Patrick Viol

Erinnerung bekommt festen Platz

Mit der Einweihung eines neuen Gedenkortes erinnert Worpswede am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus und setzt ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen.

Juden in Worpswede


Wer sich weitergehend mit der Geschichte der Juden in Worpswede beschäftigen will, dem sei das von Donat Verlag neu aufgelegte Buch „Juden in Worpswede“ von Anning Lehmensiek empfohlen. Material-und Bilderreich verschafft das Buch den Lesern sowohl einen Einblick in das jüdische Leben als auch in die antisemitsche Verstrickung des Künstlerdorfes.

Juden in Worpswede Wer sich weitergehend mit der Geschichte der Juden in Worpswede beschäftigen will, dem sei das von Donat Verlag neu aufgelegte Buch „Juden in Worpswede“ von Anning Lehmensiek empfohlen. Material-und Bilderreich verschafft das Buch den Lesern sowohl einen Einblick in das jüdische Leben als auch in die antisemitsche Verstrickung des Künstlerdorfes.

Bild: Donat Verlag

Worpswede. Am Dienstag, dem 27. Januar, wird in Worpswede ein neuer Gedenkort für die Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht. Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr auf dem Gelände des Rathauses in der Bauernreihe. Künftig soll dort jährlich das zentrale Gedenken der Gemeinde stattfinden.

Der 27. Januar ist seit 1996 gesetzlich verankerter Gedenktag in Deutschland. Er erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau sowie der beiden Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee.

Errichtet wurde der Gedenkort gemeinsam von der Initiative „NIE WIEDER – Erinnern für die Zukunft – Gemeinsam gegen Rechts“, der Gemeinde Worpswede sowie der Arbeitsgruppe „Aufarbeitung der NS-Zeit“ im Heimat- und Geschichtsverein Worpswede. Ziel sei es, allen in der Zeit des Nationalsozialismus getöteten oder in den Tod getriebenen Bürgern der heutigen Gemeinde einen würdigen Erinnerungsort zu geben.

Nach Angaben der Initiative wird das Gedenken am 27. Januar ab diesem Jahr dauerhaft an dem neuen Ort stattfinden. Der Gedenkort sei bewusst öffentlich und zentral platziert worden, um Erinnerung sichtbar in den Alltag zu integrieren.

Erinnerung an alle Opfergruppen

Im Rahmen der Einweihung wird aller Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Dazu zählen unter anderem die sechs Millionen ermordeten europäischen Juden, drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene, mehr als 250.000 ermordete Sinti und Roma, 1.900 getötete Zeugen Jehovas sowie rund 200.000 Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programme. Auch der ermordeten Homosexuellen, der als „asozial“ oder „Berufsverbrecher“ Verfolgten sowie der im politischen und alltäglichen Widerstand Getöteten wird erinnert.

Aller Opfer gedenken

Die Initiative ruft dazu auf, mit der Teilnahme an der Einweihung ein Zeichen gegen das Vergessen, für das Lernen aus der Geschichte und für den Erhalt der Demokratie zu setzen.

 

 


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