man die Wurzeln, die ein Unternehmen hat. Und scheitert dann daran, ein Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Deshalb glaube ich, ist es so wichtig, sich gerade in der Führung, und speziell für die nächste Krise, genau anzuschauen, wie das Wertesystem eines Unternehmens und von einem selbst ist.
Der (ehemalige) Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte 1980 über Willy Brandts Visionen zum Bundestagswahlkampf „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“. Widersprechen Begriffe wie Orientierung oder Stabilität der Kraft von Visionen?
Helmut Schmidt hat dieses Zitat in seinen letzten Lebensjahren immer wieder abgeschwächt. Er hat es damals etwas anders gemeint. Grundsätzlich gibt es dort einen wahren Kern. Wer sich immer nur in Visionen verliert, hat keine Kraft zu handeln. Von daher glaube ich, benötigen wir beides. Wer wie die Feuerwehr im Tagesgeschäft unterwegs und nur damit beschäftigt ist, Brände zu löschen, wird nach kurzer Zeit erschöpft sein. Denn es fehlt ihm der Leuchtturm, auf den er sich ausrichten kann. Umgekehrt ist der, der nur in Visionen denkt, jedoch nie ins Handeln kommt, genauso frustriert. Weil er zwar gute Ideen hat, aber die Welt interessiert es am Ende nicht. Deshalb versuche ich in meiner Führung immer beide Aspekte in einer Ballance zu sehen. Die große Idee, die weit über das Tagesgeschäft hinaus und in die Zukunft trägt, als auch das konkrete Handeln um uns auf diese große Vision zu zubewegen.
Wer hat alles an diesem Buch mitgearbeitet? Gibt es Menschen, denen Sie mit besonderen Dank verpflichtet sind?
Um in diesem Buch über Krisen wirklich alle Aspekte zu berücksichtigen, habe ich mir einige Interviewpartner dazu geholt. Mir war es wichtig, sowohl spannende Berater, als auch gestandene und erfolgreiche Unternehmer zu Wort kommen zu lassen. Spannend war für mich, dass sich sämtliche von mir angesprochenen Personen sofort bereit erklärten, dabei zu sein. Ein ganz besonderer Dank gilt natürlich meinem Vater, Wilfried Thomas, der mit seinem Wissen aus vielen Jahrzehnten, mit der Führung von lattoflex einen wichtigen Beitrag zum Gelingen dieses Buches beigetragen hat. Auf www.fangnieanaufzuhoeren.de/ findet sich eine komplette Liste und Beschreibung aller Menschen, die mitgewirkt haben.


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